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Wenig Sonne und Dünger: Orchideen richtig pflegen

Bonn Kostbar und exquisit wirken Orchideen, auch wenn sie mittlerweile erschwinglich und robust geworden sind.

Auf vielen Fensterbänken blühen sie unermüdlich, und das nicht nur bei Menschen, die einen grünen Daumen besitzen.

Neben der Formenvielfalt zeigen Orchideen viele Farbnuancen: Makelloses Weiß oder Rosa bei etlichen der Malayenblumen (Phalaenopsis), grelle Purpurtöne bei vielen Masdevallia, sanftes Grün bei den Brassia, Quietschgelb oder Braun bei den meisten Oncidium. Dazu kommen die Flecken, Muster und Streifen, die Frauenschuh, Odontoglossum, Zygopetalum und viele andere schmücken.

Aber die Fülle ist auch verwirrend - nicht zuletzt für den Anfänger, der sich fragt, welche unter den vielen Schönen er denn wählen soll. Für den Start eignen sich Malayenblumen (Phalaenopsis) sehr gut. Die heutigen Sorten blühen ausdauernd. Wer eine Pflanze mit ein oder zwei Blütentrieben kauft, wird bald feststellen, dass sich nicht nur die vorhandenen Knospen willig öffnen. Meist beginnt der Trieb seitlich oder an der Spitze weiter zu wachsen und bildet neue Knospen. So kann die Malayenblume monatelang blühen.

Ganz so lange schafft es die unkomplizierte Miltonie (Miltoniopsis) nicht. Aber ein paar Wochen erfreut sie schon durch ihre großen Blüten, die meist ein markantes Muster tragen. Neue Züchtungen können sogar zweimal im Jahr blühen. Erfolg versprechen auch die eleganten Dendrobien (Dendrobium nobile), die im Frühjahr blühen. Die Frauenschuh-Züchtungen (Paphiopedilum) blühen zu ganz verschiedenen Jahreszeiten - je nachdem, welche Arten zu ihren Vorfahren gehören. Sie erneut zum Blühen zu bringen, ist schon schwieriger. Unkomplizierter sind die meisten Oncidien, die sich im Herbst mit reich verzweigten, oft duftenden Rispen schmücken.

Voraussetzung für ihr gutes Gedeihen ist der richtige Standort und gute Pflege. Einfach gießen und düngen wie die anderen Topfpflanzen - das geht nicht. Fast alle Topforchideen wachsen als Baumaufsitzer in tropischen Regen- und Nebelwäldern. Dort liefern kurze heftige Regengüsse viel Feuchtigkeit, die aber rasch wieder von Zweigen und Ästen herabtropft. Das Wasser festzuhalten für trockene Zeiten ist dort überlebenswichtig, daher haben die meisten Orchideen Speicherorgane wie dickfleischige Blätter, Stengel und Bulben ausgebildet.

Für die Pflege zu Hause bedeutet das: Kurz, aber durchdringend gießen und überschüssiges Wasser gut abtropfen lassen. Am einfachsten geht das, wenn der Topf ins Waschbecken gestellt und mit zimmerwarmem Wasser kräftig abgebraust wird. Danach sollte die Erde erst gut trocknen, bevor es den nächsten Guss gibt. Bei der Malayenblume dürfen vierzehn Tage dazwischen liegen. Und grundsätzlich gilt: Lieber knapp als zu reichlich düngen. Flüssiger Orchideendünger bekommt ihnen am besten. Sollten gelbe Blätter Nährstoffmangel anzeigen, schafft Blattdüngung, also Besprühen mit verdünnter Düngerlösung, rasch Abhilfe.

Pralle Sonne gibt es nicht unter dem Blätterdach der Urwaldbäume. Daher haben Orchideen auch nicht gelernt, mit ihr umzugehen. In der Mittagshitze hinterm Fenster verbrennen die Pflanzen regelrecht. Hell, aber vor Sonne geschützt, sollte ihr Standort sein. Sehr gut sind Ost- oder Westfenster mit milder Morgen- oder Abendsonne. Auch helle Nordfenster eignen sich als Platz. Am Südfenster schützt sie eine Jalousie oder der Schatten anderer Pflanzen. Die richtige Temperatur für Orchideen Malayenblume (Phalaenopsis): drinnen, 20 bis 25 Grad Frauenschuh (Paphiopedilum): um 20 Grad, Juni bis August draußen Oncidium: im Winter 18 Grad, Juni bis September draußen Miltonie (Miltoniopsis): drinnen, um 20 Grad Cymbidium: im Winter 15 Grad, Juni bis September draußen Dendrobium: im Winter bei 10 bis 15 Grad, Juni bis September draußen Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom



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