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Mit Musik geht alles besser - auch der Faust?

Koblenz In der deutschen Literatur ist "Faust" einer der Klassiker schlechthin - auch Ingrid Sehorsch präsentierte Goethes Meisterwerk vor zwei Jahren im Konradhaus.

Nun inszeniert sie dort mit "Lust-Liebe-Jetzt" eine Revue, die ebenfalls auf die Motive des "Faust" zurückgreift. Premiere ist am Samstag, 23. Januar, um 20 Uhr.

Hexen, Studenten, Gretchens Verwandt- und Nachbarschaft, ein Theaterdirektor, Fausts Bediensteter - Goethes Drama, dessen erster Teil 1808 veröffentlicht wurde, wimmelt nur so von verschiedenen Personen. Und unter ihnen gibt es eigentlich nur drei wichtige Akteure: Faust, Gretchen und Mephisto.

Ingrid Sehorsch fokussiert dieses Trio, um in Revue-Manier die wichtigsten Passagen der Tragödie zu interpretieren. Dabei streben nach Meinung der Regisseurin eigentlich alle drei Figuren nach demselben: Glück und Sinn im Leben. "Wie Atome prallen sie bei dieser Suche alle drei aufeinander und dann wieder voneinander ab", sagt Ingrid Sehorsch. Eine etwas andere Interpretation als im klassischen Text soll dabei vor allem das Gretchen (Michaela Jubelius) erfahren. Denn in der Revue zahlt sie keine bittere Zeche für ihre Liebesaffäre mit Faust (Mario Specht). "Wie Faust ist Gretchen auf der Suche nach Liebe, und das Abenteuer mit dem Gelehrten ist auch in unserer Revue nicht auf Dauer angelegt, es befreit sie aber von den engen Banden ihrer Familie. Danach sucht sie sich eben einen neuen Mann", so Ingrid Sehorsch.

Und auch Mephisto, entkettet von der Wette mit Gott, erfährt eine neue Interpretation, und dies nicht nur weil der Teufel Mephista (Gerlind Wriedt) weiblich ist. "Mephista ist für mich eine Art Psychoanalytikerin, die es genießt, über andere zu herrschen und die Faust zum Hedonismus und Gretchen zum Konsum verführt", betont Ingrid Sehorsch.

Musikalisch interpretiert wird die Handlung des Klassikers dabei von jeder Menge Musik. Begleitet vom Klavier (Heinz-Willi Grandjean), erstreckt sich die Palette der Songs von den Beatles mit

"A Hard Day"s Night" über die Grönemeyer-Klassiker "Alkohol" und "Männer" bis hin zu Queens "We Are The Champions" oder Stücken von Konstantin Wecker und George Gershwin. Inklusive Pause dauert die Revue "Lust-Liebe-Jetzt" rund zwei Stunden. Auf eine Nebenperson wird allerdings nicht verzichtet: Auch des Pudels Kern ist im Konradhaus lebendig, wobei auch hierbei eine Verfremdung vorgenommen wird. (Peter Karges)

Karten: Tel. 0261/9730551

RZO