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Ernährung

Greenpeace findet Pestizide im Salat

Hamburg Wieder Pestizide im Salat: Die Umweltorganisation Greenpeace hat bei einer Untersuchung von 36 Proben von Kopfsalat und Rucola aus Supermärkten und Discountern in 29 Fällen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden.

21 Kopfsalate und 12 Rucola-Proben aus konventionellem Angebot seien nicht empfehlenswert, teilte Greenpeace am Dienstag (2. Februar) in Hamburg mit. Die betroffene Ware stamme überwiegend aus Italien, ein Kopfsalat auch aus Deutschland. Besonders stark belastet seien Proben aus Italien und Belgien. Deutsche und spanische Proben schneiden besser ab. Bioware sei dagegen kaum belastet.

Die Umweltschützer erstatteten Anzeige gegen das Unternehmen Tengelmann, da in einem dort angebotenen Kopfsalat bei einem Pestizid die «Akute Referenzdosis» überschritten worden sei. Der Verzehr könne zur gesundheitlichen Gefährdung besonders von Kindern führen. Tengelmann wollte sich zunächst nicht äußern, sondern den Fall erst prüfen. «Unser Test zeigt, dass nur ein Kopfsalat und drei Rucola-Proben aus konventionellem Anbau unbelastet sind. Das sind zu wenige», sagte der Chemie-Experte von Greenpeace, Manfred Santen. Im Winter sei das Risiko von Belastungen bei Blattsalaten größer als im Sommer. «Sie werden in Treibhäusern zumeist überdüngt und stark gespritzt.»

Das Labor habe in drei Fällen sogar Überschreitungen der gesetzlich zugelassenen Höchstmengen für Pestizide gefunden. Solche Ware dürfe nicht verkauft werden. Außerdem seien Wirkstoffen nachgewiesen worden, die von der staatlichen Lebensmittelüberwachung nicht kontrolliert werden, zum Beispiel das Fungizid (Pilzmittel) Thiram in einem Salat aus den Niederlanden.

Greenpeace kritisierte, dass zunehmend mehrere Pestizide parallel eingesetzt würden, um die Überschreitung der Höchstmenge bei einem einzigen Stoff zu vermeiden. «Auf einigen Salatblättern werden bis zu 15 verschiedene Pestizide gefunden», sagte Santen. Es forderte eine lückenlose staatliche Kontrolle.

Greenpeace-Mitarbeiter hatten im Januar in Hamburg, Köln, Bonn, Dresden, München und im Frankfurter Raum Kopfsalate und Rucola gekauft. Ein spezialisiertes Labor habe die Proben auf mehr als 350 Pestizidrückstände geprüft. Auffällige Befunde seien in einem zweitem und ebenfalls für diese Untersuchungen zertifizierten Labor überprüft worden.

Umweltorganisation Greenpeace: www.greenpeace.de

dpa-infocom


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