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Leere auf dem Nummernschild: AU-Plakette verschwindet

Stuttgart Es gibt Rätsel, deren Lösung manchem auch nach 25 Jahren noch verborgen bleibt - selbst wenn die Sache denkbar einfach ist.

Ursache einer seit 1985 verbreiteten Rätselraterei sind die Plaketten auf den Nummernschildern der Autos.

Eine ist rund, eine ist sechseckig , eine muss nach vorn, eine ans Heck. Noch immer fahren Autos auf den Straßen, bei denen es falsch gemacht wurde und die Abgasplakette am Heck und die HU-Plakette vorne prangt. Dieses Problem wird nun ganz einfach gelöst: 2010 verschwindet die Abgasplakette endgültig und schafft Platz auf den Nummernschildern.

Der Abschied der sechseckigen Plakette als Hinweis auf eine bestandene Abgasuntersuchung beginnt am 1. Januar. Ab dann werden keine Klebemarken mehr auf die Nummernschilder kommen. Was allerdings nicht bedeutet, dass die Abgasuntersuchung an sich hinfällig ist: «Künftig dient die runde Plakette für die Hauptuntersuchung am hinteren Kennzeichen auch als Nachweis einer erfolgreichen Abgasuntersuchung», sagt Dekra-Sprecher Norbert Kühnl. Dahinter steckt allerdings kein Geistesblitz deutscher Plaketten-Kleber. Es handelt sich um die Anpassung an eine EU-Regel, die vorsieht, dass es für Technik und Abgas nur eine Prüfung und eine Plakette gibt.

Dahinter verbirgt sich auch die Tatsache, dass die reine Abgasuntersuchung (AU) laut der Sachverständigen-Organisation GTÜ in Stuttgart an Bedeutung verloren hat. Denn vor dem Hintergrund der immer weiter verschärften Abgasgesetze hat sich die Untersuchung weit vom einstigen Schnüffeln in den Abgasen entfernt.

Mit dem Januar 2010 wird daher auch die Bezeichnung geändert: Aus der Abgasuntersuchung wird die «Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems». Und die ist dann ein fester Bestandteil der regelmäßigen Hauptuntersuchung, die Autos absolvieren müssen, um ihre neue Prüf-Plakette zu bekommen.

Zu den Gründen für die Umstellung gehört laut dem Automobilclub AvD in Frankfurt/Main auch, dass in neueren Fahrzeugen überwiegend «On-Board-Diagnosesysteme» (OBD) arbeiten. Deren Aufgabe besteht darin, dass sie das Abgasverhalten des Wagens unentwegt elektronisch im Blick haben. Sie müssen bei der technischen Untersuchung nur noch ausgelesen werden. Grundsätzlich gibt es für neue Autos mit OBD ohnehin schon seit April 2006 die Kombination der Abgasuntersuchung mit der HU. Nun wird die Regel auf alle Kraftfahrzeuge ausgeweitet.

Die Neuregelung bedeutet aber nicht, dass jeder Autofahrer nun mit Schaber und Kratzer zu seinem Wagen eilen kann, um die sechseckige Plakette zu entfernen. Zunächst wird sie nur nicht neu geklebt. An einem 2009 erstmals zugelassen Auto klebt eine grüne Plakette - und die wird auch erst bei der anstehenden Hauptuntersuchung im Jahr 2012 verschwinden. Die rosafarbenen Plaketten stehen wiederum für einen Prüftermin im Jahr 2011, und bis dahin bleiben auch sie kleben.

Verschwinden werden im ersten Jahr der Neuregelung die dunkelbraunen Plaketten: Sie besagen, dass die nächste Prüfung eben 2010 vorzunehmen ist. Wird die Abgasuntersuchung - die dann schon die neue Bezeichnung hat - erfolgreich bestanden, wird diese nicht mehr mit einer neuen AU-Plakette kenntlich gemacht. Es gibt nur noch den runden Aufkleber für die Hauptuntersuchung.

Die veraltete AU-Plakette am Kennzeichen wird dann von den Prüfern entfernt. Mit der Neureglung zeigt sich aber auch, dass selbst in manchem Bürokraten noch ein Ästhet schlummern kann. Man hat sich nämlich auch Gedanken darüber gemacht, was geschieht, wenn eine Plakette entfernt wird: Es könnten ja hässliche Kratzspuren auf der weißen Oberfläche des Kennzeichnens zurückbleiben. Für solche Fälle gibt es sozusagen ein Pflaster: Am Platz der alten AU-Plakette wird auf Wunsch und in der Regel kostenlos eine weiße «Reparaturplakette» zur Verdeckung möglicher Kratzer angebracht.

Mit der Neuregelung geht eine Geschichte zu Ende, die vor dann exakt 25 Jahren begonnen hat: 1985 wurde das eingeführt, was zunächst noch Abgassonderuntersuchung (ASU) genannt wurde. Damit wollte man die schlimmsten Stinkereien aus den Auspuffrohren beseitigen, die bei den einst Kat-losen Autos vor allem durch falsche Motoreinstellungen zustande kamen. Dabei wurden zunächst ausschließlich Benziner kontrolliert. Diesel kamen erst später hinzu. Zur AU wurde die einstige ASU dann am 1. Dezember 1993.

Und wer trotz des Wegfalls der sechseckigen Plakette die Eselsbrücke wissen möchte, mit der die Kennzeichen immer richtig platziert worden wären - sie ist ebenso kurz wie einfach: Die runde gehört über das Runde. Mit anderen Worten: Die runde Prüf-Plakette gehört ans Heck, über das meist runde Auspuffrohr. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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