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Olympia

Nach Sturz nur Bronze für Savchenko/Szolkowy

Vancouver - Drei Patzer in der Kür zu «Jenseits von Afrika» haben das Chemnitzer Eiskunstlauf-Paar Aljona Savchenko und Robin Szolkowy die olympische Goldmedaille gekostet.

Die zweifachen Weltmeister holten nach einem Sturz des 30-Jährigen beim Doppel-Axel in Vancouver nur Bronze.

Die Chinesen Shen Xue/Zhao Hongbo gewannen im im Pacific Coliseum mit Weltrekord von 216,57 Punkten vor ihren Landsleuten Pang Qing/Tong Jian (213,31). Shen/Zhao durchbrachen die seit 1964 andauernde russische Ära im Paarlauf und gewannen das erste Eiskunstlauf-Gold für ihr Land. Nach zwei Mal Olympia-Bronze gelang nun der große Erfolg. Sie überboten vor 14 200 begeisterten Zuschauer ihre eigene Bestmarke von 214,25 Punkten vom gewonnenen Grand-Prix-Finale.

Mit betretenen Gesichtern saß das sächsische Duo mit Trainer Ingo Steuer in der «Tränenecke» und nahm die niedrige Wertung von 210,60 Punkten ohne Worte zur Kenntnis. Die letzte deutsche Bronzemedaille hatte Ingo Steuer zusammen mit Mandy Wötzel 1998 in Nagano gewonnen. Doch eigentlich wollte das deutsche Paar ganz oben auf dem Podium stehen - die Nerven machten ihnen einen Strich durch die Rechnung.

«Letztendlich war es so, dass die beiden an dem Druck zerbrochen sind», sagte die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt in der ARD. Dennoch sei es richtig gewesen, als amtierender Weltmeister mit dem Ziel Olympiasieg in den Wettkampf zu starten. «Man hat nicht so oft die Möglichkeit, Gold zu holen», sagte der enttäuschte Steuer, «sie hätten es schaffen können, wenn sie fehlerfrei geblieben wären».

Das Daumendrücken von IOC-Vizepräsident Thomas Bach für Savchenko/Szolkowy in der Halle hatte nicht gereicht. «Dieses Paar ist eine absolute Bereicherung für unsere Olympia-Mannschaft», sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nach der Entscheidung und tröstete Savchenko. «Ich bin auf der einen Seite enttäuscht, aber auch glücklich, denn es war heute sehr schwer zu laufen», sagte die gebürtige Ukrainerin, «mein Körper war müde». Und Szolkowy ergänzte: «Jeder weiß, dass wir enttäuscht sind, aber der Druck war wohl zu groß». Nach einer Nacht hoffe er, sich auch über Bronze freuen zu können.

«Unser Paar war im Training am Morgen so gut. Dann war es aber ein langer Tag bis zum Auftritt», sagte Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU) über die Sachsen, die nach dem Aufwärmen ins olympische Dorf zurückgefahren waren und Entspannung gesucht hatten. «Eigentlich können sie sich auf den Punkt vorbereiten und konzentrieren», sagte Treitz, die sich zumindest mit der Olympia- Premiere des jüngeren Paares zufrieden zeigen konnte.

Denn die deutschen Meister Maylin Hausch und Daniel Wende (Essen/Oberstdorf) beendeten den hochklassigen Wettbewerb auf dem 17. Rang. Ein Sturz der 21-Jährigen beim dreifachen Toeloop vermasselte den Gesamteindruck ihrer Kür, zudem können sie mit einem nur doppelt gesprungenen Salchow in der Spitze nicht mithalten.

«Die geworfenen Elemente waren heute top, aber ich bin enttäuscht, dass ich den Toeloop nicht zeigen konnte», sagte Hausch, die sich immerhin über den persönlichen Bestwert von 138,74 Punkten freuen konnte. «Nach dem Käse, den wir im Kurzprogramm gezeigt haben, wollten wir heute kämpfen, und das haben wir», sagte ihr vier Jahre älterer Freund. Das auch privat verbundene Duo läuft erst seit eineinhalb Jahren zusammen und will noch bis zu den Winterspielen in Sotschi 2014 weitermachen.

dpa-infocom