Google sammelt Daten und wir wissen nicht welche
Obwohl Google so stark kritisiert wird, scheinen die Nutzer der Suchmaschine zu vertrauen. Wir haben Blogger André Vatter (www.basicthinking.de) gefragt, was das Erfolgsgeheimnis von Google ist. Und ob man dem Konzern Grenzen setzen sollte.
Warum sind Google-Produkte so beliebt bei den Internetnutzern?.
Dafür gibt es einen einfachen Grund: die Dienste sind kostenlos. Dadurch hat Google eine irre Reichweite bekommen und andere kommerzielle Anbieter verdrängt. Aktuelles Beispiel ist das Betriebssystem Android, das Google speziell für Handys entwickelt hat. Da ist jetzt eine Software inklusive, die ein Navigationsgerät ersetzt und nichts kostet, während die übrigen Hersteller ihre Naviprogramme für viel Geld verkaufen.
Google behauptet immer, sie tun nichts "Böses". Ist das glaubwürdig?
Google ist nicht gut oder böse , die Kategorien führen nicht weiter. Google will zunächst nur eins und das ist Werbung ausliefern, und zwar mit möglichst wenig Streuverlusten. Viele Nutzer wissen das und nehmen das derzeit noch in Kauf – das positive Image ist noch da.
Warum kritisiert man Google dafür?
Das Problem ist, dass Googles Überwachung sehr intransparent ist. Kameras, Polizeipräsenz bei Demos – was wir aus dem Alltag kennen, lässt sich im Virtuellen nur schlecht sichtbar machen. Google sammelt Daten und wir wissen nicht welche.
Viele Internetnutzer denken bei Google immer noch an "Suchmaschine".
Google ist Suche, aber es geht noch viel weiter. Mit Google Maps und Google Earth fing es an, alles erfassen zu wollen. Nun versucht Google das Leben auch abseits des Rechners zu kriegen: durch das Anbieten von Handy-Software. Man kann Google heute schlecht entkommen.
Trotz des Erfolgs gibt es Kritik an Google. Ist diese Kritik berechtigt oder haben die Kritiker nur das Internet nicht verstanden?
Die Kritik ist berechtigt. Man darf ein Unternehmen nicht einfach machen lassen. Wir müssen zeigen: Hier sind Leute, die gucken genau hin, was da vor sich geht.
Muss man Google Schranken setzen, zur Not per Gesetz?
Ich sehe die Politik schon in die Pflicht genommen. Nicht Schranken setzen, aber Grenzen aufzeigen. Das Problem ist: Wenn Justizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger sagt: "Das, was die mit den Büchern bei Google Books da machen, das geht aber nicht", dann ist das zu plump. Der deutschen Regierung mangelt es bei dem Thema noch eindeutig an Sachkompetenz.
Was müsste die Politik denn tun, um den Datenmissbrauch durch Google zu verhindern?
Genau lässt sich derzeit noch nicht sagen. Aber es ist wichtig, eine fundierte Debatte anzustoßen. Man muss sich mit Google auseinandersetzen. Das wäre ein Anfang, um die Expansionspolitik zumindest auf dem Schirm zu haben.
Die Fragen stellte Moritz Meyer




















