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Dirk Manthey startet Ernährungsportal

Hamburg Einst mischte er mit seinem Milchstraßenverlag die deutsche Zeitschriftenlandschaft auf, doch mittlerweile ist Print für ihn Vergangenheit: Dirk Manthey (55) setzt voll auf das World Wide Web und startet an diesem nach dem Mediendienst Meedia (im Sommer 2008) sein zweites Internetangebot.

EatSmarter (www.eatsmarter.de) heißt das neue Projekt, bei dem sich alles ums Essen und Kochen dreht. Also noch eine Koch-Website - gibt es nicht schon genügend? Von solchen Zweifeln will Manthey nichts wissen. «EatSmarter ist nicht nur eine Internet-Site, EatSmarter ist vor allem ein von Experten entwickeltes Ernährungskonzept. 70 Prozent aller Krankheiten, wissen Ärzte heute, wären vermeidbar, wenn wir uns alle etwas gesünder ernähren würden.»

Außerdem sei das Portal keine klassische Rezeptesammlung. «Wir bieten ausschließlich leichte und gesunde Gerichte an, die wir in einer Art darstellen, wie man sie aus dem Internet bisher nicht kennen dürfte. Mit leicht nachkochbaren Schritt-für-Schritt-Fotos und kurzen Videotipps von bekannten Köchen.» Dafür stand die Hamburger Starköchin Cornelia Poletto vor der Foto- und Videokamera, sie zeigt etwa wie man Couscous zubereitet oder gebackene Auberginen aushöhlt. Wissenschaftler geben Videotipps zu Gesundheitsfragen, Ratgebertexte erklären den «Heißhunger» oder die «schlimmsten Ernährungsfehler».

Einmal im Monat gibt es ein «Web-Book» zur Ernährung, 100 Seiten zum Herunterladen oder online lesen - alles «total kostenlos», sagt Manthey. «Ich glaube nicht an Paid Content, also Bezahlmodelle im Internet. Wenn man Premium Content anbietet, dann hat man auch die Chance, dass die werbungstreibende Wirtschaft das honoriert.» Bisher habe er etliche große Marken aus dem Lebensmittelsegment als Werbepartner gewinnen können, Anzeigenstart ist im April.

Die Web-Bücher werden auch nicht gedruckt erscheinen. «Die Kochbücher der Zukunft finden online statt», zeigt sich Manthey überzeugt. Mit einer Anwendung (App) für das iPhone von oder auch einem anderen internetfähigen Handy habe man jederzeit und überall unzählige Rezepte quasi in der Hosentasche. «Das ist so einfach, das kann auch meine Mutter benutzen. Aber man kann sich die Rezepte auch ausdrucken und dann zum Nachkochen neben den Herd legen.»

«Ich glaube einfach an das Internet», sagt ausgerechnet der Mann, der mit Zeitschriften wie «Cinema», «Max», «TV Spielfilm» oder «Fit for Fun» in den 80er und 90er Jahren Furore machte. Doch als zu Beginn des neuen Jahrtausends die New-Economy-Blase platzte und eine Werbeflaute die Branche beutelte, traf es auch Mantheys Verlag. Burda stieg ein, Manthey zog sich zurück. Mittlerweile gibt es einige Milchstraßen-Printtitel wie «Max» und «Amica» nicht mehr, «TV Spielfilm» leidet - wie viele Programmzeitschriften - unter Auflagenschwund.

Wichtig ist Manthey, der weiterhin im kalifornischen Malibu und an der Hamburger Alster Anwesen hat, diesmal besonders der Blick ins Ausland. «Neben Werbeerlösen setzen wir auf einen Lizenzverkauf fürs das Ausland, nur so kann sich ein solches ehrgeiziges Projekt refinanzieren.» Immerhin habe er bislang schon drei bis vier Millionen Euro reingesteckt, allein die optisch anspruchsvollen Rezeptfotos haben viel Zeit und Geld gekostet. «Wir haben uns alle wichtigen internationalen Domains wie eatsmarter.com oder eatsmarter.co.uk gesichert. Darin liegt der besondere Reiz für uns, ein Medienprodukt zu machen, dass von Deutschland um die Welt geht.»

Allerdings werde er die internationale Ausweitung des Angebots nicht allein durchziehen, sondern suche internationale Partner. «Ich hatte mal einen großen Verlag mit 500 Angestellten, das ist anstrengend, zu anstrengend. Das Internet bietet vor allem für kleine Einheiten gute Chancen. Der Web-Markt ist sehr dynamisch, da können kleine Companies schneller reagieren.» So arbeiteten zum Start von EatSmarter sieben Leute fest im Team, Meedia habe auch nur eine Handvoll Mitarbeiter.

Mehr ist wohl auch kaum drin, denn mit werbefinanzierten Inhalten im Internet Geld zu verdienen ist schwierig. Obwohl Meedia mittlerweile Marktführer bei den Internet-Mediendiensten ist und mit rund einer Millionen Besuchen (Visits) pro Monat eine ordentliche Reichweite hat, schreibt das Projekt keine schwarzen Zahlen. «Aber wir sind nicht mehr weit davon entfernt», sagt Manthey.

Internet: www.eatsmarter.de; www.meedia.de Von Patrick T. Neumann, dpa

dpa-infocom


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