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Die Luft wird dünn: Ackermann kämpft um Olympia

Val di Fiemme Ronny Ackermann wirkt ratlos. Der Thüringer befindet sich in einer Situation, wie er sie in den 15 Jahren seiner Karriere als Weltklasse-Kombinierer noch nicht erlebt hat. Dem viermaligen Weltmeister will ausgerechnet im Olympia-Jahr nichts gelingen.

Knapp fünf Wochen vor Beginn der Spiele hat Ackermann noch nicht einmal eine halbe Qualifikations-Norm geschafft. «Die Luft wird langsam dünn», sagt der Dermbacher.

Krankheiten, Verletzungen und sein unbändiger Ehrgeiz waren im bisherigen Saisonverlauf Ackermanns Gegner. «Im Bemühen, Trainingsausfälle wettzumachen, hat er überzogen. Aber er ist kein Jungspund mehr. Nach all den Jahren der Höchstleistungen verkraftet der Körper Überbelastungen nicht mehr so einfach. Die Folge ist, dass er seine Spritzigkeit verliert. Und dann kommt er in eine Abwärtsspirale. Keine Leistungen, kein Selbstbewusstsein, Verkrampftheit», beschreibt Bundestrainer Hermann Weinbuch das, was mit seinem Vorzeige-Athleten in den vergangenen Monaten passiert ist.

Ackermann hat ein technisches Problem beim Springen, der Anstellwinkel der Ski ist nicht so, wie er sein müsste. Am Ende fehlen ihm nur ein paar Meter, aber das wirkt sich gerade jetzt negativ aus. Denn bislang konnte er ein Manko im Springen durch seine Laufleistung ausgleichen. Doch die fehlende Frische und Spritzigkeit lässt es nicht zu. «Dabei bin ich gar nicht so schlecht. Aber es gelingt mir nicht, beide Teildisziplinen in einem Wettkampf einmal konstant gut zu zeigen. Ein Manko habe ich immer», sagt der 32-Jährige Familienvater und wünscht sich schnellstens ein Erfolgserlebnis. Deshalb lief er auch die beiden Wettbewerbe in Val di Fiemme zu Ende, allerdings mit Platzierungen jenseits der Top-30.

«Ich brauche noch zwei , drei Wettkämpfe, um wieder fit zu sein», bemerkt Ackermann. Mehr hat er bis zur Olympia-Nominierung auch nicht. Im französischen Chaux-Neuve und in Schonach muss er zumindest eine olympia-reife Leistung anbieten. «Touristen nehmen wir nicht mit», hat DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller bereits deutlich gemacht, dass es auch für große Namen keine Ausnahmen gibt. Das ist Ackermann bewusst: «Mit den derzeitigen Leistungen tue ich mir und dem Team keinen Gefallen.» Ob er bei einem Scheitern seine überaus erfolgreiche Karriere beendet, will er jetzt noch nicht sagen.

Und so setzt er alle Hoffnungen in die nächste Woche. «Die Laufstrecke müsste mir entgegenkommen, da kann ich vielleicht mit einer Gruppe mitgehen», sagt er. Das hofft auch Weinbuch: «Wenn er mal einen guten Sprung hat und sich vorn anhängen kann, ist ein Platz unter den besten 15 möglich. Schaffen muss er das aber allein.» Von Gerald Fritsche, dpa

dpa-infocom


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