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FSV Mainz 05

Rose will in den Trainerstab wechseln

Mainz Lange hat Marco Rose dagegen angekämpft. Immer wieder hat er versucht, seinen Fußverletzungen zu trotzen, sich wieder an die Stammplätze beim FSV Mainz 05 heranzuarbeiten - doch inzwischen denkt der Routinier ans Karriereende. Für die Zeit danach könnte er sich vorstellen, in den Trainerstab am Bruchweg zu wechseln.

Marco Rose gibt nicht auf. Seit zweieinhalb Jahren plagt sich der Fußballprofi vom FSV Mainz 05 mit einer komplizierten Fußverletzung herum. Der Ausgangspunkt war ein Mittelfußbruch. Seitdem erlebt der 33-Jährige eine ständige seelische Berg- und Talfahrt. Immer wieder hat sich der Linksverteidiger herangekämpft, immer wieder bis knapp zur Konkurrenzfähigkeit im Kader - und immer wieder kam der niederschmetternde Rückschlag.

Im Januar 2010 weiß der Routinier: Die Karriere strebt ihrem Ende entgegen. Im Sommer fällt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Vorhang. Schluss mit dem Leben als aktiver Profifußballer.

Das Winter-Trainingslager vom 1. bis 8. Januar in Andalusien hatte Rose, der bis dahin auch nur Lauf- und Rehatraining absolviert hatte, vorzeitig verlassen müssen. Starke Schmerzen im operierten Fuß. Der Kämpfer ließ sich in der Heimat untersuchen. Der Bruchspalt im Fuß bereitet wieder Probleme. "Da mache ich mir jetzt nichts mehr vor", sagt der zweimalige Mainzer Aufstiegsheld (2004 und 2009). "Kurz vor Weihnachten hatte ich noch mal eine Knieoperation, da sind Blockaden gelöst worden. Jetzt wieder die Sache mit dem Fuß. Und dazu wieder mal keine Vorbereitung. Es wird für mich unheimlich schwer, noch mal an das Niveau der Mannschaft heranzukommen."

Aber Rose wird nicht aufgeben. Zumindest nicht bis zum Sommer. "Ich will wenigstens noch einen vernünftigen Abschluss haben in meiner Karriere." Das Ziel: Noch ein paar Bundesligaeinsätze, vielleicht zum Ende der Rückrunde hin. "Bis dahin werde ich sicher keine große Rolle mehr spielen können, das muss ich ganz realistisch sehen."

Nach zwei Jahren Verletzungskampf signalisiert der Körper offenbar: Es geht nicht mehr wie gewünscht. "Das heißt aber nicht", so Rose, "dass ich bis zum Saisonende in der Reha und im Training nicht noch alles mir mögliche tun werde, um noch den ein oder anderen Kurzeinsatz zu bekommen."

Derzeit steht die Legende bei 119 Zweitligaeinsätzen (3 Tore) und 65 Bundesligaeinsätzen (3 Tore). Von 1997 (im Trikot des VfB Leipzig) bis 2010 im Trikot des FSV Mainz 05. Am Bruchweg würde der gebürtige Leipziger gerne weiterarbeiten. Als Trainer. "Im Jugendbereich sehe ich mich nicht unbedingt. Es zieht mich doch mehr zu einer Männermannschaft, da fühle ich mich zu Hause."

Kotrainer von Peter Neustädter, dem Chef des 05-Regionalligateams, das könnte sich Rose gut vorstellen. Ohne, dass er den anstehenden Gesprächen mit Manager Christian Heidel über die Zukunft vorgreifen wollte. Neustädter arbeitet seit einem halben Jahr ohne echten Assistenten. Tamas Bodog hat sich im Sommer in sein Heimatland Ungarn verabschiedet; der Ex-05-Profi ist einer von zwei Kotrainern beim aktuellen Tabellenführer Videoton FC Szekesfehervar. Seither hat bei den 05-Amateuren Torwarttrainer Felix Altmayer auch Kotrainerfunktionen übernommen. Das könnte Rose eine Chance eröffnen.

Auch Christian Heidel möchte dem Gespräch mit dem ans Karriereende denkenden Profi nicht vorgreifen. "Aber wir haben immer betont, dass wir uns den Menschen Marco Rose sehr, sehr gut in einer Trainerfunktion vorstellen könnten." Natürlich seien dafür gewisse Voraussetzungen zu schaffen, unter anderem müsse Rose, der bislang noch über keinen Trainerschein verfügt, die nötigen Lehrgänge absolvieren. Ein ernsthaftes Hindernis sollte dies jedoch nicht darstellen.

2002 war der linke Verteidiger von Hannover 96 an den Bruchweg gekommen, "und Marco verkörpert sehr stark, was wir uns wünschen", sagt Heidel, "eine hohe Identifikation mit Verein und Stadt. Wir wissen, dass er ein entsprechendes Know-how hat. Und wenn es die Möglichkeit gibt, ihn weiter an Mainz 05 zu binden, wäre ich sehr happy."

Positive Signale kommen auch aus dem Lager der Amateure. "Marco bei uns zu integrieren, ist immer ein Thema", sagt Manfred Lorenz, der Koordinator der U 23. Schon vor der Saison habe es ja Überlegungen gegeben, den 33-Jährigen beim Regionalligateam einzubauen. "Wenn sich jetzt die Gelegenheit bietet, wäre das eine gute Sache", sagt Lorenz.

Rose hatte in seiner Karriere Glück mit den Trainern. Da war der innovative Ralf Rangnick bei Hannover 96. Dann kamen die vielen Jahre in Mainz mit Jürgen Klopp und Zeljko Buvac. Und nun noch der - auch außergewöhnliche Wege gehende und erfolgreiche - Thomas Tuchel.

"Ich glaube, ich habe sehr viel mitnehmen können als Profi, ich hatte wirklich nur sehr gute Trainer", erklärt Rose, dem von allen seinen Übungsleitern eine hohe soziale Kompetenz und Intelligenz zugeschrieben worden ist. Marco Roses Wort galt immer etwas in der Kabine und im Managerbüro. Eine gute Basis für den angestrebten künftigen Beruf. (rr/phe)

RZO


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