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 Magazin-Brennpunkt 

Casino-Design und urbaner Look: Neue Freestyle-Ski

München Im Funpark darf die Stadt nicht fehlen.

Das scheinen zumindest die Designer der neuen Freestyle-Skimodelle zu glauben - und setzen daher auf urbanen Look.

Auf der Wintersportmesse Ispo in München zeigten sie aber auch Würfel, Spielkarten und Frauen. Wem all das zu doof ist, der kann einfach ins Internet gehen und sich dort sein individuelles Modell designen.

Jon Olsson fährt für Head - und das ziemlich erfolgreich. Dass Profi-Fahrer Ski für ihre Sponsoren gestalten oder eigene Linien bekommen, ist nicht neu. Dass sie dabei so persönlich werden, aber sehr wohl: Den neuen «J.O. Pro» von Head ziert Jons Freundin. So hat er sie auf der Tour ständig im Blick. Nicht ganz so privat, dafür aber freizügiger geht Movement aus der Schweiz mit dem Thema Frau um. Der neue Park&Pipe-Ski «El Loco» zeigt auf seinem Top-Sheet barocke weibliche Rundungen.

Damit der «El Loco» die Sprünge gut übersteht, ist er mit dem CTS ASA-System ausgestattet. Im Mittelstück wurde er mit Titanal verstärkt, das soll Erschütterungen schlucken. Auch der «Signature» verfügt über dieses System, daneben hat er aber auch das sogenannte CTS Powerrail eingebaut - zwei Streifen Hartholz an den Kanten, die einen besseren Kantengrip erlauben sollen.

Roulette-Chips und Pokerkarten haben erstmal nichts mit Skifahren zu tun. Vielleicht ließen sich die Designer aber vom Pokerboom der vergangenen Jahre inspirieren, als sie ihre neuen Modelle entwarfen. «Wir sind mit dem Casino-Thema nicht die einzigen», hat Miriam Becker von Dynastar richtig erkannt. Den «Black Jack 80» von Head zum Beispiel zieren Spielkarten, Würfel und eine Billardkugel. Beim «6th Sense Superpipe» von Dynastar sind es Roulette-Chips.

Beim Twintip soll eine sogenannte Spring Blade für ein besseres Sprungverhalten sorgen. Die Energie werde gespeichert und beim Sprung explosionsartig freigegeben, sagt Becker. Und damit der Ski hohe Sprünge überlebt, sind seine Kanten verstärkt.

Auf Extra-Stabilität setzt auch der Hersteller Salomon, der sich beim «Dumont» von Superpipe-Fahrer Simon Dumont inspirieren ließ - technisch wie optisch. Die schwarz-roten Ski ziert ein Skelett. Damit sie die Extrem-Sprünge aushalten, ist zwischen den Kanten überkreuzend ein Faserstrang aufgebracht - Salomon nennt das Double-Edge-Armour-Technologie.

Der «Thread» ist das Modell für den Großstadt-Fahrer, der auch in den Bergen noch Häuser, Zäune, Stacheldraht und Graffiti sehen will. Denn genau diese Motive zieren den in dunklem Grau-Schwarz gehaltenen Ski. Und auch der «Ledge» von Völkl setzt auf Urbanität - oder besser: Mobilität. Sein Topsheet zeigt Straßen, Autos inklusive. Der «Wall» wiederum soll zwar laut Völkl so robust wie Beton sein. Seine Graffiti-Optik mit Rot, Weiß und Gelb ist aber recht fröhlich.

Damit die Ski jede Bewegung in der Luft mitmachen, aber auch die Landung überstehen, baut Völkl sie mit einem Multi Layer Wood Core. Schaufel und Tail sind aus leichter Pappel, der Mittelbereich aus harter Buche. Sie soll laut Völkl garantieren, dass die Bindung bei waghalsigen Sprüngen nicht herausreißt.

Auf Komfort setzt K2 mit dem System Schizo-Frantic - dahinter verbergen sich sogenannte Inserts, auf denen die Bindung fixiert wird. Bohren gehört damit laut K2 der Vergangenheit an. Mit dem System soll sich die Bindung leichter auf dem Ski verstellen lassen - je nach Einsatz und Schneeverhältnissen. Das Design ist eher retro. Die Park&Pipe-Modelle wie den «Silencer» oder den «Ext» ziert schlicht das K2-Logo, während es beim «Disorderly» mit Totenköpfen und Neontönen optisch kracht.

Als Hardcore bezeichnet Rossignol das Design seines «S3». Er ist in schwarz-weiß gehalten, die Grafik ähnelt einem Comic, der Namenszug wirkt wie eingekratzt - noch. Denn Rossignol hat sich echte Kunst zum Ziel gesetzt. Die Serie «Seven Artistic Sins», zu der auch der «S3» gehört, umfasst sieben Ski von sieben Künstlern, erläutert Sprecherin Dominique Oliv. Jedes Modell ist ein Jahr lang im Programm, dann darf sich ein anderer Künstler daran austoben.

Wer mit Frauenkörpern, Stadtansichten oder Würfeln nichts anfangen kann, ist bei Kaorigin Design aus Frankreich richtig. Dort sucht man sich zuerst einen Marken-Ski ohne Topsheet aus, dann das Design. Unter «kaorigin.com» stehen rund 150 Entwürfe von zehn Künstlern zur Wahl, erklärt Sören Petersen von dem Anbieter. Wem das noch nicht reicht, der darf selbst kreativ werden und sein Meisterwerk für den ganz individuellen Ski einschicken.

Den eigenen individuellen Ski kreieren: www.kaorigin.com Von Carina Frey, dpa

dpa-infocom