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Schumachers Härtetest: Dauerregen und Muskelkater

Jerez Michael Schumacher lässt sich seine ersten Comeback-Kilometer auch von Regengüssen und Muskelkater nicht vermiesen.

«Ein generell positives Gefühl» verspüre er bei den exklusiven Testfahrten in Jerez, beteuerte der Formel-1-Rekordweltmeister.

Niesel und Pfützen erschwerten dem Mercedes-Neuzugang auch den Start seines zweiten Trainingstages im GP2-Rennwagen, ehe er gegen Mittag endlich auf Trockenreifen wechseln konnte. Prompt reihte er ohne Pause Runde um Runde aneinander, wollte keine trockene Minute verschwenden.

«Das war doch schon mal ein großer Fortschritt heute, immerhin konnten wir bestimmt 90 Prozent der Zeit doch im Trockenen fahren», sagte der 41-Jährige am Abend nach Abschluss des zweiten Testtages. Die Tage hier in Jerez würden sich lohnen, «denn selbst wenn ich mal nicht fahren konnte, habe ich doch die Zeit für Gespräche mit Ingenieuren, Abstimmungsarbeiten und gemeinsamer Vorbereitung auf die Saison nutzen können».

Unter besonderer Beobachtung steht auf dem Circuito de Jerez vor allem der Nacken des Superstars. «Es gibt immer noch so kleine Muskelkater-Ansätze, die man danach hat, aber das ist völlig normal», erklärte Schumacher. Mithilfe einer Spezialmaschine trainiert er längst wieder für die enormen Belastungen in der Formel 1. Die dreitägigen Probefahrten in Südspanien sollen weiteren Aufschluss darüber geben, ob die schwere Verletzung nach einem Motorrad-Unfall im vergangenen Februar wirklich völlig ausgeheilt ist. Noch im vergangenen August war ein Nothilfe-Einsatz bei Ferrari an seinem zu schwer lädierten Nacken gescheitert.

Endgültige Gewissheit über seine Fitness erwartet aber auch der siebenmalige Champion erst nach seinem Test-Debüt im neuen Formel-1-Auto von Mercedes Anfang Februar in Valencia. «Es wird eine Eingewöhnungsphase geben müssen», meinte Schumacher. Der Rennwagen des GP2-Teams Super Nova, den er in Jerez fährt, kann die Belastungen eines Grand Prix nur in Ansätzen simulieren.

«Trotzdem bringt es mir viel , hier zu sein, denn auch wenn man in punkto Fliehkräfte nicht an die Formel 1 herankommt, kann man doch die Kommunikation mit den Ingenieuren und die Sensibilität im Grenzbereich trainieren», sagte Schumacher. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug reagierte erfreut auf den Arbeitseifer des Neuzugangs. «Michael hat Lust an dem, was er tut - aber das ist ja nicht neu. Er geht die Themen akribisch an, und der Jerez GP2-Test ist Teil seiner präzisen Vorbereitung nach so langer Abstinenz», sagte Haug.

Sein künftiger Teamchef Ross Brawn, unter dessen Regie Schumacher alle seine Titel gewann, heizte die Vorfreude seines Schützlings mit dem Versprechen eines WM-reifen Dienstwagens an. «Ich weiß, dass wir ein schnelleres Auto als im Vorjahr haben werden», sagte der Brite dem Fachmagazin «Autosport». Drohgebärden vernahm Schumacher dagegen von seinem früheren Arbeitgeber Ferrari, den er nach 14 Jahren für Mercedes verlassen hatte. «Wir wollen auch ihm beweisen, dass wir die Stärkeren sind», sagte Teamchef Stefano Domenicali am Rande der Ferrari-Medientage in Madonna di Campiglio.

Der Rekord-Weltmeister aber pflegt in Jerez längst seine neue Partnerschaft. Die Übungsfahrten sollen auch das Zusammenspiel mit seinen beiden Mercedes-Ingenieuren Andrew Shovlin und Peter Bonnington stärken. «Wie reagiere ich auf verschiedene Veränderungen, wie kommuniziere ich, wie stelle ich gewisse Probleme dar - da können sich meine Jungs jetzt schon ein gewisses Bild machen», beschrieb Schumacher die Routine-Arbeit auf der Rennstrecke.

Nach mehr als drei Jahren Formel-1-Pause holt sich der 91-malige Grand-Prix-Sieger Meter um Meter das Gespür für seinen Sport zurück. «Ich kann die generellen Parameter und Gefühlsbarometer wieder ein bisschen aktivieren und gucken: Funktioniert noch alles?», sagte der Deutsche. «Es geht darum, wieder reinzukommen und einen gewissen Trainingseffekt zu erzielen.» Schwer fiel ihm der Schritt zurück ins Cockpit nicht. «Ich habe mich sofort wohl gefühlt.»

dpa-infocom


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