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Zucker, Honig und Co.: Wie gesund welche Süße ist

Potsdam Zucker versüßt den Tag: Kaffee, Tee, Joghurt und Kuchen kommen ohne ihn selten auf den Tisch.

Zucker gibt es aber auch versteckt in vielen anderen Lebensmitteln. Experten raten aber, die energiereiche Süße mit Bedacht einzusetzen.

Neben dem weißen Haushaltszucker , der aus raffinierten Rüben oder Zuckerrohr industriell hergestellt wird, gibt es Zuckeraustauschstoffe wie Frucht- und Traubenzucker, die genauso viele Kalorien wie der weiße Zucker enthalten. «Auch Honig, Sirup und Dicksaft bestehen zu 60 bis 70 Prozent aus Zucker», fügt Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam hinzu.

Wer glaubt, sich mit einem Schuss Honig im Tee eher einen Gefallen zu tun als mit der gleichen Menge Zucker oder Kandis, den muss Achim Bub vom Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe daher enttäuschen: «Es ist wohl eher eine persönliche oder philosophische Sache, ob ich Haushaltszucker, Honig, Sirup oder Dicksaft nehme», sagt er. «Karies gibt es von allen gleichermaßen.» Generell gebe es keinen gesunden oder ungesunden Zucker: Gesund könne nur eine bestimmte Ernährungsweise sein.

Bei Zucker, Zuckeraustauschstoffen sowie auch Süßstoffen rät Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn daher zu einem maßvollen Umgang. Sie warnt auch vor dem noch immer weit verbreiteten Irrtum, dass Fruchtzucker besser sei als der übliche weiße Haushaltszucker: Er sei weder gesünder noch energieärmer und enthalte ebenso keinerlei Wirkstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe. «Deshalb sagt man im allgemeinen Sprachgebrauch auch, dass Zucker leere Kalorien liefert», erklärt die Ökotrophologin.

Fruchtzucker wird häufig in speziellen Produkten für Diabetiker verwendet. «Mittlerweile werden diese Diät-Produkte von den Fachgesellschaften aus ernährungsmedizinischer und diabetologischer Sicht als nicht notwendig eingestuft», sagt Gahl. Das heißt: Diabetiker sollten sich wie alle anderen Menschen auch ausgewogen ernähren und auf spezielle Diabetiker-Ware verzichten.

Hintergrund sind Erkenntnisse des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin, wonach Fruktose gegenüber anderen Zuckern keine nennenswerten Vorteile hat - und deshalb laut Gahl auch nicht zu empfehlen ist. Untersuchungen zeigten zudem, das Diät-Produkte oft teurer als andere sind und einen höheren Fettanteil haben.

Olias sieht beim regelmäßigen Gebrauch dieser Produkte somit gleich zwei Gefahren: «Die Menschen glauben, Energie einzusparen, weil sie das Wort 'Diät' lesen.» Nicht selten würden sie mit einem beruhigten Gewissen größere Mengen zu sich nehmen und unbemerkt auch mehr Kalorien und Fett. «Übergewicht ist dann schnell die Folge.»

Wer beim Süßen ohne Kalorien auskommen möchte, muss auf Süßstoffe setzen. Anders als Zucker, Honig, Sirup und andere Zuckeraustauschstoffe werden Süßstoffe chemisch hergestellt und haben eine deutlich höhere Süßkraft. Bedenken, dass Süßstoffe dem Körper schaden, sind den Experten zufolge unbegründet. Süßstoffe werden vor ihrer Zulassung ausführlich auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft, heißt es bei der DGE. Auch Bub unterstreicht: «Wenn das Bundesinstitut für Risikobewertung Lebensmittel zulässt, dürfen sie dem Körper auch nicht schaden.» Honig und Sirup schaden den Zähnen Wer beim Süßen zu Honig oder Sirupvarianten greift, sollte aufpassen. «Für die Zähne sind diese Süßungsmittel durch ihre klebrige Konsistenz eher noch schädlicher als herkömmlicher Haushaltszucker», sagt Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Wer nur aufgrund vermeidlicher Vitamine und Mineralstoffe zugreift, sollte lieber nach seinem Geschmack gehen. Denn die Menge an Mineralstoffen und Vitaminen, die den Körper im Zweifelsfall beim Süßen mit Honig und Sirup erreichen würden, sind so gering, dass man sie vernachlässigen kann. Von Stefanie Hiekmann, dpa

dpa-infocom


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