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Erste Rotstiftrunde des Jahres im Lebensmittelhandel

Köln - Die Lebensmittel-Discounter haben die erste Preissenkungsrunde des Jahres eingeläutet - ungeachtet der Kritik aus Landwirtschaft, Industrie und Politik.

Mehrere Ketten setzten bei einer Reihe von Produkten wie Frühstücks-Cerealien, Pflanzenölen und Erdnuss-Snacks den Rotstift an. So kündigte Penny dauerhafte Preissenkungen bei fast 40 Artikeln an. Aldi warb in ganzseitigen Zeitungsanzeigen mit Reduzierungen zwischen 5 und 23 Prozent. Auch Norma, Netto-Markendiscount und Plus zogen mit. Im vergangenen Jahr hatte es im Lebensmittelhandel zwölf Preissenkungsrunden gegeben.

Erst am Mittwoch hatten die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner den «ruinösen Preiswettbewerb» scharf kritisiert und gefordert, Lebensmittel nicht länger zu verschleudern. Laut BVE sind die Preissenkungsrunden schuld daran, dass der Umsatz der Branche im vergangenen Jahr um vier Prozent zurückging.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sagte, sie beobachte den harten Wettbewerb zwischen den großen Discountern mit Besorgnis: «Wenn nur noch der Preis entscheidet, geht das irgendwann zulasten der Qualität und damit letztlich zulasten der Verbraucher.»

Die Discounter begründeten die aktuellen Preisreduzierungen mit gesunkenen Rohstoffkosten und neuen Einkaufspreisvorteilen, die an die Kunden weitergegeben würden. «Wir verhalten uns da natürlich branchenkonform», sagte eine Sprecherin von Netto-Markendiscount. Aldi-Süd senkte beispielsweise die Preise von Knabberartikeln und Cerealien um jeweils 10 Cent, ein Sonnenblumenöl wird sogar um 30 Cent billiger. Auch einzelne Molkereiprodukte wie Bio-Mozzarella wurden im Preis gesenkt.

«Die Mechanik ist immer dieselbe», erklärte Discount-Experte Matthias Queck. «Aldi legt vor und bestimmt den Preis, und alle anderen reagieren innerhalb von Stunden oder zumindest Tagen.» Die Branche sei so gut vernetzt, dass die Konkurrenten immer gleich Bescheid wüssten, wenn eine neue Preisoffensive bevorstehe. Er geht davon aus, dass es in diesem Jahr eine Reihe weiterer deutlicher Preissenkungen geben wird. Grund sei vor allem der starke Konkurrenzdruck.

dpa-infocom