Trotz "Verwählt"-Flashmob: FDP ist noch erreichbar
Stuttgart Während sich im Internet die Kunde von einem Telefon-Flashmob auf die FDP-Zentrale verbreitet, merken die Adressaten der Aktion davon noch eigenem Bekunden wenig: Die Telefone in der Berliner FDP-Zentrale glühen angeblich nicht von Menschen, die dann erklären, sie hätten sich "verwählt".
Ein Vorstandsmitglied der Stuttgarter Jusos hatte die Idee und den Aufruf mit der Telefonnummer der Berliner FDP-Zentrale verbreitet. Ein Sprecher der FDP-Zentrale erklärte aber unserer Zeitung, es gingen "nur vereinzelte" Anrufe ein, und die würden "so freundlich behandelt wie andere Anrufer auch". Von Ausnahmezuständen an der Telefonzentrale könne keine Rede sein. Zumindest beim Anruf unserer Zeitung bei der Telefonzentrale war die Leitung frei und es meldete sich nach mehrfachem Klingeln ein Mann ohne Anzeichen, genervt zu sein. Der Pressesprecher wollte die Aktion nicht bewerten. "Aber wir bemerken ja kaum etwas davon." Nach 17.30 Uhr liefen Anrufe ohnehin ins Leere: Dann ist die Telefonzentrale nicht mehr (personell) besetzt.
Die Idee zieht aber immer weitere Kreise, die Nachricht wird bei Twitter ständig weitergeleitet. Auch auf der offiziellen Fanseite der SPD bei Facebook wird die Idee inzwischen verbreitet. Und das, obwohl sich der Urheber müht, die Geister wieder einzufangen, die er gerufen hat: Er fordert inzwischen auf, sich nicht mehr zu beteiligen: "Ich finde das nicht gut, dass diese Aktion nun nie endet, das war mit meinem Tweet gestern nicht beabsichtigt", schreibt @Ajoupachiller auf seinem Twitteraccount. Seine entsprechenden Aufrufe werden allerdings nicht so begeistert weitergeleitet. Dafür weisen die Jusos Stuttgart auf ihrer Homepage, dass es sich nicht um eine Aktion von ihnen handelt.
Weiterführende Links:
Auf der SPD-Fanseite bei Facebook gehen die Reaktionen auseinander. Etliche Besucher haben den "Gefällt mir"-Button angeklickt, andere kritisieren aber auch die Aktion als "Flash-Mobbing" und sprechen von "Kindergartenniveau". Die Betreuer der Seite schlagen sich auf die Seite der Anrufer: "Lieber grober Unfug am Telefon als in der Außenpolitik", kommentieren sie.
[Update am 18.2.] Der Aufruf hat sich auch am Donnerstag weiterverbreitet. Die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine zitierte einen FDP-Sprecher, man sehe die Aktion mit einem Schmunzeln. Wie Thomas C. Stahl auf seinem Blog (http://www.tiuz.de/flashmob-gegen-fdp-lauft-aus-dem-ruder/) unter Berufung auf die Offenbach-Post berichtet, wird inzwischen aber bei entsprechenden Anrufen auch wortlos aufgelegt.
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