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Was die neuen Sepa-Regeln für Bankkunden bedeuten

Berlin/Frankfurt/Main Wer an Geld denkt, dem fallen Münzen und Scheine ein.

Doch die meisten Zahlungen leisten die Bürger in Europa nicht in bar, sondern per Überweisung, Plastikkarte oder Lastschrift.

Auf diesem Feld ist die vielbeschworene europäische Einigung noch ein ganzes Stück entfernt. Während beim Bargeld der Euro seit 2002 überall im Euro-Raum gültig ist, haben viele Länder bei unbaren Geldtransfers noch eigene Standards. Seit 2008 fallen auch dort die nationalen Grenzen. Das Ziel ist ein Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum, kurz «Sepa» genannt. Am Wochenende (1. November) beginnt die zweite Phase: Dann können Lastschriften europaweit eingezogen werden. Folgende Punkte ändern sich nach Angaben von Bankenverbänden:

Haftung

Kunden müssen bei einem Kartenmissbrauch etwa nach einem Verlust 150 Euro vom Schaden selbst zahlen - unabhängig davon, ob sie Schuld haben oder nicht. Das bedeutet, dass die Institute rein rechtlich dem Kunden diesen Betrag als Eigenbeteiligung in Rechnung stellen dürfen. Sie haben zum Teil aber angekündigt, über die rechtliche Regelung hinauszugehen und den Schaden zu übernehmen.

Haben Kunden ihre Sorgfaltspflicht beachtet - also etwa die PIN-Nummer nicht zusammen mit der Karte aufbewahrt -, sind sie bislang haftungsfrei. Sobald die Karte gesperrt ist, ist der Kunde auch künftig aus der Haftung entlassen - Schäden trägt in vollem Umfang die Bank. Die Regel lautet daher nach wie vor: So schnell wie möglich sperren, wenn ein Verdacht besteht.

Überweisung ausfüllen

Kunden sollten künftig ganz genau hinsehen, dass sich keine Zahlendreher zum Beispiel bei der Kontonummer in das Überweisungsformular einschleichen - ob online oder auf Papier. Denn wurde bislang beim empfangenden Kreditinstitut noch der Name des Kontoinhabers mit der Kontonummer abgeglichen, entfällt dieser Schritt künftig. Nachteile gehen im Ernstfall zulasten des Kunden. Gleichwohl haben die Institute angekündigt, sich um Kulanzregeln in solchen Fällen zu bemühen.

Ein Vorteil: Auf lange Sicht soll es schneller gehen. Überweisungen sollen im Euro-Raum künftig ebenso schnell erledigt werden wie im Inland - innerhalb eines Bankarbeitstages, allerdings erst bis zum Ablauf der Übergangsfrist 2012. Bislang sind Kunden im deutschen Zahlungsverkehr eine Frist von drei Geschäftstagen gewohnt. Wer noch per Beleg überweist, soll maximal zwei Tage warten müssen, bis das Geld bei der anderen Bank sein muss. Derzeit gilt hier eine Frist von höchstens vier Tagen. Auch Kartenzahlungen werden im Umkehrschluss in Zukunft schneller verbucht, die Beträge also beim Kunden abgezogen.

Lastschriften

Vorteile bringt die neue Richtlinie all denen, die ein EU-weites Lastschriftverfahren gebrauchen können. Wer ein Ferienhaus in Spanien hat und die Stromrechnung per Lasteinzug zahlen möchte, kann das in Zukunft tun - vorausgesetzt, die Transaktion erfolgt in Euro, denn nur für Euro-Zahlungen gilt das neue Regelpaket. Bislang mussten solche Zahlungen bar, per Scheck oder Überweisung erfolgen.

Widerspruch

Die neue Fristregelung für den Widerspruch kann in einigen Fällen zum Nachteil für Kunden werden. Bislang ist es möglich, bis sechs Wochen nach Rechnungslegung Widerspruch einzulegen - also bis zu sechs Wochen nach Quartalsabschluss. Das kann bei einem Widerspruch gegen eine Buchung Anfang Juli länger als vier Monate sein. Künftig gelten acht Wochen nach Buchung - also bleibt unter Umständen viel weniger Zeit.

Alltag

Im alltäglichen Zahlungsverkehr ändert sich sonst erst einmal nichts. Langfristig sollen Kunden im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr nur noch die internationalen Kennziffern verwenden: die internationale Kontonummer (IBAN) und die internationale Bankleitzahl (BIC). Manche Kunden kennen diese langen Ziffern- und Buchstabenreihen - das Verwenden ist aber erst einmal keine Pflicht.

Infos zu Sepa bei der Bundesbank: www.bundesbank.de/zahlungsverkehr/zahlungsverkehr_sepa.php

Infos zu Sepa vom Bankenverband: www.bankenverband.de/channel/101762/art/2793/index.html

Infos zu Sepa vom Sparkassen-Finanzportal: www.sparkasse.de/privatkunden/konto-karte/sepa/faq.html «Sepa» Der Begriff Sepa (Single Euro Payments Area) bezeichnet einen einheitlichen Zahlungsraum für Transaktionen in Euro. Dort wird nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden. Ziel von Sepa ist es, schrittweise Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in Europa zu standardisieren. Seit Anfang 2008 sind Sepa-Produkte für die Bankkunden nutzbar. Zunächst waren Überweisungen möglich, vom 1. November an gibt es Sepa-Lastschriften.

Über die Grenzen hinweg kann ein Kunde dann die Strom- oder Telefonrechnung für das Ferienhäuschen auf Mallorca von einem deutschen Konto aus zahlen. Für grenzüberschreitende Euro-Zahlungen gibt es schon seit Jahren Vereinfachungen. So dürfen Euro- Überweisungen ins Ausland nicht mehr kosten als Inlandstransfers. Zudem sollen Verbraucher dank Sepa künftig ihre Karten an mehr Kassen und Geldautomaten nutzen können.

Bei Überweisungen sind im Sepa statt nationaler Kontonummer und der Bankleitzahl eine internationale Kontonummer (IBAN) und eine internationale Bankleitzahl (BIC) nötig. Bei der IBAN müssen auf dem Überweisungsträger bis zu 32 Stellen eingetragen werden. Verbraucherschützer kritisieren dies mit Hinweis auf mögliche Fehlerquellen immer wieder.

Sepa umfasst außer Deutschland die übrigen 26 Mitglieder der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz. In Deutschland machen 1250 Banken mit, über die Kunden dann Lastschriften nach Sepa-Standard erteilen können. Von Thorsten Wiese, dpa

dpa-infocom



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