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Musik

Beatles-Feeling: Paul McCartney rockt Berlin

Berlin - 16 Jahre mussten die Beatles-Fans warten - dann stand Paul McCartney wieder einmal in Berlin auf der Bühne.

Gleich zu Beginn eroberte der 67-Jährige Brite das Publikum auf Deutsch mit dem Satz: «Es ist gut, wieder in Berlin zu sein».

Vor mehr als 13 000 Zuschauern sang «Sir Paul» am Donnerstagabend in der ausverkauften O2-Arena am Ostbahnhof legendäre Hits wie «Yesterday» und «Let It Be». Zwar hatte McCartney auch neue Lieder wie für den Film mit Robert De Niro «Everybody's Fine» im Repertoire, aber die Fans machten mit ihrem Applaus schnell deutlich, was sie wirklich hören wollten: Beatles, Beatles, Beatles.

Die ersten Gänsehaut-Schauer gab es bei dem Song «My Love», mit dem er an seine erste Frau erinnerte. «Dieses Lied spiele ich für Linda. Und heute Nacht ist es für alle Liebenden», kündige McCartney an. Sentimentalität sprang von der Bühne auf das Publikum über. Leucht-Stäbchen schwenkten im Dunkel der Arena hin und her. Doch das dauerte nicht lange. Mit dem Gute-Laune-Song «Obladi Oblada» brachte McCartney die Halle zum Brodeln.

Der Ex-Beatle ließ weitere Hits aus der legendären Zeit mit John Lennon, George Harrison und Ringo Starr erklingen, darunter «Hey Jude», «Lady Madonna» und «Paperback Writer». McCartney zeigte, dass er - im Unterschied zu vielen aufwändigen Bühnenshows anderer Stars - relativ wenig Effekte braucht, um die Musik wirken zu lassen und das Publikum in Rage zu versetzen. Als Staffage genügen ihm im wesentlichen die Band, Licht und eine Leinwand, auf der Bilder der legendären Beatles zu sehen sind, Kerzen, Wasserfälle und Gärten.

Ohne «Back In The USSR»

Warum er - anders als beim Tourauftakt einen Tag zuvor in Hamburg - den Hit «Back In The USSR» bei dem Konzert im Ostteil Berlins weggelassen hat, lässt sich leicht erahnen. Dafür gab es außerplanmäßig die «Hymne der Friedensbewegung», die auch in der DDR die Jugend begeisterte und bis heute ihre Anziehungskraft nicht verloren hat: «Give Peace a Chance».

Anders als in Hamburg am Vortag, wo McCartney sein Publikum fast eine Stunde warten ließ und es dann erst sehr schwer hatte, waren die Fans und der Ex-Beatle von Anfang an eins. Das Publikum erklatschte sich mehrere Zugaben und entließ den oft bubenhaft wirkenden 67-Jährigen erst nach gut zweieinhalb Stunden - ohne Pause - von der Bühne. «Tschüss, macht's gut. See you next time.» - machte er den Berlinern und vielen Gästen aus anderen Bundesländern Mut, dass es bis zum nächsten Konzert nicht wieder ganz so lange dauern wird.

Bei dem vorangegangenen Konzert in der Waldbühne 1993, bei dem auch seine 1998 an Krebs gestorbene erste Frau Linda dabei war, hatte McCartney 22 500 Fans begeistert. Damals hatten die Berliner 17 Jahre auf ein Konzert mit McCartney warten müssen. Die Beatles selbst, die sich 1970 auflösten, sind nie in Berlin aufgetreten, anders als die Rolling Stones, die als größter Konkurrent in jener Zeit galten.

Weitere Termine der «Good Evening Europe Tour»: 16.12. und 17.12. Köln, 9.12. Arnheim, 10.12. Paris, 20.12. Dublin, 22.12. London.

http://dpaq.de/paulmccartney Von Anett Indyka, dpa

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