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Plötzliches Sterben

Der Tod des Bodybuilders Andreas Münzer ist ein gutes Beispiel für abschreckende Dopingprävention: Münzer, der nur 31 wurde, galt als auffällige Erscheinung unter den Bodybuildern; vor allem, weil sein Körper eine ungewöhnlich hohe Vaskularität (geringer Wasseranteil, stark sichtbare Venen) und einen extrem niedrigen Fettanteil hatte.

Als Münzer am 13. März 1996 in eine Münchner Klinik eingeliefert wird, kämpft er um sein Leben. Gerade ist der als Saubermann geltende Athlet von einer Wettkampfreise aus den USA zurückgekehrt, seine Muskeln sind prall, sein Körper ist am Ende. Er stirbt nach einer Notoperation, Diagnose: multiples Organversagen, tischtennisballgroße Leber-tumore, Vergiftung, zerstörter Elektrolythaushalt.

Bis heute steht Münzers angeblicher Dopingplan im Zentrum von Spekulationen, was ein menschlicher Organismus zu verkraften imstande ist. Von bis zu sechs Injektionen und 120 Tabletten täglich ist die Rede.

Dass Münzers Sterben - wie das der Mainzer Siebenkämpferin Birgit Dressel - auf Doping zurückgeführt werden kann, lag wohl da-ran, dass sie in Kliniken notfallmedizinisch behandelt wurden und verstarben. Bei vielen anderen Toten kann nur spekuliert werden. Nach dem Herztod des 48 Jahre alten Mainzer Hammerwerfers und Olympiadritten (von 1964) Uwe Beyer 1993 während eines Tennisspiels im Türkei-Urlaub wurde über die Spätfolgen von Anabolika-Einsatz während seiner aktiven Laufbahn gegrübelt.

Fünf Jahre nach Beyer starb der 38 Jahre alte, aus Wiesbaden stammende Kugelstoßer Ralf Reichenbach ebenfalls plötzlich am Herztod. Hatte das von ihm gestandene Anabolikadoping für eine abnormale Vergrößerung des Herzens gesorgt?

Eine Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die jüngere Sportgeschichte: Löst Doping plötzlichen Tod aus? Florence Griffith-Joyner, Weltrekordlerin im 100- und 200-Meter-Lauf, starb im Herbst 1998 plötzlich mit 38 Jahren unter nie geklärten Umständen, zwei Jahre zuvor hatte sie bereits einen Schlaganfall erlitten.

Der Kameruner Nationalfußballer Marc-Vivien Foe (28) brach 2003 im Halbfinale des Confederations Cup zusammen und starb kurz darauf, vor zwei Jahren kollabierte der spanische Erstligaprofi Antonio Puerta (22) vom FC Sevilla auf dem Platz und erlag in einer Klinik einem Organversagen. Anfang 2009 starb der deutsche Mittelstreckenläufer Rene Herms am plötzlichen Herztod (26), Radler Fabrice Salanson wachte 2003 bei der Deutschland-Tour in seinem Hotelzimmer nicht mehr auf.

Bei Herms und Salanson wurde kein Dopingeinsatz nachgewiesen, aber auszuschließen ist es nicht. Dass Doping die ehemaligen Radstars Marco Pantani und Frank Vandenbroucke in den Freitod getrieben hat, wird heftig diskutiert. Seit 2003 sind allein rund 30 Radprofis mysteriöse, plötzliche Herztode gestorben. Volker Boch

RZO

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