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Komplettschur und Snowgrips: Winterfest zu Pferd

Münster/Frankfurt/Main Der Winter ist für viele Reiter anstrengend.

Ihre Pferde kommen in vielen Ställen nicht auf die Koppel und müssen anderweitig beschäftigt werden.

Viele Besitzer fragen sich Jahr für Jahr: Wie lässt sich Abwechslung in den Pferdealltag bringen? Braucht ein Pferd im Winter einen speziellen Hufbeschlag? Und was will es fressen?

Championatsreiterin Ingrid Klimke aus Münster bringt ihre Einstellung auf den Punkt: «Die Pferde brauchen viel Abwechslung und frische Luft. Das gilt für jede Jahreszeit.» Im Sommer wie im Winter steht bei Klimkes Pferden neben Dressur und Springen etwa auch sogenannte Cavalettiarbeit auf dem Programm: Die Pferde werden über Cavalettis - niedrig liegende Stangen - geritten oder longiert.

Damit den Tieren nicht langweilig wird , gehört im Dressur- und Vielseitigkeitsstall Klimke auch Bodenarbeit dazu. Dabei trainiert der Mensch das Pferd eben vom Boden aus. «Ich mache da nichts Wildes. Wichtig ist, dass sich die Pferde dabei auf mich konzentrieren.» Sie sollen ihr folgen oder auch auf Kommando rückwärtsgehen.

Zu den bekanntesten Ausbildern gehört Peter Pfister aus Eschenburg bei Marburg. Er bringt dem Tier etwa bei, den Kopf herunterzunehmen oder zu ihm zu drehen, wenn er es an bestimmten Stellen berührt. Legt er seine Hand auf den Nasenrücken, geht es rückwärts.

Abwechslung in den Winteralltag bringen auch Ausritte, die aber mit Vorsicht zu genießen sind. «Ich gehe bei Schnee mit meinen Pferden gar nicht raus, es ist zu gefährlich», sagt Klimke. «Bei beschlagenen Pferden empfehlen sich im Winter Hufeisen mit Snowgrips und kleinen Stiften«, so Gerit Matthesen, Tierarzt in Grävenwiesbach bei Frankfurt. Die Stifte verhindern übermäßiges Rutschen, die Grips sorgen dafür, dass sich der Schnee nicht im Huf ansammelt.

Wer sein Pferd im Winter richtig trainieren will, kommt meist ums Scheren nicht herum: Das Fell muss runter - schließlich geht auch keiner im Pelzmantel joggen. Danach muss das Tier eingedeckt werden, also Tag und Nacht eine Decke aufgelegt bekommen. Eine komplette Schur sieht schick aus, die Pferde sind dann aber empfindlich. Eine Alternative ist eine Halbschur: Das Fell bleibt an der Sattellage und am Hintern dran. Am Hals wird es komplett oder zur Hälfte geschoren.

Pferden, die wenig oder überhaupt nicht trainiert werden und daher ungeschoren bleiben, wird es nicht kalt. Auch Regen und Wind macht ihnen wenig bis gar nichts aus. Frieren sie doch einmal, ist das an den aufgestellten Haaren zu erkennen. «Menschen übertragen zu Unrecht ihre eigene Empfindlichkeit auf die Pferde», erklärt Matthesen.

Nicht ratsam ist es seiner Meinung nach, die Pferde möglichst früh im Jahr einzudecken. Einige Reiter vermuten, dass ihrem Tier dadurch weniger Winterfell wächst und sie es nicht scheren müssen. Matthesen verweist das ins Fabelreich. Sinnvoll ist dagegen, das Pferd nach und vor dem Training unters Solarium zu stellen, damit es trocknet und sich die Muskulatur erwärmt.

Warmes Futter brauchen Pferde im Winter nicht. Äpfel und Möhren kann der Halter wegen der Vitamine zufüttern. Die Äpfel sollte er klein schneiden, dass es keine Schlundverstopfung gibt. Und wegen des hohen Nitratgehalts ist er bei den Möhren besser nicht zu großzügig.

Literatur: Christa Arz, Bodenarbeit. Pferdetraining an der Hand, Müller Rüschlikon, ISBN-13: 978-3-2750-1339-5, 24,90 Euro; Oliver Hilberger, Gymnastizierende Arbeit an der Hand, Cadmos, ISBN-13: 978-3-8612-7449-0, 19,90 Euro. Von Sabine Maurer, dpa

dpa-infocom


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