Umfrage: Ärzte wollen Systemwechsel bei Abrechnung
Mainz Die Mehrheit der rheinland-pfälzischen Ärzte und Psychotherapeuten ist laut einer Umfrage für einen Systemwechsel bei den Abrechnungen.
Fast 80 Prozent derer, die den Fragebogen zurückgeschickt hätten, wünschten sich eine Bezahlung per Kostenerstattung, teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) am Montag in Mainz mit.
Kostenerstattung heißt, dass die Patienten vom Arzt eine Rechnung erhalten. Diese bezahlen sie entweder selbst und reichen sie anschließend bei der Krankenkasse ein. Oder der Arzt rechnet, wenn der Patient eine Abtretungsregelung vereinbart hat, direkt mit der Krankenkasse ab.
Von den 7000 Mitgliedern haben laut KV 3134 auf die Umfrage geantwortet. Rund 2450 sprachen sich den Angaben zufolge für die Kostenerstattung aus, 683 wollten im herkömmlichen Sachleistungssystem bleiben. "Wir haben nun ein repräsentatives Stimmungsbild der Ärzteschaft in Rheinland-Pfalz", sagte der Vorstandsvorsitzende Günter Gerhardt laut Mitteilung. Nun gehe es darum, den Patienten durch Aufklärung "die Angst vor der Kostenerstattung" zu nehmen.
Diese Art der Abrechnung sorgt nach Meinung von Gerhardt für mehr Honorargerechtigkeit, "was zu mehr Zufriedenheit führt und die Niederlassung für den ärztlichen Nachwuchs wieder attraktiver macht". Rheinland-Pfalz würde sich hervorragend eignen als Testregion, erklärte Vorstandsmitglied Michael Siegert. Die KV Rheinland-Pfalz habe bereits ein Konzept für ein Modellprojekt zur Kostenerstattung erarbeitet.
"Das neue Abrechnungssystem ginge nicht unter Budgetbedingungen", erläuterte Siegert. "Eine erkennbare Eigenbeteiligung der Versicherten ist notwendig." Deren Höhe müsse politisch festgelegt werden und sollte als Steuerungsinstrument dienen, um die Zahl der Arztbesuche zu senken. "So kann die Qualität der Arztbesuche, im Sinne von Zuwendung und Beratung, für einzelne Patienten wieder gestärkt werden." Auch in einem System der Kostenerstattung hätte die KV weiterhin ihren Platz, hieß es. Beispielsweise beim Abrechnungswesen, in der Qualitätssicherung und als Schlichtungsstelle. (www.kv-rlp.de)
RZO
- Saarland bekommt 93,4 Millionen Euro aus Finanzausgleich
- Umfrage: Ärzte wollen Systemwechsel bei Abrechnung
- Rheinland-Pfalz bekommt 295 Millionen Euro aus Finanzausgleich
- Wert von Schecks für Ring-Finanzierung weiter unklar
- Gericht schließt Anwalt wegen Strafvereitelung aus
- Alle anzeigen
























