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Länder wollen von DFB und DFL Millionen für Polizei

Bremen Die Innen- und Sportminister der Länder fordern von den deutschen Fußballverbänden DFB und DFL mehr Engagement gegen Gewaltausbrüche von Fans. Die Politiker beklagen den Millionen-Aufwand für Polizei-Einsätze.

«Die Kosten bei Spielen in den ersten drei Ligen belaufen sich für die Saison 2008/2009 auf rund 80 Millionen Euro», sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Ulrich Mäurer (SPD), der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er will, dass die Verbände die Hälfte übernehmen. Am 21. Dezember treffen sich der Bremer Innensenator und Kollegen aus anderen Ländern mit DFB-Chef Theo Zwanziger, um über die Eindämmung der Gewalt und über Finanzmittel zu reden.

Die Spiele in den ersten drei Ligen haben in der vorigen Saison 17,6 Millionen Menschen besucht. «Es gab eine erschreckende Bilanz», sagte Mäurer. «Wir hatten Tausende von Ermittlungsverfahren und über 8000 Maßnahmen seitens der Polizei, wie vorläufige Festnahmen oder Ingewahrsamnahmen. Es wurden 830 Menschen verletzt, davon 268 Unbeteiligte und 229 Polizisten.» Die Einsatzbelastung der Beamten sei auf den Rekordwert von rund 1,2 Millionen Stunden gestiegen, dies entspreche der Jahresarbeitszeit von 1260 Polizisten. Mäurer: «Die Belastungsgrenze ist erreicht.» Er erwartet allerdings eine Zunahme.

«Das Problem Gewalt bleibt nicht mehr beschränkt auf die 1. Liga. Die Fans weichen außerdem bis zur 3. Liga aus, wenn sie Stadionverbote haben.» Hier würden die Länder die Zusammenarbeit mit dem Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) suchen. Mit Fanprojekten alleine sei dies nicht zu bewältigen.

«Massiven Handlungsbedarf sehe ich bei der Reduzierung des Gewaltaufkommens», sagte der Ressortchef der Bremer Innenbehörde. «Das kann erreicht werden, indem man weniger Karten an die Fans der Auswärtsmannschaft verkauft bei Problem-Begegnungen. Dazu kann man den Kartenkauf personengebunden organisieren, wie bei der Weltmeisterschaft in Deutschland.» Gewaltbereite Fans könnten bislang ausweichen auf andere Spiele. «Wir wollen, dass die Sanktionen ausgeweitet werden.» Man könne auch darüber nachdenken, die Karten mit einem Busticket zu verbinden. So könne der Strom der Fans besser kontrolliert werden.

«Wir wollen auch weg von den Fan-Märschen», sagte der SPD- Politiker. Aus den Märschen heraus würden die Straftaten begangen. Beamte würden mit Flaschen beworfen und verletzt. «Das muss man unterbinden.» Man müsse sich auch Gedanken machen, wo man den Konsum unterbinden könne, beim Spiel oder auch bei der Anreise. Insbesondere sollten keine Flaschen mehr verkauft werden, damit diese nicht als Wurfgeschosse eingesetzt werden könnten.

DFB und DFL seien kompromissbereit , hätten jedoch bei den Kosten bisher noch kein Entgegenkommen gezeigt. Mäurer sieht den Gesprächen mit Zuversicht entgegen. «Ich gehe nicht davon aus, dass wir dann bereits zu einem Abschluss kommen.» Aber es könne auch nicht sein, dass nur der Steuerzahler für die immensen Kosten aufkomme. Zudem würden die Beamten in der Woche auch für andere Aufgaben gebraucht.

dpa-infocom



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