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Kritik an Körperscannern reißt nicht ab

Berlin - Die Pläne für einen Einsatz von Körperscannern an Deutschlands Flughäfen stehen weiter in der Kritik.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar bekräftigte seine Bedenken.

Skeptisch zeigten sich am Dienstag auch die deutschen Flughäfen sowie der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech. Der CDU- Politiker sagte in Stuttgart, er könne sich die Verwendung der umstrittenen Ganzkörperscanner nur unter zwei Bedingungen vorstellen: Sie sollten «absolut zuverlässig» sein und die «Intimsphäre nicht verletzen», sagte Rech der Deutschen Presse- Agentur dpa.

Nach dem nur knapp vereitelten Terroranschlag auf ein US- Passagierflugzeug soll voraussichtlich Mitte des Jahres über einen Probebetrieb der Scanner an den deutschen Airports entschieden werden. Schaar betonte, er habe bisher «noch kein Gerät gesehen, das die Persönlichkeitsrechte wahrt». Dafür müssten die Scanner nämlich nicht nur Fremdkörper erkennen, sondern sie auch von Prothesen oder Implantaten unterscheiden können. «Allein die Neuerung, dass auf den Monitoren keine Nacktbilder mehr zu sehen sind, reicht nicht aus», sagte Deutschlands oberster Datenschützer in der «Frankfurter Rundschau» (Dienstag).

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) räumte ein, die derzeit in der Entwicklung befindlichen Scanner erfüllten noch nicht alle Vorgaben bezüglich Intimsphäre und größerer Sicherheit. ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel wandte sich daher gegen die «vorschnelle Einführung einer unreifen Technologie». Noch kritischer zeigte sich die Linke. «Das Ziel ist offenbar ein allseits überwachter und kontrollierter gläserner Mensch», beklagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke.

Experten der 27 EU-Staaten wollen an diesem Donnerstag über Maßnahmen für mehr Sicherheit an Europas Airports beraten. Der Amsterdamer Flughafen Schiphol hat bereits auf den versuchten Anschlag von Detroit reagiert und will 60 neue Körperscanner anschaffen.

dpa-infocom