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Wassenacher stehen auf den Dorfladen - Klieburg-Scheune öffnet Pforten

Wassenach - Gestern feierte in Wassenach der etwas andere Tante-Emma-Laden mit Modellcharakter nach rund fünfmonatiger Bauzeit Eröffnung.

Auf 450 Quadratmetern Verkaufsfläche findet sich hier weit mehr als bloß Lebensmittel: Ein Paketdienst gehört genauso zum Angebot wie der Getränkeshop, die Geschenkboutique und das „Scheunen-Café“.

Gemalte Fachwerkfassaden mit weihnachtlicher Tannendekoration nehmen die moderne Kassenanlage in ihre Mitte. Von der antiken Tachowaage bewacht, lagert der deutsche Wirsing in großen Zinkwannen, während der Mistelzweig vom honiggelben Holzbalken der offenen Dachkonstruktion baumelt: Alt trifft neu in der Klieburg-Scheune auf dem Sommepy-Platz mitten in Wassenach.

Für die Besitzer, den erfolgreichen Software-Unternehmer Manfred Sattler und seine Ehefrau Sigrid, ist ihr Geschäft aber mehr als ein Laden, der sich finanziell tragen muss. Für die Sattlers ist er auch ein Stück weit Lebensphilosophie. Vor sechs Jahren retteten der heutige Bürgermeister und seine Frau das letzte Lebensmittelgeschäft im Ort. Doch als es im Laden endgültig zu eng wurde, reagierten die Ladenbetreiber nicht mit Rückzug, sondern mit einem Befreiungsschlag in Form eines Neubaus. So etwas wie ein „Laden plus“ sollte es sein. Und das wurde es auch.

„Sie haben nicht nur gute Worte investiert, sondern auch viel Geld“, betonte Landrat Jürgen Pföhler bei der Eröffnungsfeier. Rund 700 000 Euro hat sich Sattler den Bau des Marktes kosten lassen. Und dass auch der Kreis hinter dem Projekt steht, das beweisen die 35 000 Euro, die er als Höchstförderung spendierte. In einer Zeit, in der sich immer mehr Geschäfte und Banken aus den Dörfern zurückziehen, tut sich in Wassenach Neues auf. „Wir erleben heute einen mutigen Schritt eines Wassenacher Bürgers und einen denkwürdigen Tag für die Gemeinde“, formulierte der Verbandsgemeindebürgermeister des Brohltals, Johannes Bell.

Die neue Klieburg-Scheune lobte er als innovatives Projekt, das weit über die Grenzen des Brohltals Ausstrahlungskraft hat. „Die Bürger werden mit den Füßen abstimmen, ob das Projekt eine Zukunft hat“, so Bell. Nur zu gerne appellierte er an die örtliche Kundschaft, die einmalige Chance zu nutzen.

Wassenachs Pfarrer Peter Bollig nahm das Wort „Einweihung“ wörtlich und segnete das Geschäft im Rahmen eines kleinen Gottesdienstes ein. An Architekt Egon Schäfer war es schließlich, den symbolischen Schlüssel für die Klieburg-Scheune zu überreichen. Den gab Manfred Sattler sogleich in die Hände seiner Frau Sigrid, die den Markt zusammen mit ihrem Team leiten wird. Mit den Worten „Jetzt gehen wir einkaufen“ gab Sattler aber noch den Startschuss für die bereits wartende Kundschaft: Zur Feier des Tages konnten diese dann beim „Abend-Shopping“ bis 22 Uhr ihre Einkaufskörbe füllen.

Petra Ochs

RZO