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CES in Las Vegas: 3D-Fernseher im Trend

Las Vegas/Hamburg Die Technikbranche will mit aller Macht das dreidimensionale Fernsehen etablieren.

Zum Auftakt der Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES, 7. bis 10 Januar) in Las Vegas stellten die großen Hersteller eine ganze Reihe von 3D-Geräten vor.

Mit ihnen soll die bisher vor allem aus Kinos bekannte 3D-Technologie ins Wohnzimmer einziehen. Die Eröffnung des Branchentreffs in der Spielerstadt Las Vegas geriet allerdings zur Enttäuschung: Microsoft-Chef Steve Ballmer stellte zwar wie erwartet einen flachen Tablet-PC vor. Dieser sorgte bei den Zuschauern jedoch für wenig Begeisterung.

Zum Auftakt der Messe stand der Amerikaner liebstes Elektrogerät im Mittelpunkt: der Fernseher. Dreidimensionale Bilder sollen bei den Zuschauern die Lust auf neue Geräte wecken. Filme in 3D wie «Avatar» und «Ice Age: Die Dinosaurier sind los» seien an den Kinokassen große Erfolge gewesen, betonte Jeffrey Katzenberg, Chef des Animationsstudios Dreamworks. «Und nun sind wir in der Lage, dieses Erlebnis auch zu Hause bieten zu können.»

Dreamworks hat dafür mit dem Elektronikkonzern Samsung und dem Filmtechnik-Spezialisten Technicolor eine Allianz geschlossen. Sie vermarkten ein Paket aus Fernseher, Blu-ray-Player und dem 3D-Film «Monsters vs. Aliens». Auch die japanischen TV-Hersteller Sony, Toshiba und Panasonic kündigten 3D-taugliche Geräte für 2010 an.

Für die nötigen Inhalte soll bald gesorgt sein. Im Laufe dieses Jahres würden etliche Film-Titel in 3D auf Blu-ray-Scheiben in den Handel kommen, sagte Yoshi Yamada, Amerika-Chef von Panasonic. Weitere Inhalte will Panasonic in Partnerschaft mit dem amerikanischen TV-Satellitenbetreiber DirecTV beschaffen. Noch in diesem Jahr sollen zumindest in den USA diverse 3D-Kanäle unter anderem von CBS, MTV, Fox Sports und NBC auf Sendung gehen.

Fraglich ist aber, ob die Zuschauer so kurz nach der Anschaffung teurer Flachbild-Fernseher bereit sind, in noch teurere 3D-Geräte zu investieren. Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob attraktive Inhalte zur Verfügung stehen. Beobachter vermuten, dass es noch einige Jahre dauert, bis ein ausreichender Fundus aufgebaut ist.

Während sich die anderen TV-Hersteller bei ihren Präsentationen auf die dritte Dimension fokussierten, setzte Sharp auf eine vierte Farbe. Der japanische Elektronikkonzern präsentierte eine Technologie für LCD-Fernseher, die das Bild nicht - wie bislang üblich - allein aus roten, grünen und blauen Punkten zusammensetzt, sondern auch Gelb verwendet. Damit gewinne die Darstellung deutlich an Sättigung und sehe natürlicher aus, sagte ein Sharp-Manager. Erste Geräte sollen noch im Frühjahr in den Handel kommen.

Microsofts Kompaktcomputer ist ähnlich flach wie ein Buch und wird über den großen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert. Die Hardware liefert Microsoft-Partner Hewlett-Packard, der Software-Riese steuert sein neues Betriebssystem Windows 7 hinzu. «Die Geräte sind perfekt, um zu lesen, im Internet zu surfen und sich unterwegs zu unterhalten», sagte Ballmer.

Mit den demonstrierten Anwendungen sprang Ballmer nach Ansicht von vielen Beobachtern aber zu kurz. Der Microsoft-Chef hatte lediglich vorgeführt, wie man ein E-Book lesen und ein Video abspielen kann. Das Gerät soll in diesem Jahr auf den Markt kommen. Die Konkurrenz ist allerdings groß: Rivale Apple wird vermutlich Ende Januar einen von der Branche mit Spannung erwarteten Tablet-Rechner ankündigen.

Kein gutes Omen für Microsoft: Ballmers Rede begann mit einer Panne. Nach einem Stromausfall im Hilton Hotel mussten sämtliche Demo-Rechner neu gestartet und der Beginn der Veranstaltung um eine halbe Stunde verschoben werden. Ein Groß-Fernseher mit Microsoft-Programmen, den Ballmer bei seinem Auftritt vorführen wollte, wurde bei dem Zwischenfall zerstört.

Weitere Infos zur Messe (engl.): www.cesweb.org

dpa-infocom


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