pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Geld & Recht       » News       » Steuer-Tipps

Shoppen ohne Gier: So So gelingt der Einkauf in Maßen

Friedrichshafen Wer gern einkaufen geht, steht oft vor einem Problem: Zu Hause ist mehr in der Tasche, als wirklich benötigt wird. Zu groß sind die Verlockungen im Supermarkt oder beim Klamottenkauf.

Marketing-Experten wissen, wie sich Kunden verführen lassen. Sich ihre Techniken bewusst zu machen, ist der erste Schritt zum Sparen - und zum Schutz vor einer Rumpelkammer Kleiderschrank.

«Markenprodukte und Preisreduzierungen sind die größten Kaufimpulse», sagt Martin Scarabis, Werbepsychologe beim Marketing-Beratungsunternehmen Decode in Hamburg. Sich ein Markenprodukt zu leisten, komme oft dem Gefühl einer Belohnung oder des Glücks gleich. Dabei sei es egal, ob jemand das Produkt schon kennt oder nicht: «Die Marken an sich sind hoch emotional aufgeladen.» So wirke auch Produktwerbung, die oft mit einem Lebensgefühl wie Freiheit oder Unabhängigkeit einher geht.

Grundlage jeder Kaufentscheidung sei der Kontrast zwischen der Belohnung durch ein attraktives Produkt und dem sogenannten Preisschmerz, sagt Peter Kenning, Professor für Marketing an der privaten Zeppelin-Universität Friedrichshafen. Treffen Marken auf eine vorhandene Motivation beim Einkaufen, setzen sie die «kognitive Entscheidungskontrolle» beim Kunden leicht außer Gefecht. Das lasse sich etwa häufig beim Besuch eines Designer-Outlets beobachten: Kleiner Preis für große Marken - und schon befindet sich der Kunde «in einem permanenten Zustand der Emotionalisierung». Und der Belohnungsaspekt siegt dann über den «Preisschmerz», erläutert Kenning. Es wird also munter eingekauft.

Die Belohnungsaktivierung kann neben der Herzfrequenz und dem Blutdruck sogar anhand der magnetischen Eigenschaften des Blutes nachgewiesen werden, sagt Michael Deppe, Neurowissenschaftler an der Universität Münster. Attraktive Produkte oder Preise bildeten in Verbindung mit Gerüchen, Farben oder Musik einen Schlüsselreiz, der automatisch eine emotionale Verknüpfung über das Nervensystem zum Nucleus accumbens, dem Belohnungszentrum im Vorderhirn, darstelle: «An dieser Stelle wirkt etwa auch die Droge Ecstasy.» Kaufen macht also tatsächlich glücklich.

Übertriebene Käufe lassen sich trotz Marketing aber vermeiden. Grundsätzlich sollten sich Verbraucher die Verkaufsstrategien vor dem Shoppen bewusst machen, empfiehlt Sebastian Herrmann, Autor des Buches «Wir Ikeaner» aus München. Dazu gehöre etwa, sich von Lichteffekten oder der Platzierung der Produkte nicht beeindrucken zu lassen. Neben einer Einkaufsliste helfe es auch, eine weitere Liste mit denjenigen Dingen mitzuführen, die zu Hause auf einen warten. Da Angebote oft übersichtlich und ansehnlich gestaltet sind, sei die Liste ein probates Gegenmittel gegen vermeintliche Schnäppchen.

«Je länger ein Kunde im Geschäft bleibt, desto mehr Schnäppchen bekommt er zu Gesicht», sagt Herrmann außerdem - und desto größer werde letztlich der Kaufreiz. Es sei daher ratsam, für kleinere Einkäufe keine großen Einkaufswagen zu benutzen. Scarabis empfiehlt zudem, für eine «Unmotivation» vor dem Einkauf zu sorgen, um Verlockungen standzuhalten: «Wer hungrig in den Supermarkt geht, ist empfänglicher und schätzt seinen Nahrungsbedarf falsch ein.» Von Andreas Thieme, dpa

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen