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Bühne

Vorhang auf für das Theaterjahr 2010

Die aktuelle Spielzeit an den Schauspielhäusern geht in die zweite Runde. Wer inszeniert wo, wohin lohnt sich eine Reise? - Mit Spannung werden die nächsten Premieren der wichtigsten Sprechbühnen im deutschsprachigen Raum erwartet.

Seit Saisonbeginn im Herbst haben sieben neue Intendanten auf den Chefposten in Hamburg, Berlin, Hannover, Dresden, Frankfurt, Zürich und Wien Platz genommen. Mit neuen Leitungsteams und Ensembles haben sie die Kulturszene ihrer Städte neu aufgemischt. Andere setzten auf altbewährte Rezepte und Regisseure - nur an anderen Stellen.

Der neue Intendant des Hamburger Thalia Theaters, Joachim Lux, beginnt das Jahr mit einem neuen Theaterfestival: Statt der Autorentheatertage, die sein Vorgänger Ulrich Khuon mit ans Deutsche Theater Berlin genommen hat, gibt es erstmals Lessingtage (24. Januar bis zum 7. Februar). Eröffnet wird das Festival, zu dem nationale und internationale Gastspiele erwartet werden, von Schriftsteller Ilija Trojanow ("Der Weltensammler"). Der neue Hausregisseur Luk Perceval inszeniert nach "The truth about the Kennedys" im Herbst "Kinder der Sonne" von Maxim Gorki. Am 18. März feiert "Punk Rock", das neue Stück des britischen Erfolgsautors Simon Stephens, Premiere.

Am Deutschen Theater Berlin wird mit Spannung die Uraufführung von Dea Lohers neuem Stück "Diebe" in der Regie von Andreas Kriegenburg (15. Januar) erwartet, Stephan Kimmig setzt mit Schillers "Kabale und Liebe" ebenfalls auf die große Liebe (5. Februar). Dimiter Gotscheff inszeniert Tschechows "Krankenzimmer Nr. 6" (26. Februar), Michael Thalheimer bringt im März Hebbels "Die Nibelungen" auf die Bühne. An der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz inszeniert Intendant Frank Castorf "Die Soldaten" von Jakob Michael Reinhold Lenz (25. Februar), an der Schaubühne bringt Thomas Ostermeier "Dämonen" von Lars Norén auf die Bühne (2. März). "Kräftige und gut aussehende Männer" suchte das Berliner Ensemble für die Sophokles-Inszenierung "Ödipus auf Kolonos" in der Regie von Altmeister Peter Stein. In der Titelrolle wird Klaus Maria Brandauer zu sehen sein (25. August).

Der Intendant des Berliner Ensembles , Claus Peymann, geht unterdessen fremd. Er wird an seiner früheren Wirkungsstätte, dem Wiener Burgtheater, in der nächsten Saison William Shakespeares "Richard II." (9. Januar) und zum Jahresende Peter Handkes neues Stück "Immer noch Sturm - Storm Still" inszenieren. Ebenfalls von Handke stammt die Nachdichtung von Euripides "Helena" (Regie: Luc Bondy, Premiere im Juni).

Mit der Uraufführung von "Bonnie und Clyde" (11. Februar) setzen die Münchner Kammerspiele den Trend fort, Filmstoffe auf die Bühne zu bringen. Am 16. Januar feiert "Endstation Sehnsucht" von Tennessee Williams in der Regie von Sebastian Nübling Premiere.

Das Schauspiel Frankfurt, wo der neue Intendant Oliver Reese bereits in den ersten drei Monaten eine neue Theatereuphorie entfachte, bringt zum 50-Jahr-Jubiläum der Beatles das legendäre "Weiße Album" auf die Bühne. Roland Schimmelpfennig hat die Songtexte ins Deutsche übertragen (6. Februar). Stephan Kimmig inszeniert Frank Wedekinds "Lulu" (26. März). Weiterer Höhepunkt ist die Uraufführung von "Das blaue blaue Meer" aus der Feder eines der neuen Hausautoren, des erst 28-jährigen Nis-Momme Stockmann.

Das Schauspiel Köln begeht die letzte Spielzeit im alten Haus. Vor dem Abriss feiert dort aber noch die Uraufführung "Wozuwozuwozu" nach Heinrich Bölls Roman "Billard um halb zehn" Premiere (16. April, Regie: Anna Viebrock). Am 30. Juni ruft das britische Performance-Kollektiv Gob Squad die Revolution aus. "Revolution now!" ist eine Koproduktion mit der Berliner Volksbühne.

Am Staatstheater Mainz setzt Falk Richter "Krieg der Bilder" in Szene (Uraufführung am 22. Januar). André Rössler bringt das Karl-May-Projekt "Durch die Wüste" auf die Bühne (5. März). Zeitgleich findet ein Symposium zum Thema "Der Orient zwischen Klischees und Wirklichkeit" statt. Am 23. April behauptet Helmut Köpping mit seinem Krisenprojekt "Frau Merkel geht in Therapie" (Arbeitstitel). "Die Abschaffung der Arten" nach dem Roman von Dietmar Dath wird am 30. April uraufgeführt.

Ein Highlight im Schauspielhaus Stuttgart ist "Der Kirschgarten" von Anton Tschechow in der Regie von Michael Thalheimer. Der Stuttgarter Intendant Hasko Weber bringt am 20. März "Hauptsache Arbeit!" von Sybille Berg auf die Bühne. Am 25. Juni steht die Inszenierung "Tanz auf dem Vulkan" von und mit Harald Schmidt auf dem Programm.

Die neue Intendantin des Schauspielhauses Zürich, Barbara Frey, setzt auf einen Mix aus klassischen und neuen Stücken. Zu den Highlights dürfte eine neue Arbeit des Schweizer Dramatikers Lukas Bärfuss gehören, das der österreichische Theater- und Opernregisseur Martin Kusej im Mai auf die Bühne bringen will. Zudem wird die Berliner Choreografin und Tänzerin Sasha Waltz im Juni eine neue Arbeit erstmals in Zürich zeigen.

RZO