Zu hoher Preis für Off-Road-Park am Nürburgring
Mainz Die Nürburgring GmbH hat nach Angaben des Rechnungshofs Rheinland-Pfalz einen extrem überhöhten Kaufpreis für ein defizitäres Allradwagen-Fahrgelände nahe der Rennstrecke gezahlt.
Die größtenteils landeseigene Nürburgring-Gesellschaft habe vor gut einem Jahr fast eine Million Euro für 90 Prozent der Anteile des Off- Road-Parks in der Eifel überwiesen. Der Substanzwert der Camp4Fun GmbH & Co. KG habe aber weniger als 100 000 Euro betragen, kritisierte der Präsident des Rechnungshofs, Klaus P. Behnke, am Dienstag in Mainz bei der Vorlage des Jahresberichts.
Der sieben Hektar große Off-Road-Park in einer ehemaligen Lavagrube habe seit der Gründung der Camp4Fun vor fünf Jahren 1,4 Millionen Euro Verluste geschrieben. Der Kauf durch die Nürburgring GmbH war laut Rechnungshof "nicht sorgfältig vorbereitet und die Kaufpreisfindung nicht ordnungsgemäß dokumentiert". Zudem habe die Geschäftsleitung den Aufsichtsrat "unvollständig unterrichtet". Der Rechnungshof forderte die Nürburgring GmbH auf, "ein Konzept zur Verbesserung der Ertragssituation" der Camp4Fun vorzulegen.
Der Aufsichtsrat bestätigte unterdessen, "dass ihm wesentliche Informationen im Zusammenhang mit dem Anteilserwerb der Nürburgring GmbH an der Camp4Fun GmbH & Co. KG vorenthalten wurden und dass die Sorgfaltspflichten seitens der damaligen Nürburgring-Geschäftsführung verletzt wurden". Nachdem der Rechnungshof im Dezember 2009 die Ergebnisse seiner Prüfung mitgeteilt habe, sei dem ohnehin schon geschassten Ex-Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz erneut fristlos gekündigt worden, ergänzte der Aufsichtsrat. Juristisch sei dies möglich. (www.rechnungshof-rlp.de; www.nuerburgring.de)
RZO
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