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Wintersport vor Gericht: Zu viel Schnee kein Mangel

München/Frankfurt/Main Sie ist das Gegenstück zum verregneten Strandurlaub: Die grüne Piste im Wintersportgebiet ist ärgerlich und beschäftigt immer wieder auch die Gerichte.

Denn wenn der Gast trotz ausgefallener Skitage den vollen Reisepreis zahlen muss, wird der Fall mitunter bis zur Klärung durch Justitia durchgefochten.

Die Richter urteilen dann meist zuungunsten der Skisportler. Denn die grüne Piste zählt zum «allgemeinen Lebensrisiko» - eine Ausnahme gelte nur, wenn gezielt mit der Schneesicherheit des Urlaubsorts geworben wurde. Das entschieden zum Beispiel übereinstimmend das Amtsgericht München (Aktenzeichen: 161 C 10590/89) und das Landgericht Frankfurt (Aktenzeichen: 2/24 S 480/89).

Mancher beschwert sich dagegen über zu viel Schnee. Denn auch zu viel von oben kann das Befahren der Pisten unmöglich machen. Doch das Amtsgericht Offenburg befand in einem Fall, dass zu starker Schneefall kein Reisemangel ist (Aktenzeichen: 1 C 357/94). Kunden von Reiseveranstaltern haben nur dann eine Chance, nicht auf den Reisekosten sitzen zu bleiben, wenn nachweislich ein Fall von «höherer Gewalt» vorliegt. Dann darf nach Auffassung des Amtsgerichts Herne eine Skireise ohne Stornokosten gekündigt werden (Aktenzeichen: 2 C 175/99) - in dem Fall war die höchste Lawinenstufe (Stufe 5) angekündigt worden.

Die Gefahren im Wintersport liegen auf der Hand. Bei einem Lawinenunfall etwa liegt nach Einschätzung des Oberlandesgerichts München ein Reisemangel vor. Das gelte jedenfalls dann, wenn der Reiseveranstalter in seinem Prospekt das Skigebiet mit schönen Worten, die traumhaften Wintersport verheißen, beworben hat. In diesem Fall hatte dort «sicher, sanfte Anstiege und Genussabfahrten» gestanden (Aktenzeichen: 8 U 2053/01).

Gute Chancen auf Schadenersatz hat ein Kunde auch dann, wenn in Katalogen oder im Internet mit bestimmten Sporteinrichtungen geworben wird, die dann aber fehlen oder nicht funktionieren. So liegt beispielsweise ein Reisemangel vor, wenn die angepriesene Skischule, der Skiverleih oder der Skikindergarten fehlen. Gleiches gilt, so das Amtsgericht Köln, wenn eine vom Reiseveranstalter zugesagte Ermäßigung auf Skipässe oder beim Skiverleih nicht gewährt wird (Aktenzeichen: 135 C 175/04). Dem hat sich das Amtsgericht Münster für den Fall, dass der Skilift ausfällt, jedenfalls dann angeschlossen, wenn er ausdrücklich im Prospekt erwähnt wird (Aktenzeichen: 59 C 2377/03).

Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung haftet der Reiseveranstalter aber auch bei Unfällen. Zwar zählen auch sie zum «allgemeinen Lebensrisiko» - darauf kann sich der Veranstalter aber nicht berufen, wenn er selbst Skireisen anbietet und ausgewählte Touren oder der Skikurs zum Reisevertrag gehören. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs muss der Veranstalter in diesen Fällen dafür sorgen, dass zuverlässige Skilehrer und Bergführer eingesetzt werden (Aktenzeichen: X ZR 226/99). Von Paul Glauben, dpa

dpa-infocom


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