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«Public Enemies» mit Johnny Depp auf DVD

Hamburg Ein Gangster als Popstar: Als der Bankräuber John Dillinger im Januar 1934 verhaftet und in ein Gefängnis verlegt wird, säumen Tausende Menschen die Straßen.

Am Flughafen gibt Dillinger, gespielt von Johnny Depp, sogar eine Art Pressekonferenz und posiert für die Kameras.

Der damals meistgesuchte Verbrecher und «Staatsfeind Nummer eins» war für viele Menschen in Zeiten von Wirtschaftskrise Träger eigener Sehnsüchte: «Er nahm von den Banken, die die Misere verursacht hatten, so dachte das Volk damals», sagte Regisseur Michael Mann über seinen Film «Public Enemies», der jetzt auf DVD erschienen ist. Der gefeierte Filmemacher Mann («Ali») zeigt in dem Gangsterstreifen die aufpolierte Oberfläche vom Mythos Dillinger. In die Tiefe geht es nicht.

Die monatelange Hetzjagd auf den Bankräuber Dillinger war gewissermaßen die Geburt des FBI. Die Verbrecherbande sollte mit modernen Fahndungsmitteln - darunter Abhörgeräte, neue forensische Analysen - und mit Hilfe der Zusammenarbeit verschiedener Bundesstaaten zur Strecke gebracht werden. «Die Zeit hatte Dillinger, der noch wie ein Bankräuber aus dem 19. Jahrhundert handelte, eingeholt», sagt Regisseur Mann. Christian Bale mimt als FBI-Ermittler den Gegenspieler von Dillinger.

«Mein künstlerisches Ziel des Films war es, den Zuschauer in die Lage von John Dillinger zu versetzen, ihn greifbar zu machen und die Dinge aus seiner Perspektive zu sehen», sagt Mann. In der technischen Umsetzung gelingt ihm das hervorragend: Das historische Setting im Chicago der Jahre 1933 und 1934 ist authentisch nachgezeichnet. Jedes Plakat, jede Zeitung aus der damaligen Zeit sei im Original zu sehen, sagt Mann stolz über die detaillierten Bilder, die mit Digitalkameras aufgenommen und nachbereitet wurden. Szenen im Gefängnis und in einem Haus im Wald seien teilweise an Original-Schauplätzen aufgenommen worden. «Die Kugeln in der Wand stammten noch von Schießereien mit dem echten John Dillinger.»

Die optischen Möglichkeiten Hollywoods sind fast unbegrenzt - dafür ist «Public Enemies» wieder einmal ein beeindruckendes Zeugnis. Doch abgesehen von dem visuellen Sog und exzessiven, brutalen Schusswechseln, wie sie der Amerikaner Mann schon in «Heat» oder «Miami Vice» inszeniert hat, bleibt das neue Leinwandwerk manchmal etwas blutleer.

dpaq.de/publicenemies

dpa-infocom