pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Sportsline ·  » 

FSV Mainz 05

Höchstleistung dank Leistungsdichte

Mainz Das Erreichen der 30-Punkte-Grenze war für den FSV Mainz 05 ein großer Etappensieg.

Nach dem etwas glücklichen 1:0-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach fordert Thomas Tuchel von seinem qualitativ verbesserten Kader nun auch eine fußballerische Steigerung und ein verändertes Auftreten im Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin am Fastnachtssamstag.

In der Bundesliga stand der FSV Mainz 05 noch nie zuvor derart komfortabel da wie in der aktuellen Saison. Dem Aufsteiger gelingt es nach Stand der Dinge erstmals, mit dem Abstiegskampf überhaupt nichts zu tun zu haben. 30 Punkte nach 21 Spieltagen sind eine Rekordmarke mit ausbaufähiger Tendenz. Die Mannschaft von Thomas Tuchel hat ihren Vorsprung auf den Relegationsplatz seit dem Vorrundenende um fünf Punkte von acht auf 13 Zähler ausgebaut. Die Mainzer stehen auf Platz acht - mit einem Zähler weniger als Eintracht Frankfurt und Werder Bremen. Und selbst die Europacup-Plätze sind nur sechs Punkte entfernt.

Schöne Aussichten also. Kein Wunder, dass der mühsame und glückliche 1:0-Sieg am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach von den Beteiligten wie ein großer Etappensieg bewertet wurde. Als Zwischenziel, das eine gesunde Basis und Selbstbewusstsein schafft für mehr. "Wir sind wirklich sehr erleichtert", gab André Schürrle zu Protokoll. "Diese 30 Punkte waren vorher intern eigentlich nicht das große Thema, aber diese Zahl ist für uns sensationell. Wir wollten die Punkte, weil wir dafür hart gekämpft haben. Die ganze Saison schon", erklärte der junge 05-Leistungsträger.

Und so schlecht war es ja nun nicht , was die Mainzer am ausverkauften Bruchweg ablieferten. Obwohl die Gladbacher die größeren Chancen besaßen, hatte das 05-Spiel doch stets Struktur. Die Mainzer gaben nie ihre Ordnung auf, beide Mannschaften bearbeiteten sich im hohen Tempo, versuchten mit fußballerischen Mittel den gegnerischen Defensivverbund zu durchdringen. Defensivreihen, die auf beiden Seiten dem Gegner wenig schenkten. Die Fehlerquote der Abwehrspieler war gering. Das einzige Mainzer Problem: Den 05ern gelang es mit ihren spielerischen Mitteln zu selten, in den Gladbacher Strafraum zu gelangen, dort Druck aufs Tor zu entwickeln. Die Folge: Ballverluste im Aufbau führten dazu, dass die spielstarke Borussia, taktisch enorm gut ein- und aufgestellt, besonders im schnellen Gegenzug ihre Chancen erhielt.

"Wenn man in der Bundesliga ein Spiel gewinnt, ist immer Qualität dabei", sagte Thomas Tuchel, der es irgendwann leid wurde, sich dafür rechtfertigen zu müssen, dass seiner Mannschaft ein Treffer gelungen war und den Gladbachern nicht. "Unverdient. Glücklich. Das ist mir völlig egal", sagte der 05-Trainer. "Ich bin stolz darauf, wie die Mannschaft die Ergebnisse hinkriegt."

Doch der 37-Jährige blickte sofort nach vorne. "Man hat auch in diesem Spiel wieder ganz deutlich gesehen, dass es für uns keinen Selbstläufer gibt in der Bundesliga." Tuchel setzt zwar darauf, dass seine Profis in den kommenden Wochen aufgrund der Tabellensituation eine gewisse spielerische Leichtigkeit wiederentdecken. Doch der Trainer wird dafür mit seinem Team hart arbeiten.

Das bedeutet, dass der Fußballlehrer vor allen Dingen das Auftreten in fremden Stadien verbessern will und muss. Nur Hertha BSC (vier Punkte) spielt auswärts schlechter als die Mainzer (sechs Punkte). Die Partie am Fastnachtssamstag im Berliner Olympiastadion ist die richtige Gelegenheit, die Bilanz aufzupolieren.

Tuchel ist optimistisch, dass ihm das gelingt und begründet dies mit dem neuen, insgesamt verbesserten Kader der Rückrunde. In Berlin dürfte der angeschlagene Jan Simak wieder zur Verfügung stehen. Andreas Ivanschitz wird nach seiner Gelbsperre wieder Ansprüche anmelden wollen. Malik Fathi hat bis dahin wieder eine Trainingswoche mehr intus, vor allen Dingen jede Menge taktische Arbeit. Das gilt auch für den gegen Gladbach starken Radoslav Zabavnik. Fathi wird beim Treffen mit seinem Ex-Klub zudem die internen Ablaufgewohnheiten besser verinnerlicht haben.

"Wir brauchen die Neuzugänge und deren Qualität", erklärte der 05-Trainer nach dem Sieg. "Ich bin sehr für einen kleinen Kader mit einer hohen Dichte. Aber jetzt will ich auch auswärts wirklich sehen, wie die Mannschaft den nächsten Schritt macht. Ich fordere jetzt ganz deutlich in Berlin ein anderes Auftreten als zuletzt auswärts."

Thomas Tuchels Musterschüler sieht das nicht anders. "So langsam müssten wir doch jetzt soweit sein, dass wir auch auswärts mal drei Punkte holen", sinnierte Schürrle. "Wir wollen in Berlin jetzt endlich auswärts auch mal was reißen." Die Leistungsdichte im Kader sei nun erheblich gestiegen. "Das muss uns zu Höchstleistungen anspornen."

Jörg Schneider

RZO



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Skifahren in der Region
RZ-Blog