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Zu Besuch bei einer rekordverdächtigen Ponydame

Berlin Die Klinik ist gleich um die Ecke, so etwas ist für Senioren wichtig. Das gilt auch für Ponys wie Madame Nou.

Sie war gerade mit Verstopfungen beim Arzt und ist noch etwas benommen, als sie zurück auf ihre verschneite Weide trottet.

Die befindet sich in in Berlin-Zehlendorf. Madame Nou ist vielleicht 1,10 Meter groß und im Alter ziemlich ergraut. Dafür hat sie anders als ihr aktueller Lebenspartner Max noch Vorderzähne im Maul. Drei ihrer Männer hat sie schon überlebt. 47 Jahre ist die Shetland-Stute gerade geworden, sie ist damit möglicherweise das älteste Pony Deutschlands.

«Man sagt, dass 3000 Kinder auf ihr geritten sind», sagt Pflegerin Gloria, eine ältere Dame, die sich täglich ehrenamtlich um das Pony kümmert. Auf der Wiese kratzen Schülerinnen in der Eiseskälte Pferdeäpfel zusammen, als Hofherrin Glinda Spreen (51) dazukommt und Madame Nous Geschichte erzählt: Sie selbst war noch ein Teenager, als ihre Mutter aus Mitleid das schwarze Kutschen-Pony kaufte und dem Tier aus nicht näher erklärbaren Gründen den extravaganten Namen gab.

Ein Tierarzt bestimmte damals das Alter, was anhand der Zähne in jungen Jahren relativ präzise möglich ist. Dass ein Pferd so lange lebe wie Madame Nou sei «sehr, sehr selten», sagt Teresa Dohms von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung im westfälischen Warendorf. «Wenn Ponys über 25 sind, dann sind sie alt», sagt Professor Christoph Lischer, Leiter der Pferdeklinik der Freien Universität Berlin. Dem Schweizer Experten ist als Patientin noch nie ein so altes Exemplar wie Madame Nou untergekommen. Zum Vergleich: Das Fachblatt «Horse and Hound» vermeldete 2007 den Tod von Sugar Puff, einem 56 Jahre alten englischen Pony, das als Rekordträger im Guinness-Buch steht.

Madame Nou, die als eigenwillig gilt, bekam mit einem Araberhengst sieben Fohlen. Zur Paarung mit dem viel größeren Gefährten stellte sie sich einfach auf eine Anhöhe. Auch wenn andere Artgenossen gefährlich zubeißen können, von Madame Nou ist das nicht überliefert. «Böse war sie nie, sie war immer urlieb», sagt Spreen. 80 Pferde, Ponys und ein Esel leben auf ihrem Reiterhof.

Auf Spreens Hof gibt es sogar einen «Verein für den tierischen Ruhestand», der sich um alte Tiere kümmert, damit sie liebevoll umsorgt ihre letzten Jahre verbringen dürfen und nicht beim Schlachter landen. Madame Nous Gnadenbrot besteht zurzeit aus Suppe, damit sie im Schlund operiert werden kann, was eine komplizierte Sache ist. Aber solange sie noch Lebensfreude hat, soll sie weiter auf der Weide stehen und freundlich vor sich hinschnauben.

Webseite der Reitschule: www.kinderreitschule-berlin.de Von Caroline Bock, dpa

dpa-infocom


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