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Steinzeit-Epos «Am Anfang war das Feuer» auf DVD

Hamburg Jean-Jacques Annaud (66) gehört zu den Abenteurern unter Europas Filmregisseuren, die ihre Inspiration in schweren Stoffen und fernen Ländern suchen.

Sein Film «Zwei Brüder» (2004) zog ihn zu den herrlichen Tempelruinen von Angkor mitten im Dschungel Kambodschas, wo er die Geschichte zweier Tiger-Brüder drehte. Ein bildgewaltiger Tierfilm der ähnlich erfolgreich war wie «Der Bär» aus dem Jahr 1988, der fast ohne menschliche Darsteller auskommt.

Ungewöhnlich auch sein jetzt auf DVD erschienenes Steinzeit-Epos «Am Anfang war das Feuer» (1981), das vor 80 000 Jahren spielt. Ein echtes Wagnis, denn die Urzeiten-Menschen sprechen eine extra für diesen Film erfundene und vollkommen unverständliche Sprache. Keine Überraschung, dass Annaud anfangs einige Schwierigkeiten hatte, sein Projekt finanziert zu bekommen.

Leben bei Familie Feuerstein: Da laust man sich, schlürft Knochenmark, härtet Speerspitzen am kostbaren Feuer, verschlingt halbgare Innereien und geht zur Triebabfuhr zu den Wäscherinnen am Fluss.

Wie eine Hippie-Familie präsentiert uns Jean-Jacques Annaud den Stamm der Ulam, wenn die Sippe ganz friedlich und kunterbunt durcheinander gewürfelt halbnackt in der Höhle schläft, während ein Wächter das kostbare Feuer im Auge hat. Es darf um keinen Preis ausgehen, da niemand weiß, wie man es wieder entfacht.

Es ist keine friedliche Welt, denn vor 80 000 Jahren ist jeder der Feind seines Nächsten. Blutige Scharmützel in einer unwirtlichen Gegend sind an der Tagesordnung. Und dann verglimmt auch noch das Feuer aus.

Drei Männer werden ausgewählt , neues Feuer zu finden, das Wärme und Schutz verheißt. Und so wandern die verlumpten Burschen in Tigerfelle gewandet und wilde Schreie ausstoßend durch die tiefsten Täler und dunkelsten Wälder, bedroht von Säbelzahntigern, Mammuts und Kannibalen. Eine trostlose Angelegenheit, für die Annaud eindringliche Bilder findet: «Die Kunst des Kinos ist die Kunst des Bildes», beschrieb der französische Regisseur einmal seine Kunst.

Als die drei Feuersucher das Mädchen Ilka, das den ganzen Film über nackt durchs Bild huscht, aus den Händen übelster Kannibalen befreien, eröffnet sich ihnen eine vollkommen neue Welt der Liebe und des Lachens. Von dieser Menschwerdung handelt vor allem Annauds Film «Am Anfang war das Feuer», in dem ein paar Steinzeit-Rambos die Welt der Gefühle entdecken. Und wie man Feuer macht, lernen sie dann auch noch.

www.concorde-home.de

dpa-infocom