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Stefan Lindemann sichert sich Olympia-Ticket

Mannheim Mit einer Kampf-Kür ist Stefan Lindemann zum siebten Mal deutscher Eiskunstlauf-Meister geworden und hat sich das einzige Olympia-Ticket erkämpft.

Im spannenden Zweikampf mit seinem Trainingskameraden Peter Liebers gewann der 29-Jährige in Mannheim mit 184,87 Punkten allerdings nur knapp. Der sechsmalige Meister Liebers (182,75) wurde Zweiter vor dem 18-jährigen Daniel Dotzauer (168,89) aus Dresden. Bei den Europameisterschaften Ende Januar in Tallinn/Estland wird Lindemann die Deutsche Eislauf-Union (DEU) vertreten.

Liebers hatte nach dem gelungenen Kurzprogramm mit nur etwas mehr als einem Punkt in Führung gelegen - in der Kür war alles offen. «Ich wollte vorlegen und habe gekämpft», sagte der Berliner, der einen vierfachen Toeloop nicht einwandfrei stehen konnte sowie beim Axel und Lutz aufs Eis fiel. «Ich dachte schon, dass ich nach zwei guten Kombinationen durch bin, aber dann bin ich durcheinandergekommen», gestand der Sportsoldat, der sich im Sommer bei der Bundeswehr den Mittelfuß gebrochen hatte. «Mir fehlte einfach Zeit in der Vorbereitung, es ist schon die fünfte Saison, in der ich mit Verletzungen kämpfe.»

Dennoch hat Trainerin Viola Striegler, die beide Konkurrenten betreut und Lindemann im Vorfeld zu einem würdigen Karriere-Abschluss motivierte, beide fit bekommen. Der Erfurter kämpfte sich zurück und zeigte eine respektable Leistung. Die zwei Jahre Verletzungspause wegen Adduktorenschmerzen waren dem WM-Dritten von 2004 nicht anzumerken. Sein dreifacher Axel war eine Augenweide, auch wenn er einmal auf dem Hosenboden lag. «Ich wusste, es war noch alles drin», sagte er nach einer herzlichen Umarmung mit Striegler und Liebers.

Zuvor hatte die 16 Jahre alte Sarah Hecken unbekümmert Kurs auf ihren zweiten Titel genommen. Die bereits für die Winterspiele qualifizierte Mannheimerin glänzte mit einem fehlerfreien Kurzprogramm in ihrer Heimat und setzte sich mit 56,64 Punkten an die Spitze des Damen-Feldes. Vor der Kür am Samstag liegen die Trainingskolleginnen Julia Pfrengle (46,86) und Shira Willner (45,82) auf den Rängen. Die fünfmalige Meisterin Annette Dytrt hatte den Start wegen einer Fußverletzung abgesagt. Die DEU hat bei der EM zwei Startplätze, die 14 Jahre alte Julia Pfrengle, Tochter von Claudia Leistner, ist aber noch zu jung für einen internationalen Start.

Mit ihrer Vorstellung zu Peter Tschaikowskis Romeo- und Julia- Klängen begeisterte Hecken die 500 Zuschauer. Ihrer Sprungkombination aus zwei dreifachen Toeloops, dreifachem Salchow und Doppel-Axel hatte keine Konkurrentin etwas entgegenzusetzen. «Es war immer mein Traum, zu den Olympischen Spielen zu fahren», sagte die Meisterin von 2008, die erstmals alt genug ist, um die DEU international zu vertreten. «Ich will jetzt meine Leistung bringen und freue mich schon auf die EM», ergänzte Sarah Hecken, die als sprung- und nervenstark gilt. Einziges Manko ist die Choreographie ihrer Programme, die noch lange nicht ausgereizt ist.

Für Aufregung am Rande der Titelkämpfe sorgte der Rückzug der Tänzer Tanja Kolbe/Sascha Rabe nach dem Pflichttanz. Die an dritter Position liegenden Berliner traten zum Originaltanz nicht mehr an, weil Sportdirektor Udo Dönsdorf in der Halle weilte. Rabe wirft ihm vor, ihn vor Jahren sexuell belästigt zu haben. Im April wird der Fall vor Gericht verhandelt. «Hier geht es um die Olympia-Qualifikation, ich habe diverse Termine, das lass ich mir nicht nehmen», sagte Dönsdorf. Von Britta Körber, dpa

dpa-infocom


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