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Absatzschuh und Klavierübung: Weniger Lärm zu Hause

Hamburg Scheppern, Knarren, Quietschen: Lärm zerrt an den Nerven - vor allem zu Hause.

Doch in vielen Bereichen lassen sich unerwünschte Geräusche dämpfen - auch den Nachbarn zuliebe.

Helfen können schon kleine Tricks wie die bewährten Tennisballstützen unter dem Lautsprecher. Im Idealfall sollte schon bei der Einrichtung der Wohnung auf Lärmschutz geachtet werden.

«Das Wichtigste ist, den Nachhallwert in den Räumen zu verringern», sagt Ines Wrusch, Innenarchitektin in Hamburg. Ganz gleich, ob in der Küche, im Schlaf- oder im Wohnzimmer: «Wenn man überall nur glatte Flächen einplant, wird der Schall ungebremst hin und her reflektiert.» Jedes mittelmäßig laute Geräusch könne sich dann schnell zum Störfaktor entwickeln. Abhilfe schaffen am besten Textilien. Gardinen an den Fenstern und vor allem Polstermöbel jeder Art schlucken den Schall, speziell in niedrigen Räumen. Wrusch empfiehlt auch schalldämmende Platten aus dem Baumarkt, die man unter der Zimmerdecke befestigen kann.

Im Kinderzimmer, wo es oft laut wird , hilft ein dicker flauschiger Teppich. Die Fensterfront kann mit einem großen Vorhang dekoriert werden. «Der schluckt die Geräusche, und die Kleinen können auch noch Theater spielen», sagt Wrusch. «Aber alles ist besser als eine nackte Betonwand im Kinderzimmer.»

In der Küche lässt sich dezibelstarkes Klappern kaum vermeiden. Doch haben die Hersteller von Küchensystemen in den letzten Jahren deutliche Fortschritte in der Lärmreduktion gemacht. «Früher hat man zum Beispiel Dunstabzugshauben kaum eingeschaltet, weil das so laut war und genervt hat», erinnert sich Frank Hüther von der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) in Mannheim. Das habe sich geändert. So liegen moderne Spülmaschinen heute deutlich unter 50 Dezibeln.» Das entspricht der Lautstärke eines gedämpften Gesprächs.

Auch gleitende Türen an Küchenschränken helfen gegen Lärm. «Wo früher Tellerstapel ständig gegeneinander klapperten, herrscht heute schon allein durch bessere Stauraumnutzung mehr Ruhe», erläutert Hüther. «Und mit den neuen Waschmaschinen lässt sich zunächst einmal Wasser und Energie sparen, doch zusätzlich sind sie auch leiser», sagt Hermann-Josef Wüstefeld, Jurist beim Deutschen Mieterbund (DMB) in Berlin. Falls es trotzdem stark vibriert oder rumpelt, helfe eine dämmende Unterlage aus Gummi.

Beim Kauf neuer Küchen- oder Haushaltsgeräte sollten Verbraucher außerdem auf das Prüfzeichen des «Blauen Engel» achten. «Das Zeichen wird auch für Produkte vergeben, die besonders wenig Lärm erzeugen», erläutert Elke Stöcker-Meier vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium in Düsseldorf.

Bewohner von Altbauwohnungen leiden außerdem häufig unter dem Trittschall der darüberliegenden Wohnung. Denn zu Beginn des letzten Jahrhunderts galten heutige Bauvorschriften noch nicht. Mit Teppichen ist zwar schon viel geholfen. Wer die schönen Holzdielen aber nicht verstecken will, sollte wenigstens nicht mit Absatzschuhen durch die Wohnung laufen.

Auch gegen lästiges Knarren der Dielen kann etwas getan werden. «Das tritt auf, wenn das Holz im Lauf der Jahre ausgetrocknet ist und sich die Nägel gelockert haben. Am besten einen Tischler rufen, der sie mit Schrauben befestigt», rät Wrusch. Wer dann noch Filzgleiter unter seine Stuhlbeine klebt, dürfte den Nachbarn besänftigt haben, rät Wüstefeld.

Die meisten Konflikte lassen sich aber von vornherein vermeiden. «Rücksicht auf andere ist das A und O», sagt Stöcker-Meier. Trotzdem werde oft missachtet, dass man den Altglascontainer im Hinterhof nicht nachts benutzen, Stereoanlagen nicht direkt an die Wand stellen oder abends nicht mehr bohren sollte. Kinderlärm aus Wohnungen sei hingegen im Regelfall zu tolerieren.

Selbst die Waschmaschine darf abends um 22.00 Uhr noch schleudern, ergänzt Wüstefeld. Die meisten Lärm-Klagen gebe es wegen zu lauter Musik - ob nun aus der Anlage oder auch live gespielt. Ein Profi-Trompeter oder Eltern klavierspielender Kinder, die zu Hause täglich üben müssen, sollten deshalb über eine schalldichte Kabine in der Wohnung nachdenken. Schallschutz am Haus Am eigenen Haus kann man eine Reihe von baulichen Maßnahmen treffen, die zur Lärmreduzierung beitragen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg empfiehlt zum Beispiel das Zurücksetzen des Obergeschosses bei Häusern an der Straße, den Bau eines Wintergartens, das Verglasen von Balkonen oder Terrassen sowie Schallschutzfenster und eine schallschluckende Verkleidung. Von Gian-Philip Andreas, dpa

dpa-infocom


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