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«Unwort des Jahres 2009» ist «betriebsratsverseucht»

Frankfurt/Main Das «Unwort des Jahres» 2009 heißt «betriebsratsverseucht». Ein Mitarbeiter einer Baumarktkette habe den Begriff in der ARD genannt, berichtete der Sprecher der sprachkritischen Aktion, Horst Dieter Schlosser, am Dienstag (19. Januar) in Frankfurt.

Danach werde das Wort von Abteilungsleitern verwendet, wenn Kollegen aus einer Filiale mit Betriebsrat in eine ohne wechseln wollten. «Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen 'stört' zwar viele Unternehmen, sie als 'Seuche' zu bezeichnen, ist indes ein zumindest sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen», sagte Schlosser.

Die sechs Unwort-Juroren kritisierten außerdem die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verwendete Formulierung «Flüchtlingsbekämpfung» als «dramatischen sprachlichen Fehlgriff». Gerügt wurde als drittes Wort «intelligente Wirksysteme», weil sich hinter dieser scheinbar harmlosen Bezeichnung ausschließlich technologisch hoch entwickelte Munitionsarten verbergen.

An der 19. Wahl zum «Unwort des Jahres» beteiligten sich 2018 Einsender. Sie machten 982 verschiedene Vorschläge. Am häufigsten eingereicht wurde der Begriff «Wachstumsbeschleunigungsgesetz».

«Worte» und «Unworte»

«Worte» und «Unworte» des Jahres gelten als Ausdruck des Zeitgeistes in Deutschland. dpa dokumentiert die «Worte» und - mit kurzer Begründung der Jury - die «Unworte» seit 1999:

WORT DES JAHRES
1999: «Millennium»
2000: «Schwarzgeldaffäre»
2001: «Der 11. September»
2002: «Teuro»
2003: «Das alte Europa»
2004: «Hartz IV»
2005: «Bundeskanzlerin»
2006: «Fanmeile»
2007: «Klimakatastrophe»
2008: «Finanzkrise»
2009: «Abwrackprämie»
UNWORT DES JAHRES
1999: «Kollateralschaden» (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit, NATO-offizieller Terminus im Kosovo-Krieg)
2000: «National befreite Zone» (Zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird)
2001: «Gotteskrieger» (Kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen)
2002: «Ich-AG» (Reduzierung von Menschen auf Börsenniveau)
2003: «Tätervolk» (Grundsätzlich inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf; als potenziell möglicher Vorwurf gegen Juden antisemitisch)
2004: «Humankapital» (Degradierung nicht nur von Arbeitskräften in Betrieben, sondern von Menschen überhaupt zu nur noch ökonomischen Größen)
2005: «Entlassungsproduktivität» (Verschleierung der Mehrbelastung derjenigen, die ihren Arbeitsplatz noch behalten konnten)
2006: «Freiwillige Ausreise» (Gesetzes- und Behördenterminus, wenn abgelehnte Asylbewerber aus deutschen Abschiebehaftanstalten, sog. Ausreisezentren, nach intensiver «Beratung» in ihre Herkunftsländer zurückkehren, wobei die Freiwilligkeit in vielen Fällen zweifelhaft ist)
2007: «Herdprämie» (Das Wort diffamiert nach Ansicht der Jury Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen)
2008: «Notleidende Banken» (Der Begriff stellt nach Auffassung der Jury das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise auf den Kopf)
2009: «betriebsratsverseucht» (Die Arbeitnehmervertretung als «Seuche» zu bezeichnen, ist nach Ansicht der Jury zumindest ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen)
Weitere Infos zum Thema Unworte des Jahres: www.unwortdesjahres.org

Weitere Infos zum Thema Worte des Jahres: dpaq.de/0mbNa

dpa-infocom


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