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Intel knüpft an Boomzeiten an

Santa Clara Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat die Wirtschaftskrise endgültig hinter sich gelassen: Mit einem der besten Quartalsabschlüsse in der Geschichte des Unternehmens weckt Intel Hoffnungen in der Computerbranche.

Im vierten Quartal 2009 verdiente der Konzern unter dem Strich mit knapp 2,3 Milliarden Dollar wieder so viel wie zu seinen Glanzzeiten. Damit hat Intel seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verzehnfacht - vor einem Jahr hatte die Flaute das Ergebnis noch auf 234 Millionen Dollar schrumpfen lassen. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar (rund 7,3 Mrd Euro). «Das ist ein Beweis dafür, dass auf Mikroprozessoren in unserer modernen Welt nicht mehr verzichtet werden kann», sagte Konzernchef Paul Otellini. «Wir kommen aus einer der tiefsten Rezessionen der Geschichte.»

«Die Krise hat nicht das gebracht , was viele befürchtet haben», sagte Hannes Schwaderer, Geschäftsführer von Intel Deutschland, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Der Computer-Markt ist nicht zusammengebrochen.» In Deutschland hätten vor allem private Verbraucher mit ihrer Nachfrage nach Notebooks das schwache Geschäft mit Unternehmenskunden ausgeglichen. Mit den Atom-Chips für die populären Netbooks und andere mobile Geräte erlöste Intel weltweit sechs Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Zudem profitierte der Konzern von der Erholung der in der Krise gefallenen Chippreise.

Doch auch im Geschäft mit Firmenkunden ziehe der Markt deutlich an, , sagte Schwaderer. Zuletzt sprangen bei Intel vor allem die Verkäufe von Chips für große Firmenrechner an, sogenannte Server. Diese werden unter anderem für den Internet-Datenverkehr verwendet. In der Sparte legte der Umsatz um 21 Prozent zu.

Viele Unternehmen investierten verstärkt in neue Hardware und stellten auf Microsofts neues Betriebssystem Windows 7 um. Vor allem stromsparende Technologien seien gefragt. In den kommenden Wochen wolle beispielsweise BMW in Deutschland seine 50 000 PCs und 38 000 Notebooks erneuern, um Intels neue Management-Technologie für die Fernwartung der Rechner nutzen zu können.

Das starke Ergebnis wurde allerdings vor allem auch durch Investitionen in kostengünstige Fertigungsverfahren ermöglicht, wie Otellini sagte. Intel stellt derzeit die Fertigung seiner Prozessoren von der 45- auf die 32-Nanometer-Technologie um. Je kleiner die Fertigungsgrößen, umso kostengünstiger lassen sich immer leistungsfähigere Chips produzieren.

Die Erholung des Geschäfts hatte sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet: Die Autoindustrie als wichtiger Abnehmer von Halbleitern berappelte sich, der tiefe Fall des Maschinenbaus fand ein Ende und die Verkäufe von Computern sprangen an. Die Auswirkungen kämem aber erst 2010 richtig zum Tragen, sagte Schwaderer. Stunden vor der Intel-Bilanzvorlage meldete das Marktforschungsunternehmen Gartner den stärksten Zuwachs im PC-Markt seit sieben Jahren.

Den Umsatz im ersten Quartal sieht Otellini mit 9,3 bis 10,1 Milliarden Dollar deutlich über dem des Vorjahreszeitraums. An das Schlussquartal mit seinem starken Weihnachtsgeschäft können die Zahlen aber traditionell nicht anknüpfen.

Nicht einmal eine teure Einigung mit dem Rivalen AMD konnte Intels Bilanz letztlich trüben. Die beiden Konzerne hatten sich unfairen Wettbewerb und Patentklau vorgeworfen. Intel musste dem viel kleineren Konkurrenten nach jahrelangem Streit 1,25 Milliarden Dollar zahlen. Einsparungen dämpften den Effekt auf den Gewinn.

Die hochgesteckten Erwartungen der Experten übertraf Intel mit seiner Bilanz bei weitem. Nachbörslich stieg der Kurs um gut 2 Prozent. Das kann Signalwirkung haben: Der Branchenprimus gilt wegen seiner Größe als wichtiger Gradmesser für den Halbleiter-Markt. Und weil Chips mittlerweile in immer mehr Geräte des täglichen Lebens eingebaut werden, auch für die Wirtschaft generell.

Über alle Geräteklassen hinweg kommen vier von fünf Prozessoren von Intel. Deshalb gerät das Unternehmen immer wieder mit den Kartellbehörden aneinander. Nachdem Intel eine milliardenschwere Strafe in Europa zahlen musste, ermittelt aktuell die US- Wettbewerbsbehörde FTC. Der Vorwurf lautet, Intel soll seine marktbeherrschende Stellung missbraucht haben, um die Konkurrenz klein zu halten.

dpa-infocom


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