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Streifenfahrt mit 560 PS: Skurrile Einsatzfahrzeuge

Nürburg/Abu Dhabi In der Spielzeugkiste stehen sie hoch im Kurs.

Doch kaum haben Autofahrer ihren Führerschein, sehen sie in Streifenwagen den Feind des Verkehrssünders und bekommen bei ihrem Anblick ein notorisch schlechtes Gewissen.

An faszinierende Fahrzeuge denkt dabei kaum jemand. Doch zwischen all den Limousinen, Kombis und Kleinbussen, mit denen Ordnungshüter Dienst versehen, gibt es eine Reihe von Exoten, die Autofans in Verzückung versetzen.

«Werbeträger mit Blaulicht und Sirene» nennt Branchenkenner Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg (Hessen) solche Sportwagen im Streifendienst. «Die Organisation, die solche Fahrzeuge in Dienst stellt, hat damit ein wichtiges Instrument zur Imagebildung und zur Nachwuchswerbung. Und der Hersteller, der den Wagen zur Verfügung stellt, punktet durch den öffentlichen Auftritt.»

Seit die Autobahnpolizei ihre Porsche 911 weitgehend abgeschafft hat, lässt der Faszinationsgrad der Einsatzfahrzeuge in Deutschland zu wünschen übrig. Hier mal ein Smart bei der Feuerwehr, dort mal ein BMW X5 bei der Bergwacht und hin und wieder ein Porsche Cayenne für den Notarzt. Das ist fast schon alles, worauf sich Einsatzkräfte freuen dürfen. Doch es gibt Ausnahmen: Auf dem Nürburgring ist seit dem Herbst ein Nissan GT-R im Rettungseinsatz. Der japanische Hersteller feiert ihn als schnellstes Feuerwehrauto der Welt. Schließlich hat das 357 kW/486 PS starke Coupé nicht nur Blaulicht, sondern auch einen Wassertank und einen Druckschlauch im Kofferraum.

Ebenfalls das Zeug zum Showstar hat der BMW 123d in Polizeifarben, den die deutschen Tuner für die Aktion «Tune it safe» aufgebaut haben. Mit dem 177 kW/241 PS starken Coupé werben sie für die nötige Regeltreue bei nachträglichen Fahrzeugumbauten. Die Aktion «Pimp die Polizei» hat beim Tuning-Verband VDAT bereits Tradition: Vor dem BMW durften bereits ein VW Scirocco, ein Brabus auf Basis des Mercedes CLS und sogar ein Smart mit Blaulicht zum Schaulaufen.

Richtig aufgemacht haben selbst vermeintlich schnöde Autos das Zeug zum Helden der Helfer. Nicht umsonst hat VW den neuen Pick-up Amarok zuerst als Studie in Anlehnung an die TV-Serie «Baywatch» präsentiert - zwar ohne Bikini-Schönheit, dafür mit Blaulicht, Seilwinde und Platz für einen Jet-Ski. Während der Amarok nur auf dem Messestand und beim Fotoshooting ein wenig Sand zwischen die Räder bekommen hat, patrouilliert die Hybrid-Version des Geländewagens Ford Escape tatsächlich am Pazifik-Strand: als Dienstwagen der «Life Guards» von Los Angeles in Malibu, Santa Monica oder Venice Beach.

Überhaupt ist der Kult um die Einsatzfahrzeuge im Ausland viel größer als in Deutschland - vor allem in den USA. Dort werden nach Angaben des Anbieters Carbon Motors pro Jahr bis zu 75 000 Streifenwagen verkauft. Und alle Hersteller mühen sich um ein möglichst großes Stück vom Kuchen: Bislang dominiert Ford diesen Markt mit dem Crown Victoria. Doch weil die US-Ikone Ende 2011 außer Dienst gestellt wird, hat bereits das Gerangel um die Nachfolge begonnen.

Chevrolet setzt dabei auf einen umgebauten Caprice, während Ford als Nachfolger einen noch zu entwickelnden Interceptor (zu deutsch: Abfangjäger) angekündigt hat. Der schärfste Streifenwagen soll von Carbon-Motors kommen: Der neue Hersteller plant ein Fahrzeug, das allein für den Polizeidienst entwickelt wurde, und deshalb eine besonders rammfeste Karosserie, bündig eingearbeiteten Signalleuchten und einen ebenso abwaschbaren wie vandalensicheren Innenraum bekommt.

Noch schillernder als in den USA ist die Polizeiflotte in den Arabischen Emiraten. Schon Streifenpolizisten dürfen dort oft 5er BMW oder Mercedes E-Klasse fahren. Aber seit in Abu Dhabi die neue Formel-1-Strecke eröffnet wurde, haben die Ordnungshüter ein paar neue Träume. Denn auch am Golf ist nun ein Nissan GT-R in offizieller Mission unterwegs. Wer dem davonfahren kann, hat wenig später den F999 im Nacken und jede Chance verloren. Denn mit einem Höchsttempo von mehr als 400 km/h und über 588 kW/800 PS gilt der umgebaute Formel-1-Renner von Ferrari als schnellstes Polizei-Auto der Welt.

Während dieser Einsitzer nur zum Schaulaufen auffährt, sind in Italien ausgewählte Polizisten tatsächlich mit einem Supersportwagen unterwegs: einem Lamborghini Gallardo mit 412 kW/560 PS. «Natürlich setzen wir den Wagen oft bei Messen als Imageträger ein. Doch regelmäßig sind wir damit auch im Einsatz», erzählen die Carabinieri Fabio Ferretti und Marco Pizzeghello. Mal übernehmen sie eilige Organtransporte, mal jagen sie Temposünder. Allerdings wurde der Aufsehen erregende Polizei-Flitzer im Herbst bei einem Unfall zu Schrott gefahren. Bei dem traurigen Anblick, den der zerbeulte Lambo dabei bot, dürfte Zuschauer wohl kaum mehr ein schlechtes Gewissen befallen haben - eher ein anderes Gefühl: heimliche Schadenfreude. Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom



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