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Motorsport

Michael Schumacher will Titel

Hamburg - Am letzten Test-Tag in Jerez wurde Michael Schumacher zum Kilometerfresser.

Nach 130 Runden auf dem Kurs in Andalusien stieg der 41 Jahre alte Formel-1-Rückkehrer zufrieden aus dem Rennwagen der Nachwuchsklasse GP2.

«Ich fühle mich fit, ich habe mich im Auto sofort wieder wohl gefühlt ­ hey, es kann wieder losgehen!», sagte der Mercedes-GP-Pilot am Ende des dreitägigen Programms. «Zum Abschluss des Tests heute konnte ich viel fahren, und es lief wirklich perfekt. Ich bin sehr zufrieden damit, wie der Test in Jerez gelaufen ist: wir haben gut gearbeitet, die Zeiten und die Konstanz waren gut, wir konnten alles machen, was wir geplant hatten», stellte der Kerpener fest.

Motiviert und angriffslustig wie eh und je hatte sich der Rekord-Weltmeister schon vor und während des Tests in Südspanien präsentiert. Nun weiß er auch, dass auch sein Körper mitmacht. Seine Problemzone im Nacken macht keinen Ärger mehr. Lediglich Muskelkater hatte er nach den Testrunden gespürt.

«Der Test hat Michael einige Fahrpraxis in einem Monoposto gebracht. Er war zuvor vor einem halben Jahr ja nur wenige Runden gefahren und davor jahrelang nicht», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Seinen bislang letzten Test hatte Schumacher am 31. Juli 2009 auf der Hausstrecke seine ehemaligen Teams Ferrari in Mugello absolviert. Nicht mal 48 Stunden nach seiner damaligen Erklärung, sich auf ein Comeback für seinen verunglückten ehemaligen Teamkollegen Felipe Massa vorzubereiten, war der Kerpener in einem zwei Jahre alten Ferrari gefahren. Dabei hatten sich damals noch gesundheitliche Beschwerden nach seinem schweren Motorradunfall vom Februar ergeben.

Schumachers Ziel bei seiner Rückkehr in den PS-Zirkus nach fast dreieinhalbjähriger Pause ist klar. Nur wann er mit Mercedes GP wieder Weltmeister sein will, möchte er noch nicht sagen. «Vielleicht klappt das nicht gleich im ersten Jahr, aber auf drei Jahre gesehen ist das realistisch», sagte Schumacher der «Bild»-Zeitung.

Um möglichst schnell wieder nach ganz vorn zu rasen, bereitet er sich gewohnt akribisch auf den Auftakt-Grand Prix am 14. März in Bahrain vor. Selbst vom Regenwetter an den ersten beiden Tagen in Jerez ließ sich der Deutsche nicht stören. Für ihn stand auch nicht nur das Fahren im Mittelpunkt. Die Zeit in Andalusien diente ihm und seinen Ingenieure, Mechanikern und anderen Helfern auch dazu, sich besser kennenzulernen. Selbst wenn er nicht habe fahren können, «habe ich doch die Zeit für Gespräche mit Ingenieuren, Abstimmungsarbeiten und gemeinsamer Vorbereitung auf die Saison nutzen können», hatte Schumacher schon nach dem zweiten Tag gesagt.

Richtig ernst wird es nun Anfang Februar. Dann darf Schumacher, der eine langfristige Bindung mit dem Autobauer eingegangen ist, endlich seinen neuen Dienstwagen mit dem Stern in Valencia erstmals testen. Danach folgen laut Haug weitere Tests in Jerez und Barcelona vor dem Saisonstart in Bahrain.

Schumachers Konkurrenz zeigt sich bereits angriffslustig. «Ich möchte die Weltmeisterschaft gewinnen. Das bedeutet, dass ich bester Deutscher werde. Aber es interessiert mich nicht, Bester der Deutschen zu sein. Denn ich will ohnehin der Beste von allen sein», meinte Vize-Weltmeister Sebastian Vettel in einem Interview mit der offiziellen Formel-1-Portal «formula1.com». Sein Team Red Bull und er haben aus der vergangenen Saison seine Schlüsse gezogen. «Wir werden die Fehler von 2009 nicht wiederholen», versicherte der 22-Jährige.

Schumachers einstiger Rivale und neuer Ferrari-Hoffnungsträger Fernando Alonso will - anders als der Deutsche - seine Formel-1-Karriere definitiv bei der Scuderia beenden. «Dies ist hundertprozentig mein letztes Team», sagte der Spanier beim traditionellen Saisonauftakt des italienischen Rennstalls in Madonna di Campiglio. Bei seinem ersten offiziellen Auftritt als Ferrari-Pilot betonte Alonso, dass er für das Duell mit seinem Vorgänger bereit ist. «Ich bin auf diese große Herausforderung vorbereitet. Ferrari ist in der ganzen Welt berühmt. Wir müssen gewinnen», forderte der 28-Jährige.

dpa-infocom