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Körper und Seele erfolgreich vor Stress schützen

Dresden/Berlin Vor der Arbeit die Kinder an der Schule absetzen, im Büro rasch ein wichtiges Meeting vorbereiten, dann einen heiklen Spezialauftrag vom Chef erledigen, und nach der Arbeit steht noch den Wochenendeinkauf auf dem Programm.

So einen Tagesablauf empfinden viele Menschen als stressig - und reagieren mit negativen seelischen und körperlichen Signalen. Sie fühlen sich ausgelaugt und werden irgendwann krank.

«Auf Dauer schädigt Stress» , bestätigt der Psychologe und Mediziner Prof. Joachim Kugler von der Technischen Universität Dresden. Allerdings nimmt jeder Mensch Stress unterschiedlich wahr: «Was für den einen Stress ist, ist für den anderen eine Herausforderung, und der dritte sieht es neutral.» Wie zeitlich eingespannt jemand ist, spielt dabei keine Rolle, ergänzt Prof. Frank Schneider. Stress sei immer ein «ans Limit gehen», sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin.

Wer nicht rechtzeitig gegensteuert, läuft Gefahr, in einen Abwärtsstrudel zu geraten. «Stress ist ein Signal - wie beim Autofahren, wenn das Benzin zur Neige geht und eine gelbe Lampe aufleuchtet», beschreibt Prof. Nossrat Peseschkian das Phänomen. Der Psychotherapeut und Neurologe aus Wiesbaden wertet Stress als Ausdruck einer Konfliktsituation, die ungelöst zu Krankheit führt.

Auf mehreren Ebenen lässt sich Stress feststellen: auf der subjektiven, indem der Betroffene sich gestresst fühlt und darüber Auskunft geben kann. Auf der körperlichen können es psychosomatische Erkrankungen wie Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen, Herzrasen und Asthmaanfälle sein, zählt Kugler auf. Auf der Verhaltensebene drückt sich Stress etwa durch schlechten Schlaf oder den Griff zu Suchtmitteln wie Alkohol aus. Auch wer zu- oder abnimmt, öfters ängstlich ist, schnell aus der Ruhe gerät oder sich immer mehr abkapselt, leidet womöglich unter Stress. «Chronische Stresssymptome ähneln denen einer Depression», fasst Schneider zusammen.

Objektive Auskunft gibt der Hormonstatus: Wie bei jemanden, der zehn Kilometer joggt, steigt der Cortisol-Spiegel im Speichel von Gestressten nachweisbar an. Fußballtrainer vor einem wichtigen Spiel oder Börsenmakler beim Handelsstart würden zwar nie zugeben, dass sie sich gestresst fühlen, sagt Kugler. Aber Studien hätten belegt, dass sie dann mehr Cortisol im Körper haben als sonst.

Diese Veränderung erkläre zum Beispiel die Magenschmerzen, die manche Menschen bei Stress bekommen. «Das Stresshormon Cortisol nimmt den Säureschutz der Magenschleimhaut weg.» Außerdem bringt das Hormon das Immunsystem kurzfristig auf Hochtouren, langfristig aber fährt es die Abwehrkräfte herunter - so dass der Gestresste sich zum Beispiel schneller als sonst einen Schnupfen holt.

Wichtig ist daher, positiven wie negativen Stress stets gut zu bewältigen. Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen sind eine Möglichkeit. «Damit ist es möglich zu lernen, bestimmte Situationen ohne schädlichen Stress zu durchleben», sagt Schneider. Er selbst lege in anstrengenden Momenten zum Beispiel auch mal den Telefonhörer beiseite und sammele sich zwei Minuten, bis er wieder geerdet sei.

«Wenn jemand gelernt hat , seine Energie auf viele Lebensbereiche zu verteilen, kann er sehr gut mit Überraschungen des Lebens umgehen», sagt auch Peseschkian. Er rät, Stressfaktoren grundsätzlich positiv zu deuten: Angst sei ein Zeichen dafür, dass jemand bestimmten Fragen aus dem Weg geht. Aggressivität weise darauf hin, dass Gefühle ausgedrückt werden wollen. Eine depressive Stimmung deute an, dass jemand bislang keine Entscheidung getroffen hat.

Zur Stressbewältigung gehöre, zunächst zu beobachten, was passiert ist. Dann sollte «inventarisiert» werden: Wann, wo und wie ist es zum Stress gekommen? Wie habe ich reagiert? Im dritten Schritt geht es um die Frage: Was habe ich aus dieser Krise gelernt? Wie habe ich sie bewältigt? Und schließlich sollte sich jeder Punkte im Leben suchen, die er immer fest im Blick hat: «Wenn man Ziele hat, kann man Stress besser bewältigen», ist der Experte überzeugt.

Literatur: Nossrat und Nawid Peseschkian, Lebensfreude statt Stress: Persönliche Stressfaktoren erkennen und hinter sich lassen. Anstöße - Übungen - orientalische Weisheiten, Trias, ISBN-13: 978-3-8304-3499-3, 19,95 Euro Top Ten der Stressauslöser Belastungen im Alltag sind nur einer von vielen Stress-Auslösern. An der Spitze der Rangliste steht der Tod des Ehegatten, haben amerikanische Psychologen ermittelt. Dahinter folgen mit Abstand Scheidung, Trennung, Gefängnisstrafe, der Tod eines nahen Verwandten sowie Verletzung oder Krankheit. Noch vor dem Stressfaktor Entlassung am Arbeitsplatz steht die Eheschließung, direkt danach folgt die Wiederversöhnung mit dem Ehegatten und die Pensionierung. Von Nina C. Zimmermann, dpa

dpa-infocom


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