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Haartrends 2010: strenger Scheitel, lockere Welle

Frankfurt/Main Edle Wellen wie in den 30er Jahren, elegante Locken und üppige Blüten im Haar: Die trendbewusste Frau soll sich in diesem Jahr eine vielleicht schlechte Stimmung wegen der Wirtschaftskrise erst gar nicht anmerken lassen.

Wenn es nach dem «Bund Deutscher Haarformer» geht, kämpft sie mit viel Glanz und aufwendigen Frisuren gegen miese Laune an. «Gerade jetzt ist es bedeutungsvoll, das Leben auch mal durch die rosarote Brille zu betrachten», meinte die Präsidentin des Bundes, Stefanie Köhn, in Frankfurt bei der Präsentation der aktuellen Haarmode.

Kurzes Haar wird nach den Vorstellungen des Vereins individuell nach Wuchsrichtung geschnitten und kann streng oder locker gestylt werden. Lange Haare kommen in Edelwellen oder mit verführerischen Locken daher. Die Farben sind in ihrem Kontrast reduziert - knallige Töne völlig passé. Lediglich Rot schlägt ein wenig aus der Reihe und darf als Rubin- oder Kastanienrot den Kopf seiner Trägerin zieren.

Dabei wollen die Friseure den Glanz vergangener Zeiten wieder aufleben lassen: Damen von Welt tragen Cocktailhütchen oder stecken sich üppige Blüten und fremde Federn ins Haar. Viele der Frisuren erinnern an die Vorkriegsjahre, glänzend, als wären sie mit Pomade bestrichen. Auch die klassische Wasserwelle, die sich Großmutter wöchentlich legen ließ, kommt wieder zum Vorschein. Vor allem aber hat der Bob als Trendfrisur inzwischen völlig ausgedient.

Dem schließen sich auch die Herren an , die streng an den Kopf angelegtes Haar tragen, das oftmals präzise gescheitelt wird. «Retro-Look» nennen das die Haarformer. Eine dicke schwarze Brille vervollständigt das Outfit. Die Seiten und der Nacken bleiben kurz, Farben werden nur dezent eingesetzt.

Wirklich neue Trends sind dabei jedoch nicht zu finden. Den Bob hatten die «Haarformer» schon vor einem Jahr totgesagt, als sie die Frisurenkollektion 2009 vorstellten. Und bei den Herren tauchen lediglich jene Frisuren auf, die abends in den Clubs schon seit Monaten zu sehen sind. Was der modebewusste junge Mann auf den Straßen von New York oder London zurzeit trägt - kurze Seiten mit einer hochgefönten Tolle - oder eben jenen College-Look der Ostküste, fehlt völlig. Da hilft auch kein Blick durch die rosarote Brille. Von Christian Rupp, dpa

dpa-infocom


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