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drei neue texte zum Steuer-TT

Neue Alternative zur Steuerklasse V

Faktorverfahren berücksichtigt Splittingtarif sofort und nicht erst bei der Erklärung

Hohe Abzüge bei der ungünstigen Steuerklasse V treiben vielen Arbeitnehmern seit jeher die Tränen in die Augen. Mithilfe eines neuen Berechnungsmodells soll das in diesem Jahr anders werden.

Haben Ehepaare unterschiedliche Verdienste, so wurde bislang in der Regel Steuerklasse III (meist für das höhere Gehalt) und Steuerklasse V gewählt. Dies führt jedoch oft dazu, dass der Ehegatte mit Steuerklasse V (häufig die Ehefrau) eine hohe Lohnsteuer-Belastung hat und somit mehr als ein Alleinstehender zahlen muss. Auch wenn der Nachteil bei der Steuererklärung korrigiert wird, verringert dies die Attraktivität der beruflichen Tätigkeit oder des Wiedereinstiegs erheblich. Deshalb wird ab 2010 für Doppelverdiener-Ehepaare ein sogenanntes Faktorverfahren eingeführt.

Dabei müssen dem Finanzamt zu Beginn des Jahres die geschätzten Jahresgehälter beider Ehegatten mitgeteilt werden. Das Finanzamt ermittelt daraus einen Faktor, der die steuermindernde Wirkung des Splittingverfahrens bereits beim Lohnsteuerabzug bei beiden nach der Steuerklasse IV berücksichtigt. Der Faktor bewirkt somit, dass bereits im laufenden Jahr die Lohnsteuer nach der voraussichtlichen Steuerschuld der Ehegatten erhoben wird. So wird einerseits der bisherige hohe Lohnsteuereinbehalt bei dem Ehegatten mit Steuerklasse V abgemildert. Auf der anderen Seite soll der Partner mit der günstigen Steuerklasse III den Unterschied nicht allzu sehr spüren.

Beispiel: Derzeit müssen in Steuerklasse V bei einem Monatsgehalt von bis zu 900 Euro Monatslohn 140 Euro Lohnsteuer gezahlt werden. Durch das Faktorverfahren reduziert sich dies auf 0 Euro.

Was zu tun ist: Das Faktorverfahren muss beim Finanzamt beantragt werden. Falls zusätzlich auch ein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden soll, ist das Formular für den Ermäßigungsantrag zu verwenden, das auch den Antrag für das neue Faktorverfahren enthält. Übrigens: Die jährliche Steuerklärung ist natürlich Pflicht.

Das Faktorverfahren hat auch Auswirkungen auf Lohnersatzleistungen, vor allem Arbeitslosengeld und Elterngeld. Die Leistungen bemessen sich nach dem zuletzt erhaltenen Nettolohn - und der kann durch den Faktor steigen. Wie beim Steuerklassenwechsel gilt auch hier: Ehepaare können einmal im Jahr den eingetragenen Faktor ändern lassen, spätestens bis zum 30. November.

Entscheidungshilfe: Zur Ermittlung des Faktors bietet das Finanzministerium unter www.abgabenrechner.de im Internet ein maschinelles Berechnungsprogramm. Dies hilft Ehepaaren bei der Entscheidung, ob für sie das Faktorverfahren infrage kommt oder weiter für sie eine der bisherigen Steuerklassenkombinationen günstiger ist.

Info-Hotline Ihres Finanzamtes: 0180/3757 400 (9 Cent pro Minute aus dem Festnetz)

Ein Beispiel zum Pflegefall in der Familie:

Der Steuerpflichtige hat seinen pflegebedürftigen Vater in seinem Haushalt aufgenommen. Seine Pflegeaufwendungen für einen Pflegedienst betragen nach Abzug der Leistungen aus der Pflegeversicherung 18.000 Euro jährlich. Die Aufwendungen haben sich bei ihm wegen Anrechnung der zumutbaren (Eigen-)Belastung nur zu 14.000 Euro als außergewöhnliche Belastungen ausgewirkt.

Die darüber hinaus gehenden Kosten können im Rahmen der "Haushaltsnahen Dienstleistungen" steuermindernd angerechnet werden (Einkommensteuer ermäßigt sich um 20 Prozent der Aufwendungen, maximal 4.000 Euro jährlich)

Im Beispielfall bedeutet dies:

Aufwendungen: 18.000 € außergewöhnliche Belastungen minus 14.000 € verbleibender Betrag 4.000 € davon 20 % Steuerermäßigung 800 €

Die Steuerermäßigung beträgt 800 Euro. Dieser Betrag wird direkt von der Einkommensteuer abgezogen

Anbei auch die Beispielberechnungen des Bundesfinanzministeriums: Hier der Link zur Internetseite http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Buergerinnen__und__Buerger/Arbeit__und__Steuererklaerung/091221__Rechenbeispiele.html

Und hier als Text:

Mehr Geld, weniger Steuern: Entlastungen 2010 Konkrete Entlastungsbeispiele

Mehr Netto vom Brutto: Ob schon im Januar 2010 beim Lohnsteuerabzug oder bei der Veranlagung Ende des Jahres – dank mehrerer Gesetze werden Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2010 deutlich steuerlich entlastet. Sehen Sie hier anhand beispielhafter Berechnungen, wie sich die Steuerrechtsänderungen auswirken:

Beispiel 1: Alleinstehende Arbeitnehmerin Leonie W. ist 32 Jahre alt und arbeitet als Werbetexterin. Sie hat vor kurzem eine feste Stelle gefunden. Leonie ist alleinstehend und hat noch keine Kinder. Im Jahr verdient sie 40.000 Euro brutto und hat Steuerklasse I/0.

Im Jahr 2009 hat sie 8.145 Euro an Steuern und Solidaritätszuschlag gezahlt. Im Jahr 2010 werden es nur noch 7.276 Euro sein. Ihre Steuerersparnis beträgt somit 868 Euro. Eine hübsche Summe, die Leonie für den nächsten Sommerurlaub gut gebrauchen kann.

Beispiel 2: Alleinstehender Arbeitnehmer Thomas P., 43 Jahre alt, ist von Beruf Eisenbahner. Er hat keine Kinder und ist nicht verheiratet. Thomas P. verdient im Jahr 30.000 Euro brutto und wird nach Steuerklasse I besteuert.

Im Jahr 2009 hat er 4.861 Euro an Steuern und Solidaritätszuschlag gezahlt. Im Jahr 2010 werden es nur noch 4.394 Euro sein. Seine Steuerentlastung beträgt für das Jahr 2010 somit ganze 467 Euro.

Beispiel 3: Alleinerziehende, ein Kind Carina F. arbeitet seit einigen Jahren als Kassiererin in einem Supermarkt. Sie erzieht ihren dreijährigen Sohn Marco alleine. In ihrer Stadt gibt es genug Kindergartenplätze, so dass Marco gut betreut ist, während sie arbeitet. Im Jahr verdient Carina F. 20.000 Euro brutto.

Mit Steuerklasse II/0,5 hat sie im Jahr 2009 1.590 Euro an Lohnsteuer/Soli gezahlt. Im neuen Jahr 2010 verringert sich die Summe auf 1.420 Euro im Jahr, das sind 170 Euro weniger Steuern als bisher.

2009 bekam sie für ihren Sohn Marco außerdem 1.034 Euro Kindergeld einschließlich des einmaligen Kinderbonus. Im Jahr 2010 erhält sie insgesamt 1.104 Euro Kindergeld, also 70 Euro mehr.

Fazit: Die Veränderungen bei Steuern und Kindergeld führen dazu, dass Carina F. 2010 insgesamt 240 Euro mehr im Portemonnaie hat.

Beispiel 4: Verheiratete Ehegatten, beide berufstätig/steuerpflichtig, ein Kind Johanna und Ulrich W. sind beide berufstätig. Ihr Sohn Maximilian steht kurz vor dem Abitur. Während Ulrich als kaufmännischer Angestellter 60% des gemeinsamen Einkommens beisteuert, trägt Johanna als Versicherungsangestellte 40% bei. Deshalb haben sie sich bei einem zu versteuernden Gesamteinkommen von 66.667 Euro für die Steuerklassen III/1 (er) und V/0 (sie) entschieden.

2009 hat Familie W. insgesamt 12.281 Euro an Lohnsteuer/Soli das Finanzamt gezahlt. Im neuen Jahr wird es deutlich weniger. Sie zahlen dann 10.475 Euro pro Jahr. Die Entlastung beträgt 1.806 Euro.

Für Maximilian gibt es auch noch Kindergeld. Zusammen mit dem einmaligen Kinderbonus waren es für das Jahr 2009 2.068 Euro. Ohne den Bonus sind es 2010 dank der Erhöhung des Kindergeldsatzes 2.208 Euro, also 140 Euro mehr.

Fazit: Familie W. wird 2010 um insgesamt 1.946 Euro entlastet. Beispiel 5: Verheiratet, Alleinverdiener, zwei Kinder Lucia ist gerade eineinhalb Jahre alt, Jan ist vier. Ihre Mutter Anja M. ist zuhause und kümmert sich vor allem um die Kleine. Die Familie lebt vom Einkommen des Vaters: Jörg M. ist Elektrotechniker und verdient im Jahr 40.000 Euro brutto.

Mit Steuerklasse III/2 hat Jörg M. im vergangenen Jahr 4.080 Euro an Lohnsteuer/Soli zahlen müssen. 2010 wird die Familie um 250 Euro entlastet, die Jahresteuerbelastung beträgt 3.830 Euro.

Für Lucia und Jan zahlte der Staat ihnen 2009 insgesamt 4.136 Euro Kindergeld, den Kinderbonus aus dem Frühjahr mit eingerechnet. Ohne Bonus, aber mit erhöhtem Kindergeld erhält die Familie 2010 insgesamt 280 Euro mehr, also 4.416 Euro.

Fazit: Die Änderungen führen dazu, dass Familie M. 530 Euro mehr zur Verfügung hat.

RZO