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Günstige Gebrauchtwagen sind rar geworden

Ostfildern Der Abwrackboom im vergangenen Sommer hatte manche Autohändler in Panik versetzt.

Weil alle Welt ihren alten Wagen in die Schrottpresse schickte, werde es, so fürchteten sie, auf dem Gebrauchtmarkt bald keine günstigen Einstiegsautos mehr geben.

Ganz so schlimm ist es dann zwar nicht gekommen. Aber der staatliche Verschrottungsbonus hat das Fahrzeugangebot doch deutlich dezimiert, wie Marktbeobachter heute feststellen. Wer in der Preisklasse bis 5000 Euro einen ganz bestimmten Gebrauchtwagen haben will, muss daher unter Umständen schon etwas länger suchen.

«Das Angebot und die Vielfalt an günstigen Gebrauchten sind eingeschränkter als noch vor einem Jahr», bestätigt Siegfried Trede vom Marktforschungsunternehmen Deutsche Automobil Treuhand (DAT) in Ostfildern bei Stuttgart. Das gelte besonders für die Klein- und Kompaktwagen. Größere Fahrzeuge seien hingegen noch in ausreichender Anzahl bei den Händlern vorhanden. Dies sind laut Trede aber oft auch solche Wagen, die zum Beispiel wegen einer fehlenden Umweltplakette oder wegen des hohen Spritverbrauchs schwieriger zu vermarkten sind.

Allerdings ist das geringe Händler-Angebot nicht allein auf die Auswirkungen der Abwrackprämie zurückzuführen. Denn die Einstiegsfahrzeuge, die jetzt durch die Abwrackprämie vom Markt verschwunden sind, wären auch sonst nie bei den Händlern gelandet, argumentiert Roland Stach, Leiter der Marktredaktion beim Marktbeobachter EurotaxSchwacke in Maintal. Viele Händler hätten alte Gebrauchte zwar in Zahlung genommen, sie aber nicht wieder in Deutschland verkauft - die Risiken wegen der Gewährleistungspflicht seien den Händlern bei solchen in der Regel eher reparaturanfälligen Fahrzeugen zu groß. Ältere Gebrauchtwagen gingen oft ins Ausland, da Exportgeschäfte von der Gewährleistungspflicht ausgenommen sind.

Aus diesem Grund werden ältere «Einstiegsautos» laut Roland Stach in Deutschland ohnehin eher privat gehandelt. «Es lassen sich privat auch bessere Erträge erzielen.» Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass durch die Abwrackprämie eine Vielzahl potenzieller Verkaufsobjekte verschwunden ist: «Im Preissegment unter 2000 Euro findet man auch auf dem Privatmarkt nur schwer noch was.»

«Es gibt aber noch Fahrzeuge» , betont Peter Subotta vom ADAC in München. Da die ersten Anlaufstellen für die Gebrauchtwagensuche - die Internet-Gebrauchtwagenbörsen - inzwischen von gewerblichen Händlern dominiert sind, könne es sich durchaus lohnen, für die Suche nach einem günstigen Gebrauchtfahrzeugangebot von privat in den Kfz-Kleinanzeigenteil der Lokal- oder Regionalzeitung zu gucken.

Roland Stach empfiehlt, regelmäßig den Angebotsbestand zu sichten. «Es fließen auch wieder neue Fahrzeuge in den Markt», sagt der Experte. Und ist das gebrauchte Wunschfahrzeug partout nicht dabei, sollten vielleicht die Suchkriterien verändert werden. Denn gerade bei den größeren Fahrzeugen älteren Baujahrs, die noch vermehrt auf den Höfen der Händler herumstehen, seien die Verkäufer bereit, Preisnachlässe zu gewähren, sagt Siegfried Trede von der DAT. Kaufinteressenten seien hier in einer guten Verhandlungsposition: «Die Händler sind froh über jedes Fahrzeug, das sie verkaufen.»

Gebrauchte Autos: Den Makeln auf die Spur kommen Nachteile günstiger Autos Bevor Gebrauchtwagenkäufer bei einem supergünstigen Einstiegsauto zuschlagen, empfiehlt sich ein kurzer Gegencheck: Wird das Schnäppchen womöglich durch gravierende Nachteile an anderer Stelle erkauft? Oft gehen Händler gerade bei älteren Autos mit hohem Spritverbrauch und schlechtem Abgasverhalten großzügig mit dem Preis herunter. Wer nicht aufpasst, zahlt später durch hohe Spritkosten drauf - und kommt mit dem Wagen womöglich nicht in die Umweltzonen hinein. Immer mehr Städte sperren ihr Stadtgebiet für Fahrzeuge, die nicht die grüne oder zumindest die gelbe Umweltplakette haben. Von Felix Rehwald, dpa

dpa-infocom


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