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Tauwetter um van Gaal - «Hängt alles am Ergebnis»

München Louis van Gaal hat die kurze Winterpause genossen.

Nach den Herbststürmen um seine Person haben der knorrige Coach und der FC Bayern München mehr zueinandergefunden.

Die Titeljagd konnte nach einer Vorbereitung nach seinen Wünschen und der Abspeckung des Kaders mit der besonders forcierten Ausleihe von Störenfried Luca Toni gegen 1899 Hoffenheim ohne lästige Trainer-Diskussion beginnen.

Allerdings weiß der erfahrene Holländer am besten, dass er auch 2010 beim deutschen Fußball-Rekordmeister ein Sklave der Resultate bleibt. «Alles kann noch so schön sein, die Vorbereitung noch so gut - es hängt doch immer am Ergebnis», bemerkte van Gaal selbst vor dem Eröffnungsspiel der Bundesliga-Rückrunde.

Bester Beweis dafür war der Befreiungsschlag am 8. Dezember im Vorrunden-Finale der Champions League gegen Juventus Turin. Das 4:1 bezeichnete auch der 58-Jährige als «Wendepunkt». Es war der wichtigste der sechs Siege in Serie vor der Winterpause. Der ganze Verein atmete auf, Trennungs-Szenarien waren über Nacht vom Tisch. «Gerade die letzten Spiele haben eine Entkrampfung gebracht und bieten uns blendende Voraussetzungen für alle drei Wettbewerbe», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Der Nachfolger von Uli Hoeneß auf dem Manager-Posten gilt als Fürsprecher des Trainers, der intern «nie gewackelt» habe. «Wir haben Louis van Gaal im Sommer verpflichtet. Wenn man dann im Oktober anfängt, darüber nachzudenken, zeugt das nicht gerade von Geduld», sagte Nerlinger. Trotzdem, es krachte und knirschte, ob zwischen van Gaal und Stars wie Toni oder Franck Ribéry, ebenso in Diskussionen mit dem Vorstand. «Es ist schwer, wenn man nicht gut startet, den Rhythmus nicht findet und nicht gut spielt. Aber wenn es eine Trendwende gibt, die Automatismen greifen, die Ergebnisse stimmen, dann löst das die eine oder andere Verkrampfung», sagte Nerlinger.

Im Trainingslager in Dubai habe er beobachten können, dass «das Spieler-Trainer-Verhältnis absolut intakt ist». Die Qualitäten von van Gaal als Fußballlehrer seien ohnehin immer unstrittig gewesen seien, erläuterte Nerlinger: «Was eine Mannschaft nach zwei Wochen merkt, ist, ob einer ein Blinder ist oder ob er Ahnung hat. Die Spieler haben von Anfang an gemerkt, dass er einer ist, der eine Mannschaft aufbauen und entwickeln kann.»

Nationalspieler Philipp Lahm hatte in Dubai einmal mehr den Vergleich mit dem im Vorjahr gefeuerten Jürgen Klinsmann bemüht. «Es ist ein enormer Unterschied, wie wir jetzt spielen, gegenüber dem Vorjahr. Es ist Struktur da, es ist klar, was wir spielen wollen.»

Trotzdem bleibt es spannend - und der Ausgang offen. Besonders die Beziehung zwischen van Gaal und dem auch beim Rückrundenstart wieder fehlenden Top-Star Ribéry birgt Konfliktpotenzial. Starkult mag van Gaal überhaupt nicht, der dafür den Mut hat, Youngster wie Thomas Müller oder Holger Badstuber ins kalte Wasser zu werfen und Millionen-Einkäufe wie Mario Gomez auf die Bank zu verbannen. «Ich schließe keine Kompromisse», bekräftigte der Trainer im «kicker». Er lasse sich aber mit Argumenten überzeugen. «Für den Trainer waren Bundesliga und die Mannschaft Neuland, für uns waren auch viele Dinge neu. Das war ein gewisser Prozess», schilderte Torwart Jörg Butt.

Der Verein hat van Gaal im Winter den Wunsch nach einem kleineren Kader mit der Ausleihe von Toni (AS Rom), Breno und Andreas Ottl (1. FC Nürnberg) sowie dem Verkauf von Alexander Baumjohann (Schalke) erfüllt. «Jeder Spieler hat jetzt eine Perspektive», sagte der Coach. Mit nur noch 24 Akteuren, darunter drei beförderte Nachwuchs-Talente, ist der Kader für drei kräftezehrende Wettbewerbe womöglich nun etwas knapp besetzt. «Das ist immer ein Risiko», räumte van Gaal ein: «Aber Perspektive ist mir wichtiger.» An sich und seinem Erfolg zweifelt der selbstbewusste Trainer ohnehin nicht: «Ich war auch mit Ajax Amsterdam und Barcelona zur Winterpause nicht oben - aber am Ende.» Von Klaus Bergmann, dpa

dpa-infocom

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