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FIA hält an Briatore-Bann fest und will Berufung

Paris Kein Erbarmen für Flavio Briatore: Der Automobil-Weltverband FIA hat die lebenslange Sperre gegen den früheren Formel-1-Teamchef bekräftigt und will Berufung gegen das Urteil der Pariser Richter einlegen.

Diese hatten den unbefristeten Bann gegen den Italiener für unzulässig erklärt. Der neue Verbandschef Jean Todt, der Senat und die FIA-Anwälte hätten diese Entscheidung einstimmig getroffen, hieß es in einer Mitteilung. Der Unfall-Skandal geht damit in die nächste Runde. Beim Nachtrennen in Singapur 2008 soll Briatore einen absichtlichen Crash des Renault- Piloten Nelson Piquet Jr. angeordnet haben. Er war dafür von der FIA ein Jahr später bestraft worden.

Immerhin will die FIA bis zur endgültigen Klärung des Falles Briatores Klienten im Formel-1-Fahrerfeld nun doch wieder die Superlizenz in gewohnter Weise gewähren. Bislang hatte der Verband darauf bestanden, dass Piloten wie der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso und Sebastian Vettels Teamkollege Mark Webber sich von Briatores Managementfirma trennen müssen, ehe sie die Fahrerlaubnis für die neue Saison erhalten. Damit wolle man eine mögliche «Verunsicherung der Fahrer, die von dieser Entscheidung betroffen sind», vermeiden.

Die Warnungen von Briatores Anwalt Philippe Ouakrat verhallten beim Weltverband jedoch ungehört. «Die FIA hat null Chancen mit einer Berufung», meinte Ouakrat in der Vorwoche. Sein Mandant hatte die Vorwürfe in der Singapur-Affäre stets bestritten. Das Tribunal de Grande Instance in Paris hatte Briatores Sperre am vergangenen Dienstag ausgehebelt, weil die Beweislage aus Sicht der Juristen zu dünn war. Auch den Fünf-Jahres-Bann gegen den ehemaligen Renault- Chefingenieur Pat Symonds hatte das Gericht für ungültig erklärt.

Zudem kritisierten die Richter die Rolle des früheren FIA- Präsidenten Max Mosley, der die Verbandsklage gegen Briatore auf den Weg gebracht und dann an der Spitze des Motorsport-Weltrats die Sperre für den PS-Paradiesvogel mitbeschlossen hatte. «Die Sache ist noch nicht vorbei», meinte Mosley daraufhin und empfahl der FIA und seinem Nachfolger Todt die Berufung. «Das Urteil von Paris hat ernsthafte Schwachstellen», befand der studierte Jurist.

Allerdings kündigte die FIA am Montag auch an, im Licht der Entscheidung des Tribunal de Grande Instance über weitere Änderungen seiner Sportgerichtsbarkeit nachzudenken. «Die Arbeit daran ist weit fortgeschritten», schrieb die Dachorganisation. Dennoch zeigte sich der Verband im speziellen Fall Briatore betont unnachgiebig. Die FIA, all ihre Organe und Mitgliedsclubs würden «alles tun, was notwendig ist, um Anstand und Sicherheit des Sports zu bewahren», hieß es.

dpa-infocom


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