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Film

Kinostart für «Soul Kitchen» und Co.

Berlin - Mit dem Remake von «Fame», den guten Botschaften des Albert Schweizer, der Senioren-Komödie «Dinosaurier» und einer Hommage von Regisseur Fatih Akin an Hamburg kommen an Weihnachten Filme ins Kino, die verschiedener nicht sein können.

«Dinosaurier»

Nachdenken und Abschalten kann sie am besten beim Kekse backen. Doch seitdem Lena Brake (Eva-Maria Hagen) im Altenheim lebt, wachsen ihr die Sorgen über den Kopf. Von der Bank ist sie mit einem miesen Trick um Haus und Geld gebracht worden und in ihrem neuen Zuhause fühlt sie sich gar nicht wohl. In Heimnachbar Johann Schneider (Ezard Haußmann) findet Lena einen Komplizen - und ihren zweiten Frühling. In seiner neuen Komödie «Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus!» bietet Regisseur Leander Haußmann alten Schauspiellegenden noch einmal eine Bühne.

Neben Eva-Maria Hagen sind auch Walter Giller und Nadja Tiller - das Paar lebt selbst in einem Hamburger Seniorenheim - oder Ingrid van Bergen als Heimbewohner zu sehen. Jüngere deutsche Schauspieler wie Daniel Brühl oder Benno Fürmann spielen lediglich Nebenrollen. In dem Remake des Films «Lina Braake» (1975) ehrt Haußmann aber vor allem einen: seinen Vater Ezard Haußmann als sympathischen Schwerenöter Johann Schneider.

In «Dinosaurier» spielt Ezard Haußmann den Ex-Bauunternehmer Johann Schneider, der allen eine Demenz vorgaukelt, um wegen zwielichtiger Geschäfte nicht im Gefängnis zu landen. Er verliebt sich in seine neue Heimnachbarin Lena. Gemeinsam mit den übrigen Bewohnern planen sie einen Coup, um Lenas Haus wieder zurückzuerobern - und um alle, die an der Frische ihres Verstandes zweifeln, vom Gegenteil zu überzeugen.

Haußmann bedient mit seinen Figuren oftmals Klischees, fügt ihnen jedoch auch überraschende Facetten hinzu. Hervorzuheben ist Daniel Brühl als schleimiger Banker Tobias Hardmann: Brühl, dem bislang die Rolle des schüchtern-naiven Jungen auf den Leib geschnitten schien, zeigt (ebenso wie die Alten mit blendend weißem Gebiss), dass er auch komisch sein kann.

«Soul Kitchen»

Mit «Soul Kitchen» liefert Starregisseur Fatih Akin aus Hamburg seine erste reine Komödie ab. Es ist eine Hommage an Hamburg, einen «Dirty Heimatfilm». Trotz Lokalkolorit gewann der Streifen nach der Uraufführung beim Filmfestival von Venedig den Spezialpreis der Jury. Weitere Auszeichnungen folgten.

Neben Moritz Bleibtreu agiert ein weiterer Akin-Kumpel in der Hauptrolle: Adam Bousdoukos, griechischer Abstammung und seit Schultagen Akins bester Freund, spielt Zinos, Besitzer der heruntergewirtschafteten Kneipe «Soul Kitchen». In Zinos' Leben jagt eine Katastrophe die nächste: Erst zieht die Freundin nach Shanghai, dann erleidet er einen Bandscheibenvorfall und nach der Einstellung des neuen Kochs (Birol Ünel), der eigentlich Schwung ins Restaurant bringen soll, bleiben auch die letzten Gäste aus. Damit das Chaos komplett wird, setzt Zinos auch noch seinen gerade aus der Haft entlassenen Bruder Illias (Bleibtreu) als Geschäftsführer ein.

Bousdoukos' einstiges eigenes Restaurant «Sotiris», in dem die Clique früher fast jeden Abend feierte, lieferte die Vorlage für den Film. Akin bringt auch in «Soul Kitchen» Gesellschaftskritik auf den Tisch, nimmt Yuppisierung und Immobilienhaie aufs Korn. Eher als Beilage, denn das Menü besteht vor allem aus einer unterhaltsamen Komödie mit großartigen Schauspielern - auch Monica Bleibtreu, der Akin nach ihrem Tod diesen Film gewidmet hat, ist noch einmal zu sehen.

«Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika»

Er war Humanist und Despot, Theologe und Arzt, Orgelspieler und Friedensnobelpreisträger. Der legendäre Tropenarzt Albert Schweitzer (1875-1965) lässt sich nur schwer fassen. Mit seinem Film «Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika» hat der Regisseur Gavin Millar versucht, ein Porträt des Urwaldarztes zu zeichnen. Herausgekommen ist ein Afrikafilm mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen in warmen, friedlichen Tönen, die niemals kitschig werden. Der Film kommt etwas betulich und langsam daher, und gibt doch einen Einblick in das Leben dieses außergewöhnlichen Menschen.

Dabei konzentriert sich Millar auf die Jahre 1949 bis 1954, die ersten Jahre des Kalten Krieges und der fanatischen Kommunistenjagd in den USA. Seinen Traum von einem Urwaldkrankenhaus hat der angesehene Theologe und Mediziner Schweitzer (Jeroen Krabbé) da zusammen mit seiner Frau Helene (Barbara Hershey) schon verwirklicht. Die beiden reisen in die USA, um dort mit Konzerten und Vorträgen, bei denen Schweitzer seine Ethik der «Ehrfurcht vor dem Leben» vertritt, Spenden für eine Leprastation zu sammeln. Der stets gut gelaunte Schweitzer wird frenetisch gefeiert. Doch die Stimmung kippt, als sich Schweitzer mit seinem Freund Albert Einstein (skurril Armin Rhode) zeigt und mit dessen Anti-Atombomben-Kampagne sympathisiert. Schweitzer sieht sich nicht als politischer Mensch, hadert, ob er sich öffentlich gegen die Atomkraft stellen soll.

So gerät auch Schweitzer ins Visier der US-Geheimdienstes, der einen Spitzel auf den Arzt ansetzt. Als Journalist getarnt gelingt es diesem, der Familie Schweitzer nahe zukommen. Er besucht die Urwaldstation Lambaréne im heutigen Gabun, und spannt die Unzufriedenheit der dortigen Regierung und sogar Mitarbeiter von Schweitzer für seine Zwecke ein. Gezielte Sabotageakte und ausbleibende Spenden gefährden die Krankenversorgung, Schweitzers Lebenswerk droht die Schließung. Doch der Arzt gibt nicht auf, glaubt an das Gute im Menschen und an die Notwendigkeit den Menschen in Afrika zu helfen - auch um etwas der Schuld abzutragen, die die Kolonialherren auf die Europäer geladen haben.

«Fame - Der Weg zum Ruhm»

Knapp 30 Jahre nach dem Erfolg des Oscar-prämierten Filmmusicals «Fame - Der Weg zum Ruhm» kommt das Remake in der ersten Inszenierung des Choreographen Kevin Tancharoen in die Kinos. «Frasier»-Star Kelsey Grammer und Bebe Neuwirth («Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen?») haben Lehrerrollen übernommen, Kristy Flores, Paul Iacono und Kay Panabaker («Greys Anatomy») sind als Tanz- und Schauspielschüler mit großen Karriere-Träumen zu sehen. Wie im Original geht es um die Erfolge, Niederlagen und Alltagsprobleme von Schülern an der renommierten New Yorker Hochschule für Darstellende Künste, die von der großen Karriere am Broadway und auf der Leinwand träumen. Von Anna Wahdat, dpa

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