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Pécs ist Ungarns erste Kulturhauptstadt

Pécs Ein Zentrum des Dialogs zwischen Ost und West: Das möchte Pécs im Südwesten Ungarns sein, wenn es 2010 als eine der drei Europäischen Kulturhauptstädte seine Besucher empfängt.

Unter dem Motto «Die grenzenlose Stadt» soll die Vielfalt eines Kulturraums gezeigt werden, in dem zum Beispiel auch Deutsche und Türken etliche Spuren hinterlassen haben. Interessant wird eine Reise nach Pécs auch dadurch, dass sich die Stadt fürs Kulturstadtjahr herausgeputzt hat.

Der erste Eindruck ist allerdings ein anderer: Wer die 175 000 Einwohner zählende Stadt mit dem Auto erreicht, passiert zunächst triste Viertel mit Plattenbauten. Das höchste Haus der Stadt hat es sogar ins «Guinness-Buch der Rekorde» geschafft: Das 24-stöckige Gebäude gilt als das höchste ungenutzte Hochhaus Mitteleuropas. Ganz anders präsentiert sich die Innenstadt: Viele historische Gebäude wurden in den vergangenen Jahren saniert, heruntergekommene Parkanlagen verschönert und öffentliche Plätze attraktiver gestaltet.

Reiseführer Janos Habel beginnt seinen Rundgang am Szechenyi-Platz im Zentrum. Dort steht die ehemalige Pascha-Kasim-Gazi-Moschee. Sie wurde 1585 aus den Steinen der romanischen Bartholomäus-Kirche gebaut. Heute dient das Gotteshaus als katholische Pfarrkirche. Mit seiner grünen Kuppel beherrscht der Bau den gesamten Platz. Ein Minarett wurde allerdings nach dem Abzug der Türken abgetragen, und im Inneren verdrängte das Kreuz den Halbmond. Aus türkischer Zeit erhalten blieb nur eine Gebetsnische mit arabischer Inschrift, und als ein symbolischer Brückenschlag über die Religionsgrenzen hinweg wurde 1986 die erste Sure des Korans in Arabisch angebracht.

Der Szechenyi-Platz wurde nach dem Abzug der Türken grundlegend verändert, erzählt Janos Habel. Der Basar wurde abgerissen, und an die Stelle des Reinigungsbrunnens trat eine barocke Dreifaltigkeitssäule. Erneut veränderte sich der Platz nach der politischen Wende 1989/90: Häuser wie die einstige Sparkasse oder das Königliche Gericht erstrahlen in frischem Glanz. «Nur das 'Hotel Nador' steht noch leer», sagt Habel. «Zu sozialistischen Zeiten war das Kaffeehaus im Erdgeschoss das einzige Refugium bürgerlichen Lebens in der Stadt, an das viele alte Pécser mit Wehmut denken.»

Leicht zu übersehen ist der Jugendstilbrunnen, der von der Porzellanmanufaktur Zsolnay gestiftet wurde. Seine Besonderheit sind die wasserspeienden Stierköpfe, die mit einer Eosin-Glasur überzogen sind und in schillernden Farben glänzen. Was es damit auf sich hat, erfahren Besucher im Zsolnay-Museum. Es zeigt Kunstwerke der Manufaktur und erzählt vom Lebenswerk des Gründers Vilmos Zsolnay. Vor rund 150 Jahren entwickelte er die Eosin-Glasur, eine spezielle Emallier-Technik, sowie frostbeständige Pyrogranit-Keramiken.

Große Teile des Fabrikgeländes liegen seit Jahren brach. Doch jetzt herrscht dort Aufbruchstimmung: die verlassenen Produktionshallen sind ein Schlüsselprojekt im Kulturhauptstadt-Jahr. Entstehen sollen ein Kulturviertel mit einem industriegeschichtlichen Themenpark sowie ein Zentrum für zeitgenössische Kunst. Auch ein Trickfilmstudio soll sich ansiedeln und 300 Jobs schaffen. «Wie einige andere Veranstaltungsorte auch wird das ehrgeizige Projekt wohl erst nach 2010 komplett fertig sein», meint Habel. Gezeigt wird aber auf jeden Fall eine Ausstellung zum Thema Farbintensität.

Bereits zu bewundern ist das Besucherzentrum Cella Septichora mit den frühchristlichen Mausoleen im Nordosten der Innenstadt von Pécs. «Die freigelegten Gebäude aus dem vierten Jahrhundert sind ein historisches Denkmal von besonderem Wert, denn sie bewahren die in der Antike seltene zweistöckige Form der Architektur von Sakralbauten», erläutert Habel. «Sie dienten gleichzeitig als Grabkammern und als Kapellen.» Besonders auffällig ist die Peter-Paul-Grabkammer. Insgesamt gehören 16 Bauwerke zu dieser Begräbnisstätte, die auch zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

Das bedeutendste Wahrzeichen von Pécs , das lange Zeit Fünfkirchen hieß, ist der Dom mit seinen vier markanten Türmen. Den Grundstein legte König Stephan im Jahr 1009. Sein heutiges Aussehen erhielt die Kirche aber erst im 19. Jahrhundert. Rechtzeitig zum 1000-jährigen Bestehen der Diözese wurden jetzt die Fassaden gereinigt und der Domplatz neu gestaltet. Nun bilden der Dom, die Bischofsresidenz und das Dommuseum wieder ein attraktives städtebauliches Ensemble.

Wer nach soviel Kultur Entspannung und kulinarische Genüsse sucht, wird schnell fündig. Vor allem in der Fußgängerzone Kiraly utca gibt es viele Restaurants und Cafés. Dass Pécs eine sehr junge Stadt ist, «liegt an den vielen Studenten», sagt Claudia aus dem Ruhrgebiet, die mit zwei Kommilitonen am Nachbartisch sitzt und im dritten Semester Medizin studiert. «Ich habe in Deutschland keinen Studienplatz bekommen und mich dann hier beworben», erzählt sie. Ihre Entscheidung hat sie nicht bereut, auch wenn Studiengebühren anfallen. Gelehrt wird an der 1367 gegründeten Universität in deutscher Sprache.

Tourismus-Portal der Stadt Pécs: www. pecs.hu

Infos zur Kulturhauptstadt Pécs (englisch / ungarisch): www.pecs2010.hu

Fremdenverkehrsamt Ungarn: www.ungarn-tourismus.de

Ein ganzes Jahr Programm: Kulturhauptstadt Ruhr 2010

Kulturhauptstadt Istanbul als Schaufenster der Türkei

Zum ersten Mal ein Trio: Europas Kulturhauptstädte 2010 Pécs Anreise und Formalitäten: Flüge von Deutschland nach Budapest bieten zum Beispiel die Lufthansa, die ungarische Malev und Germanwings an. Die Weiterreise per Zug von Budapest nach Pécs dauert etwa drei Stunden. Autofahrer müssen eine lange Fahrt einplanen: Von Berlin nach Pécs sind es (über Dresden, Prag, Brünn und Budapest) etwa 1060 Kilometer, von Köln aus (über Nürnberg, Graz und Maribor) 1220 Kilometer. Zur Einreise reicht für Deutsche der Personalausweis.

Klima und Reisezeit: In Pécs herrscht ein trockenes Kontinentalklima. Beste Reisezeiten sind Frühjahr und Herbst.

Währung: Ein Euro entspricht etwa 270 ungarischen Forint (Stand: Dezember 2009).

Informationen: Ungarisches Tourismusamt, Wilhelmstraße 61, 10117 Berlin; kostenloses Info-Telefon: 00800/36 00 00 00. Von Detlef Berg, dpa

dpa-infocom



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