pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Geld & Recht       » News       » Steuer-Tipps

Steuern: Was sich zum 1. Januar ändert

Berlin Auch das Jahr 2010 bringt den Bürgern wieder eine Reihe gesetzlicher Änderungen - mit Belastungen und Entlastungen. dpa gibt eine Übersicht mit wichtigen Gesetzesänderungen:

Ehegatten-Besteuerung

Die bei Ehegatten wegen hoher Abschläge unbeliebte Steuerklasse V wird entschärft. Von 2010 gilt für Doppelverdiener-Ehepaare ein freiwilliges «Faktorverfahren». Konkret sollen Ehepaare mit unterschiedlich hohem Einkommen nicht nur die Kombination der Steuerklassen III und V wählen, sondern - optional - gemeinsam nach Steuerklasse IV mit Faktor besteuert werden können. Dabei wird der Steuervorteil des Ehegattensplittings bei beiden Eheleuten schon bei der monatlichen Lohnauszahlung und nicht erst später beim Steuerjahresausgleich berücksichtigt. Damit soll sichergestellt werden, dass geringer verdienende Ehegatten nicht mehr so hoch belastet werden wie in der Steuerklasse V.

Krankenkassenbeiträge

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können bis zu bestimmten Grenzen von der Steuer voll abgesetzt werden. Das reduziert das zu versteuernde Einkommen. Arbeitnehmer werden damit um rund 9,5 Milliarden Euro pro Jahr entlastet. Der Steuerbonus fällt für Geringverdiener sogar großzügiger aus als zunächst geplant. So sind Beiträge für die Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- und Berufsunfähigkeits-Versicherung auch künftig absetzbar, sofern die künftigen Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen durch die Kranken- und Pflegekassenbeiträge noch nicht ausgeschöpft sind. Die Höchstgrenzen betragen 1900 Euro (für Arbeitnehmer und Beihilfeberechtigte) und 2800 Euro (für Steuerpflichtige, die ihre Krankenversicherung allein tragen). Darüber hinaus können mindestens die tatsächlich geleisteten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung angesetzt werden.

Grundfreibetrag

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt zum Januar von jährlich 7834 Euro auf 8004 Euro für Alleinstehende. Wer unter diesem Einkommen liegt, muss keine Steuern zahlen. Der erste Steuersatz für Ledige mit 14 Prozent beginnt also bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen ab 8005 Euro.

Tarifkurve

Eine gewisse Steuerentlastung gibt es auch, weil alle Eckwerte in der Tarifkurve nochmals nach rechts verschoben werden. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent etwa greift dann also erst ab 52 882 Euro und nicht - wie zuletzt - bereits ab 52 552 Euro.

Familien

Der jährliche Kinderfreibetrag soll von 6024 auf 7008 Euro angehoben werden. Das monatliche Kindergeld wird um je 20 Euro erhöht - also auf 184 für das erste und zweite Kind, auf 190 Euro für das dritte Kind und auf je 215 Euro für das vierte sowie weitere Kinder.

Mehrwertsteuer

Zum 1. Januar 2010 soll für Übernachtungen im Hotel- und Gaststättengewerbe der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelten.

Unternehmenssteuer

Elemente der Unternehmenssteuerreform von 2008 werden korrigiert. Einige Punkte: Die «Zinsschranke» - der Aufwand für Zinsen bei der Berechnung der Steuerlast - wird gelockert. Sanierungsübernahmen werden erleichtert. Bei der Gewerbesteuer soll der Teil der Aufwendungen für Immobilienmieten gekürzt werden, der bei Ermittlung der Gewerbesteuerlast hinzugerechnet und versteuert werden muss.

Erbschaftsteuer

Geschwister, Nichten und Neffen werden entlastet. Für sie soll es einen neuen Stufentarif von 15 bis 43 Prozent geben. Für Firmenerben wird die Jobauflage zur Steuerbefreiung gelockert. Wie groß ist die Entlastung? Die Steuerzahler werden im neuen Jahr zum Teil deutlich entlastet - durch die Erhöhung des Grundfreibetrags, die verbesserte Absetzbarkeit von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen, auch durch die Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibetrag. Der Bund der Steuerzahler hat an Beispielfällen durchgerechnet, wer wieviel mehr Netto im Portemonnaie behält.

Beispiel 1: Lediger Arbeitnehmer, gesetzlich sozialversichert, ohne Kind und mit 2000 Euro Bruttoverdienst: Die Entlastung im Vergleich zu 2009 liegt bei 22 Euro im Monat und bei 264 Euro im Jahr. Bei 3200 Euro brutto sind es am Ende des Jahres sogar 792 Euro mehr.

Beispiel 2: Ehepaar, beide angestellt und gesetzlich sozialversichert, keine Kinder. Gemeinsamer Verdienst 2800 Euro brutto. Steuerersparnis im Monat 12 Euro, im Jahr 144 Euro. Bei einem Bruttoeinkommen von 4000 Euro hat das Paar netto 408 Euro im Jahr mehr.

Beispiel 3: Bei einem gesetzlich sozialversicherten Ehepaar mit zwei Verdienern und zwei Kindern bleiben bei 2800 Euro gemeinsamen Einkommens 56 Euro monatlich oder 672 Euro im Jahr mehr in der Kasse. Liegt das gemeinsame Einkommen bei 4000 Euro brutto, liegt die Entlastung bei 1092 Euro.

Beispiel 4: Für einen alleinerziehenden, gesetzlich sozialversicherten Arbeitnehmer mit einem Kind und 2000 Euro brutto ergibt sich eine Ersparnis von 42 Euro im Monat. Im Jahr sind es 504 Euro. Liegt das Einkommen bei 3200 Euro brutto, kommen im Jahr 1032 Euro zusammen.

(Quelle: Bund der Steuerzahler; www.steuerzahler.de)

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen