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Rogge: Pechstein kein «Sonderfall» - Ullrich-Akten

Hamburg IOC-Präsident Jacques Rogge hat sich im Kampf gegen Doping nachdrücklich für Langzeit-Blutprofile als indirekte Nachweismethode ausgesprochen.

In einem Interview der Tageszeitung «Die Welt» verwies der Belgier zugleich auf die grundlegende Bedeutung des Falls der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein: «Ich glaube nicht, dass wir sie zu einem Sonderfall machen dürfen.» Der Internationale Sportgerichtshof CAS habe die Sperre bestätigt und damit entschieden, «dass das Verfahren gültig war. Der indirekte Beweis ist vom Antidopingkodex der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zugelassen.» Im Fall des früheren Radprofis Jan Ullrich fehlen laut Rogge - trotz 2000 Akten-Seiten - «harte Beweise», um Sanktionen gegen den Gold- und Silbermedaillengewinner von Sydney zu verhängen.

Er sei ein «starker Anhänger der Langzeitblutprofile», bekannte Rogge. «Dieser individuelle Beweis ist von großer Bedeutung, weil bei der Verwendung von EPO manchmal nur ein sehr kurzes Zeitfenster zum Nachweis bleibt, obwohl der Effekt darüber hinaus andauert», sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Rogge wies darauf hin, dass nicht nur die Internationale Eisschnelllauf-Union (ISU) im Fall Pechstein den indirekten Beweis genutzt hat.

Auch der Radsport-Weltverband UCI habe «bei fünf Athleten» bereits das vorgeschriebene Procedere angewandt. Rogge: «Dies hat nur keine große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ausgelöst, weil die Fahrer - anders als Pechstein - nicht gegen ihren Schuldspruch aufgrund ihres auffälligen Blutprofils vorgegangen sind.»

Bereits am 29. September habe die IOC-Untersuchungskommission zum Doping im Radsport vom Bundeskriminalamt Akten, vor allem zum Fall Jan Ullrich, erhalten, teilte der IOC-Chef weiter mit. Diese «über 2000 Seiten Dokumente», sagte Rogge, wurden dem deutschen Sportrechts-Anwalt Dirk-Reiner Martens zur Sichtung und Übersetzung übergeben. «Ich habe das BKA-Material durchgesehen und meine Stellungnahme dazu an das IOC weitergeleitet. Meine Beurteilung liegt dem IOC vor», sagte der Münchner Sportrechts-Experte der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Spätestens vor der IOC-Vollversammlung Anfang Februar vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver will die Disziplinarkommission die übersetzten BKA-Akten studieren. Die Beweislage im Fall Ullrich schätzte Rogge allerdings eher verhalten ein: «Ein erstes Querlesen unserer Leute, die gut genug Deutsch sprechen, ergab, dass wir noch keine Spuren wirklich harter belastender Beweise haben finden können. Aber wir bleiben da dran. Man braucht Beweise, um jemanden zu verurteilen.» Bei Ullrich sei es «ein wenig wie im Fall von Lance Armstrong. Wir verfügen hier über kein Dokument des unumstößlichen Beweises von Doping.»

Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte ermittelt, dass sich Ullrich von 2003 bis 2006 insgesamt 24 Mal in Madrid zu Behandlungen beim mutmaßlichen spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes aufgehalten hat. Allein zwischen Februar 2005 und Mai 2006 soll der Sieger der Tour de France von 1997, seit zwei Jahren nicht mehr aktiv, achtmal heimlich nach Madrid geflogen sein. Die illegalen Treffen soll der ehemalige Teamchef und Ullrich-Intimus Rudy Pevenage organisiert haben.

dpa-infocom



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