pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Tiere       » News         » Tipps zur Tierhaltung

Pelzig, putzig, zutraulich: Meerschweinchen

Berlin/Gröbenzell Schon die alten Maya hielten sie. Doch Meerschweinchen waren bei dem Urvolk in Lateinamerika keine Haustiere: Sie wurden geopfert und verspeist. Noch heute werden viele der Nager in Teilen Lateinamerikas gegrillt.

Die Exemplare, die hierzulande durch ihre Käfige laufen, sind dagegen Kuschel-Objekte - die keine übermäßigen Ansprüche an ihre Halter stellen. «Meerschweinchen sind niedliche, flauschige Heimtiere, die sehr zutraulich werden können», sagt Anja Ewringmann, Tierärztin in Berlin. «Außerdem sind sie anders als etwa Kaninchen durch ihre vielfältigen Lautäußerungen sehr kommunikativ.» Sie eignen sich am besten für Kinder ab zwölf Jahren - also ab einem Alter, in dem die Kinder die Tiere halbwegs eigenverantwortlich versorgen können.

Es gibt die Nager in vielen Rassen. «Texel-Meerschweinchen etwa haben lange Haare ohne Wirbel, langhaarige Peruaner haben zwei Wirbel und Angora und Rosetten viele Wirbel», erklärt die Autorin Angela Beck aus Gröbenzell bei München. Rex- und Teddy-Meerschweinchen haben gekräuseltes Fell, das Glatthaar kurzes und das Crested-Meerschwein dazu eine Stirnrosette.

Wer sich für die pelzigen Tiere entscheidet, muss nicht nur daran denken, dass sie acht Jahre alt werden können. «Es handelt sich auch um Gruppentiere, die im kargen Grasland eigentlich in Sippen von 20 bis 30 Tieren zusammenleben und deshalb mindestens zu zweit, besser zu dritt oder viert gehalten werden sollten», sagt Angela Beck.

Die Frage, wie viele Männchen und wie viele Weibchen es in einer Gruppe gibt, spielt keine große Rolle. «Es kann passieren, dass es kurzzeitig zu Rangordnungskämpfen kommt, dass sich Männchen gegenseitig beißen oder sich die Weibchen besteigen», sagt Petra Ludwig-Bauer vom Landesverband Nordrhein-Westfalen der Meerschweinchenfreunde Deutschland in Elsdorf. In der Regel kommen die Vierbeiner aber gut miteinander aus. Bei Pärchen sollte zumindest das Männchen kastriert werden.

Unterbringung und Pflege sind nicht sehr aufwendig. Der Käfig sollte aber so groß wie möglich sein. «Was im Zoohandel angeboten wird, reicht oft nicht aus», sagt Ewringmann. «Zwar kann man ein Pärchen auch in einem Käfig mit 140 mal 80 Zentimetern unterbringen, ideal ist aber eine Größe von einem Quadratmeter pro Tier.»

Es empfiehlt sich, den Käfig mit Holzhäusern oder auch Korkröhren auszustatten. An seinem Standort sollte es nicht ziehen und nicht zu warm werden. «Außerdem sollte man ihn statt auf den Boden besser in Augenhöhe stellen - weil noch scheue Tiere eine von oben nach ihnen greifende Hand wie den Angriff eines Feindes empfinden», sagt Beck.

Meerschweinchen brauchen immer Heu und sauberes Wasser. Wichtig ist laut Beck ein Vitamin-C-Präparat im Wasser, dann Meerschweinchen können das Vitamin wie Menschen nicht selbst bilden. «Dazu kommt das Futter, das aus etwas Fertig-Mischung mit pflanzlichen Pellets und getrocknetem Gemüse bestehen sollte.» Leckerbissen sind frisches Obst, Gemüse und Kräuter.

Meerschweinchen wollen beschäftigt werden. «Man sollte sie aber zu nichts zwingen, was sie nicht von sich aus gerne mitmachen», erklärt Beck. «Neben dem Kuscheln sind Freilauf im Zimmer oder in einem Gehege im Garten sehr beliebt.» Der Halter kann sie aber auch an Obstbaum- oder Weidenzweigen knabbern, nach versteckten Leckerbissen suchen, Höhlen erkunden oder Hindernisparcours bewältigen lassen.

Literatur: Angela Beck, Peter Beck: Meerschweinchen: Halten & Pflegen, Verstehen & Beschäftigen, Kosmos, ISBN: 978-3-4401-0388-3, 6,95 Euro. Pflege: Krallen stutzen reicht nicht Regelmäßig den Käfig zu putzen und die Krallen zu stutzen, reicht nicht. Der Halter sollte seine Meerschweinchen auch immer wieder in Augenschein nehmen. «Sie zeigen schließlich erst sehr spät, dass sie krank sind», sagt Anja Ewringmann, Tierärztin aus Berlin. «Das ist generell ein Problem bei sogenannten Fluchttieren, die wegen der Krankheit fürchten, ihren Rang in der Gruppe zu verlieren oder Opfer von Greiftieren zu werden, wenn sie sich nicht zusammenreißen.» Anzeichen für eine Krankheit können sein, dass das Fell ausfällt, das Tier nicht frisst oder dass es nicht mehr am Gruppenleben teilnimmt. Von Aliki Nassoufis, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen