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Euro-Länder wollen Griechenland mit Krediten helfen

Brüssel Die Euro-Länder wollen dem Schuldensünder Griechenland mit Krediten unter die Arme greifen.

«Es läuft auf Kreditlinien hinaus», sagte der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Mittwochabend vor dem Sondergipfel in Brüssel.

Das Geld könne mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds IWF vergeben werden. «Es geht nicht um geschenktes Geld oder um Subventionen, sondern es geht um Kredite mit Zinsen, die man zur Verfügung stellt, um möglichst rasch einem Land zu helfen, damit es hier nicht auf den Finanzmärkten zu Irritationen kommt.» Der Euro und die Aktienmärkte waren wegen der Turbulenzen in Griechenland unter Druck geraten.

Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten bei ihrem Gipfeltreffen an diesem Donnerstag in Brüssel über die drohende Staatspleite Griechenlands. Dabei geht es auch um Rettungsmöglichkeiten für das Euro-Land. Denkbar wären theoretisch bilaterale Kredite, ein Eingreifen des IWF oder auch der Kauf von griechischen Staatsanleihen, um dem Land frisches Kapital zu beschaffen. Die Bundesregierung hatte einseitige Hilfen zugunsten Athens bislang ausgeschlossen.

Auch der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero sicherte Griechenland bei dem Treffen der sozialistischen Ministerpräsidenten in Brüssel die Solidarität der EU zu. «Wir müssen Griechenland unterstützen», sagte Zapatero. «Das werden die Europäische Union und die Euro-Gruppe übernehmen.» Spanien hat derzeit turnusmäßig die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Zapatero unterstrich, dass eine koordinierte Aktion nötig sei. «Wir brauchen eine gemeinsame Antwort. Die EU muss ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Unsere gemeinsamen Anstrengungen gehen in die richtige Richtung», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa in Brüssel.

Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel schränkte in Brüssel ein: «Wir dürfen keinen Freibrief ausstellen.» Es müsse gezielte Hilfen geben, die an harte Konditionen zu knüpfen seien. Im Gegensatz zur Bundesregierung hält Gabriel aber auch bilaterale Hilfen für Griechenland weiterhin für eine Alternative.

Die Finanzminister der 16 Euro-Länder hatten am Mittwochnachmittag bei einer Telefonkonferenz unter Leitung von Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker über die Lage beraten. Dabei forderten sie nach Angaben Faymanns die Notenbankchefs auf, Vorschläge für den Gipfel zu machen. Bei dem Treffen am Donnerstag werde dann gemeinsam mit EZB-Präsident Jean-Claude Trichet beraten. Die genaue Umsetzung eines Hilfspakets sei noch nicht klar. Ein rasches Eingreifen sei aber nötig, um einen Flächenbrand zu verhindern, der auch andere Wackelkandidaten der Euro-Zone wie Spanien und Portugal erfassen könnte.

An dem Treffen am Vorabend des Gipfels nahmen auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou teil. Papandreou will den Staatschefs darlegen, wie sein Land die Krise bewältigen kann. Am Mittwochabend wollte er sich nicht äußern - und kam als letzter zum gemeinsamen Foto, nachdem der Präsident der europäischen Sozialisten ihn mit den Worten gesucht hatte: «Wo ist Papandreou? Er müsste ihn Athen sein.»

dpa-infocom



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