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Hauskauf in den USA: Markt und Objekte prüfen

Hamburg Sonne, Strand und Meer: Tausende Deutsche träumen davon, ihren Urlaub oder Ruhestand im eigenen Haus im Ausland zu verbringen.

Spanien ist schon länger beliebt - die USA gelten noch als ausgefallenes Ziel.

Angesichts des niedrigen Dollarkurses und der drastisch gesunkenen Preise scheint ein Immobilienkauf in den Vereinigten Staaten jetzt eine Überlegung wert. Banken und Immobilienexperten sind mit Empfehlungen für Privatanleger jedoch vorsichtig und raten, den Wohnungsmarkt und die Objekte genau zu prüfen.

Der US-Immobilienmarkt ist sehr uneinheitlich. Das gilt sowohl für die Regionen als auch für die einzelnen Objekte. Im Schnitt hätten Eigenheime innerhalb eines Jahres mehr als 15 Prozent ihres Wertes verloren, sagt Volker Arndt von der US-Treuhandgesellschaft für Immobilienfonds in Darmstadt. Arndt beruft sich auf den Case Shiller-Index der Rating-Agentur Standard & Poor's. Der Index erfasst die Hauspreisentwicklung in den 20 größten amerikanischen Städten.

Besonders heftig traf der Preisverfall Las Vegas. Eigenheime büßten bis zu 60 Prozent ihres Wertes ein. «Der Markt war spekulativ überbewertet», erläutert Arndt. Weil die Kasinostadt in der Wüste von Nevada vor der Krise boomte, seien zahlreiche Häuser in der Hoffnung gebaut und gekauft worden, dass sie anschließend zu immer höheren Preise weiter zu veräußern wären. Die Blase platzte. Ähnlich lief es in Phoenix. Die Stadt in Arizona ist wegen ihres trockenen Klimas eine bei Senioren beliebte Residenz. In der Autometropole Detroit sank der Wert von Eigenheimen ebenfalls drastisch.

Anders sieht die Lage in New York aus. Dort erreichte der Case Shiller-Index im August immerhin fast 175 Punkte (2000: 100 Punkte). Innerhalb der Metropole am Hudson River macht nach Einschätzung der Immobilienexperten die Lage den Unterschied. Das exklusive Manhattan und gegenüberliegende Gebiete von New Jersey stehen weiterhin hoch im Kurs. Gekauft werden überwiegend Eigentumswohnungen. Der Kaufpreis beträgt laut Arndt im Schnitt immerhin 2,9 Millionen Dollar (1,9 Millionen Euro) - etwa drei Prozent weniger als 2008. Dafür bekämen Käufer eine große, gut ausgestattete Wohnung mit mindestens drei Schlafzimmern.

Noch teurer wird es bei Neubauten dieser Größe, heißt es bei der Analyse- und Ratingagentur Feri EuroRating Services in Bad Homburg. Fachleute halten Preissteigerungen um bis zu 17 Prozent für möglich. Denn die Nachfrage steigt. Anleger investierten nach der Krise lieber in handfeste Anlagen wie Immobilien, mutmaßt die Agentur. Kleine Appartements im «Big Apple» sind dagegen laut Arndt um die 20 Prozent günstiger als vor einem Jahr. Die Entwicklung lasse sich auch auf andere Metropolen übertragen.

Trotz günstig erscheinender Marktbedingungen sollten Kaufinteressenten sich Zeit nehmen. «Abwarten», empfiehlt Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien in Freiburg. «In den nächsten zwei bis drei Jahren werden die Preise nicht davon galoppieren. Dazu ist die Situation zu unsicher.»

Schöllhorn betont darüber hinaus , der Immobilienkauf sei nicht mit einem dauerhaften Aufenthaltsrecht im Land verbunden. «Daran sollten Ruheständler denken.» Ohne «Green Card» müssen sie regelmäßig ein- und ausreisen. Für Urlaubsdomizile wie Florida spielt dieser Aspekt eine kleinere Rolle. Dort werden vor allem Häuser mit Bootsanleger direkt am Grundstück weiter attraktiv bleiben, urteilt der Experte.

Der US-Markt bietet eine große Auswahl an Häusern. Größter Unterschied zu Deutschland dürfte die Bauweise sein. «Die meisten Häuser sind aus Holz gebaut, Häuser aus Ziegelstein sind recht selten zu finden», erläutert der in den USA lebende Fachbuchautor Kai Blum. Holzhäuser seien zwar flexibel, aber häufig schlecht isoliert. Die Anzahl der «bedrooms» - das sind Schlafzimmer plus Wohnzimmer - beschreibt in den USA die Wohnungsgröße. Eine Klimaanlage ist in der Regel Standard, geheizt wird mit Erdgas oder Strom. Fliegengitter und Sturmfenster gehören je nach Region mit zur Ausstattung.

Ein «Condominium» könnte eine günstigere Option darstellen als ein Eigenheim, erläutert Blum. «In dem Fall sind Teile der Immobilie Gemeinschaftseigentum mehrerer Besitzer.» So tragen alle zu Pflege und Reparatur von Gehwegen, Sportanlagen und Treppenhaus bei.

Die Chancen, eine als Kapitalanlage erworbene Immobilie zu vermieten, sind wegen der Wirtschaftskrise schlechter geworden. Manfred Binsfeld von Feri Research rechnet in diesem Winter mit «einem weiteren Anstieg des Leerstands und einem Rückgang der Mietpreise.» Erst Ende 2010 würden sich die Mieten stabilisieren. Auch Schöllhorn hält den Mietmarkt für «sehr unsicher». Die Suche nach einem neuen Mieter könnte sich wegen der Distanz außerdem sehr aufwendig gestalten.   

Literatur: Kai Blum: Immobilien in den USA. Ratgeber für alle zukünftigen Wohnungseigentümer, Conbook-Verlag, ISBN 978-3934918-36-8, 9,95 Euro. Von Monika Hillemacher, dpa

dpa-infocom


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